Band 
Vierter Band. F bis G.
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84 Ferraris FerraraS

werke FerraraS sind nicht unbeträchtlich. Ostreich hat hier nach der wiener Con-greßacte das BesatzungSrecht. xx.

Ferraris (Joseph, Graf von), östr. Fcldmarschall, Dicepräsident desHofkriegSrathS, gehört zu einem ausPiemvnt stainmenten, seit dem 11. Jahrh, inLothringen angesiedelten Geschlechte, geb. den 20. April 112k zu Luneville . Erkain als Edelknabe an den Hof der Witwe der Kaisers Joseph I. , trat nach AuS-bruch des östr. Erbfolgekriegü in Kriegsdienste, wo er bis zum aachener FriedenHauptmann geworden war. Im sicbenjähr. Kriege zeichnete er sich besonders in derSchlacht bei Hochkirchen aus, und stieg 1161 bis zum Generalmajor. Nachdem er1113 Generallieuk. geworden war, ward er 4 Jahre später zum Obcraufseher derArtillerie in den Niederlanden ernannt rmd beschäftigte sich daselbst mit der ausge-zeichneten Charte von Belgien , die unter s. Namen bekannt ist. Beim Ausbruchedes barerischen ErbsolgekriegS übergab Maria Theresia den jungen Enhen. Man-,milian Franz, nachmal. Kurs. von Köln , seiner Leitung. Im franz.RevoluiionS-kriege focht er, beinahe 10 I. alt, tapfer bei FamarS und vor DaleneienneS. ImOct. 1193 verließ er die Armee, ward 1198 Vicepräsident des HofkriegSrathS,1801 Geheimerath und Feltmarschall, und starb d. 1. April 1801 zu Wien .

Ferreira (Antonio), einer der elastischen Dichter Portugals , geb. zuLissabon 1528. Er vervollkommnete die schon von Seide Miranda mit Erfolg be-arbeiteten Gattungen der Elegie und Epistel, und gab der portugiesischen Poesieüberdies das Epithalamium, das Epigramm, die Dde und Tragödie. Seine„Jnes de Castro" ist die zweite regelmäßige Tragödie nach ^'Wiederherstellung derWissenschaften in Europa ; nur Trissino ging ihm mit der „Sopbonisbe" voran.Sie wird noch jetzt, wegen des erhabenen Pathos und der Vollkommenheit desSkpls, von den Portugiesen als eins der schönsten Denkmäler ihrer Literatur be-trachtet. Übrigens sind die Werke F.'S nicht zahlreich, da sein Richteramt ihmwenig Muße übrig ließ, und er schon 1569 starb. Dias Gomes sagt von ihm: „DieLecture des Horaz, die Begierde, Miranda nachzuahmen, und die natürliche S trengeseines Geistes wurden ihm Veranlassung, nach Kürze in der Schreibart zu streben;aber er geht darin so weit, daß er den Wohlklang fast immer dem Gedanken auf-opfert. In allen seinen Werke» sind Verstand und Tiefe die charakteristischenKennzeichen. Seine Gemälde sind ernst, aber ei» wenig geringfügig; sein Ausdruck,wehr kräftig als sanft, ist sehr lebendig und voll jenes Feuers, das den Geist erhebtund das Herz erwärmt. Er verstand das nlilo llulei des römischen Lyrikers".Seine „l'»eni->!i lu-utanu-i" erschienen zuerst gesammelt Lissabon 1598, 4., und„Tocl.ix > 1 » »Inas tle IV'ereil,',", Lissabon 1111, 2 Bde.

FerreraS (Juan de); ein span. Geschichtschreiber, geb. zu Labaneza 1652von edeln, aber armen Altern. Ein väterlicher Dnkel übernahm die Erziehung desjungen F. und sandte ihn ins Iesuitencollegium von Montsort dc Lemos. Nach-dem er hier Griechisch und Lateinisch gelernt hatte, studirte er nach und nach in 3Dominicanerklöstern Poesie, Berettsamkeit, Philosophie und Theologie. Überallzeichnete er sich durch Scharfsinn und Fleiß aus; zugleich machte er sich durch sei-nen sanften Charakter sowie durch seine gute Aufführung beliebt. F. war zum geist-lichen Stande bestimmt und vollendete seine Studien auf der Universität zu Sala-manca. Nachher zeichnete er sich als Pfarrer durch seine gcisil. Beredisanikcit aus.In dem Umgänge des Marquis de Mendoza, eines Kenners der Musen und derGelehrsamkeit, gewann er nicht nur an Kenntnissen, sondern lernte auch die schwereKunst des Geschichtschreibers. Späterhin erwachte seine Neigung zur Theologievon Neuem, und er schrieb einen vollständigen CursuS derselbe». Sein Name wurdeimmer bekannter. Er stieg von einer Ehrensielle zur andern und wurde selbst beider Congregakion der Inquisition angestellt. Andre Ehrenämter schlug er aus.Die neue spanische Akademie ernannte ihn 1113 zum Mitgliede; er war an dem