Band 
Vierter Band. F bis G.
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Ferro Fesch

1739 erschienenen spanischen Wörterbuchs ein fleißiger Mitarbeiter. Zu gleicherZeit ernannte ihn Philipp V. zu seinem Bibliothekar. Hier sehte er seine früherangefangene beschichte Spaniens fort. Nachdem er mehre Jahre in diesem Amtegestanden hatte, starb er 1735 im 83. Jahre seines Alters. Er hatte im Ganzen38 Werke verfaßt, von denen jedoch nicht alle durch den Druck bekanntgemachtworden sind. Die „llirUcnsi, sts I sp.ins" (Madrid 1700—27, 16 Bde., 1.)ist sein wichtigstes Werk. Er hat sich dadurch sehr um die Berichtigung und Auf-hellung der Geschichte Spaniens verdient gemacht. Dieses Werk geht vom erstenUrsprünge der spanischen Völkerschaften bis 1589, und verdient meist unbedingte«Vertrauen. Der LMyl ist rein, männlich und gedrängt, -ber nicht immer elegantund belebt. In dieser Hinsicht übertrifft ihn Mariana,

Ferro, die westlichste unter den cananschen, der Krone Spanien gehörigenInseln, l^lAM., 5000 Emw. Sie ist wasserarm, hak aber einen großen Linden-baum, dessen Blätter aus einer über ihm stets ruhenden Wolke Tropfen sammeln,die eine Zisterne füllen. Die mehrsten Geographen ziehen östlich neben dieserInsel (20" westl. von Paris ) den ersten Mittagskreis.

Fersen (Axel, Graf), Reichsmarschall, au? einer alten liefländische» Fa-milie, die seit der Regierung Christinen?, Karls X. und XI. Schweden viele wich-tige Männer geliefert hat, geb. zu Stockholm gegen 1750, vollendete unter Leitungseines Vaters seine Studien in Schweden und ging nach Frankreich , wo er Ober-ster des Regiments lloval 8M<lc>U wurde. Er diente nun in Amerika und reistenach England und Italien. Als die Revolution in Frankreich ausbrach, zeichnetesieh Graf F. durch seine Anhänglichkeit an die königliche Familie aus. Er trotztealleii Hindernissen, um dieser unglücklichen Familie, während ihres Aufenthalts imTeniple, Trost und Linderung ihres Elends zu gewähren, wie er früher auch ihreFlucht nach VarenneS eingeleitet und sie selbst, als Kutscher verkleidet, ausPariögebracht hatte. Als er Frankreich hatte verlassen müssen, hielt er sich in Wien ,Dresden und Berlin auf, und kehrte endlich nach seinem Vaterlande zurück, woihn der König zum Großmeister seines Hauses, Ritter seiner Orden und Kanzlerder Universität llpsala ernannte. Der Graf von F. siel in dem Auftaufe, welcheram 20. Juni 1810, nach dem Tode des Prinzen von Holstein-Augustenburg, derkurz zuvor zum Kronprinzen erwählt worden war, in Stockholmausbrach, als einOpfer der AolkSwmk, bei dem Leichenbegängnisse dieses Prinzen. Die Ursachewar der grundlose Andacht, daß F. und seine Schwester an dem plötzlichenTode des Prinzen Schuld hätten.

Fescennische Verse, von der Stadt Feftennia in Etrurie», wo siezuerst gebräuchlich waren, so genannt, bestanden in Gesprächen zwischen 2 Land-leuten, die sich einander in muthwilligen, oft schlüpfrigen oder schmutzigen Aus-drücken ihre Fehler und Gebrechen vorwarfen; also eine Art von dramatischen Ge-dichten. vielleicht aus dem Stegreife. Die jungen Römer sangen sie vorzüglichbeim Ärntefeste ab, begleitet mit mimischen LeibeSbewegungen. Kaiser AugustuS verbot die öffentliche Aufführung derselben als unsittlich.

Fesch (Joseph), Cardinal, Erzbischof von Lvon, ein Onkel von Napoleon ,geb. zu Ajaccio den 3. Jan. 1763. Sein Vater, Franz Fesch, kam von Basel ,als Oberstem, im Schweizerregimente Boccard, nach Corsika. Seine Mutterwar die Wittwe Ramolini (Mutter der Madame Lätitia, verehel. Bonaparte, geb.1750), welche in zweiter Ehe sich mit Franz Fesch verheirathet hatte. Bis zuseinem 13. Jahre ward er in Corsika. hierauf im Seminarium zu Aix erzogen,wo er sich noch befand, als die Reichsstande zusammenberufen wurden. Wäh-rend der SchreckenSpcriode begab er sich nach Savoyen zur Armee des GeneralsMontesquieu , wo er als KriegScommiffair angestellt wurde. Dieselbe Funcrionbekleidete er 1796 bei der von Bonaparte befehligten Armee in Italien ; er trat erst