Band 
Vierter Band. F bis G.
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von ihm, in welcher Absicht er gekommen sei, und erzählte den Vorfall dem Kaiser,welcher dem Ferdusi später den Auftrag gab, die persische Bearbeitung des alten„S banameh oder Bastanamch" (wörtl. das alte Buch), welche- die GeschichtePcrsienS entbiclt, die Dakiki angefangen und ein Jahrh, später Anßeri fortgesetzthatte, zu vollenden, und Verhieß ihm für jeden Vers ein Goldstück. F. witmeredieser Arbeit '10 Jahre seines spätern Alters und brachte ein historisches Gedichtvon 60,000 Versen, „Shanameh" (Buch der Könige) betitelt, zustande, wel-ches die Geschichte PeisienS von Nushirvan bis aus Jezdejerd umfaßt und eigent-lich aus einer Reihe historischer Epopöen besteht. Die Thaten des Helden Ru-stan, des persischen Hercules, machen eine der schönsten Episoden darin aus.F. übergab sein Gedicht dem Sultan, welcher, von Verleumdern gegen ihneingenommen, für jeden Vers ihm nur eine Silbermünze auszahlen ließ. Un-willig über diese Behandlung, verschenkte F. das Geld, strich eine Menge vonVersen zum Lobe Mahmuds, die er in sein Gedicht verwebt hakte, weg, undrächte sich durch eine bittere Satyre (welche in JoneS'S „>'»e.-i>-,u> a-ü.ili <-<>>>>-zu finden ist). Genöthigt, die Flucht zu nehmen, begab er sich nachThus und lebte dort in der Verborgenheit. Inzwischen bereuete Mahmud seineUngerechtigkeit, und ließ, als er aus seine Nachforschungen erfuhr, daß F. nochlebe und Mangel leide, 12 Kameele mit reichen Geschenken für den Dichter be-laden. Als sie vor das Thor von ThuS kamen, begegnete ihnen der LeichenzugFerdusi'S. — Das „Shanameh" ist unter den Dichterwerken Asiens eins derausgezeichnetsten; die persische Sprache hat kein Werk ihm an die 42eite zu setze».Für die Geschichte ist es von unschätzbarem Werthe, aber noch wenig benutzt. EinBruchstück, betitelt „8nliiek>", erschien nebst einer engl. Übers. von Atkinson inCalcutta 1814. 1811 begann der Pros. Lumsdcn das Ganze herauszugeben,das auf 8 Bde. Fol. berechnet war; doch ist bis jetzt nur der 1. Bd. erschienen.GörreS gab 1820 in 2 Bdn. einen Auszug aus dem Ganzen. Eine engl. ljbers.,welche Champion 1790 anfing, blieb unvollendet. Bruchstücke finden sich über-setzt in Jones'ö „Commentarien", in Wilken'S „Pers. Chrestomathie", ferner inSchlegel'S „Europa ", im „Deutschen Mercur", in den „Fundgruben des Orients"und in Hammer's „Geschichte der schönen Redekünste PersicnS". 42. auch „Wie-ner Jahrbücher der Literatur", 9. Bd.

Fere Champenoise, s. Paris (Einnahme im Jahre 1814).

Ferien. 1H, i.i<- waren bei den alten Römern gewisse zur Rübe von allerArbeit und zum Gottesdienste bestimmte Tage. Dieser Ausdruck ist in unsereSprache übergegangen, wo er, bei den Schulen und auch bei den Gerichtshöfen,die außergewöhnlichen oder doch nur ein Mal im Jahre eintretenden Ruhe - oderFeiertage bezeichnet.

Fermate, in der Musik das Aushalten einer Note über ihre eigentlicheGeltung, welches durch das Zeichen ^ angedeutet wird. Sie bringt einen Ruhe-punkt hervor, der aber weder der Musik nothwendig ist noch die musikalische Pe-riode schließt. Bisweilen werden Cadenzen dabei angebracht.

Ferney , ein durch Voltaire'« langen Aufenthalt berühmt gewordenesDorf mit ansehnlichen Ländereien im französischen Departement Ain. an derschweizerischen Grenze, eine deutsche Meile von Genf. Unter Ludwig XIII .und XIV. waren die Einwohner, größtentheils Protestanten, gezwungen aus-zuwandern, um den religiösen Verfolgungen zu entgehen. Voltaire kaufte sich1762 hier an und bemühte sich, durch Thätigkeit und Unterstützung aller Art,die er den Ansiedlern zufließen ließ, auö dem Dorfe eine Stadt zu bilden. Ins-besondere suchte er den Kunstfleiß und vor Allem die Uhrenfabrication, durch ge-schickte Arbeiter, die er aus Genf dahin zog, in Ausnahme zu bringen. DieFremden, die aus allen Theilen der gebildeten Welt Ferncp besuchten, um Dol-