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Feßler
Niederungarn geboren, woselbst sein Baker als verabschiedeter Wachtmeister denherrschaftlichenGasthofin Pacht hatte. Von seiner Nlukter, einer strengen Katho-likin, gebildet und dem Kloster bestimmt, trat er 1113 in den Drden der Capuzinerzu Mödling und wurde 1181 in das Kloster zu Wien verseht. 1183 ernannteihn der Kciser Joseph, den, er, in Verbindung mit dem Prälaten von Rauten-strauch u. A., vieles von dem damaligen Unfug in Lehre und Handlungen in denKlöstern eindeckt hatte, wofür ihn die Mönche aufs grimmigste anfeindeten, an-fänglich zum Lector, dann zum Professor der orientalischen S prachen und der Her-meneutik des alte» Testaments auf der Universität zu Lemberg ; auch traten indemselben Jahre, in der Loge Phönix zur runden Tafel i» Lembcrg, in den Frei-maurerorden. Zugleich wurde er, auf sein Verlangen, gesetzlich aus dem Capuzi-nerorden entlassen. Sein Lehramt verwaltete er bis 1188; denn als er 1181 seinTrauerspiel „Sidnev" auf das Theater von Lemberg gebracht hatte, verwickeltenihn seine Feinde >n einen fiscalischen Proceß, denuncirten das Stück als gottlosund aufrührerisch, und nöthigten F., der bei der eben ausgebrochenen Revolu-tion in den Niederlanden keiner günstigen Entscheidung seiner Sache entgegensah,auch seine Lage als unsicher betrachtete, im folgenden Jahre, sein Amt niederzulegenund sich nach Schlesien zu flüchten. Hier fand er bei deni Buchhändler W. G.Korn zu BreSlau eine freundliche Aufnahme und wurde bald bei dem Erbprinzenvon Karolath angestellt, der ihm, als er seinem Vater in der Regierung folgte, denUnterricht seiner Söhne übertrug. 1191 trat F. zur lutherischen Religion überund ging 1196 nach Berlin , woselbst er anfänglich als Privatmann von dem Er-trage seiner schriftstellerischen Arbeiten lebte, einige Vereine (Mittwochs- und Hu-manitätsgesellschaftcn genannt) stiftete, endlich aber von den Brudern der LogeRoyal-Pork in Berlin den Auftrag erhielt, mit Fichte die Statuten und das Ri-tual dieser Loge (deren Vorsitzer er später einige Zeit ward) zu reformiren: eineSache, die in der Frcimaurerwelt viel Aufsehen machte. Bald darauf erhielt ereineAnstellung als Consulent für die katholischen, neu erworbenen polnischen Pro-vinzen. Er hatte in Berlin gebeiralhet und lebte auf eineR kleinen erkauftenLandntz (zu Kleinwall), ein Paar Meilen von der Stadt, als die Folgen der jenaerSchlacht auch ihn trafen. Er verlor sein Amt, mußte sein Grundeigenthum mitVerlust verkaufen, ließ sich in Niederschönhausen bei Berlin , und bald darauf inBukow nieder. Keinen andern Erwerb jetzt vor sich, als der ihm aus seiner litera-risehen Thätigkeit entsprang, gedrückt von den harten Lasten des Krieges, umgebenvon einer zahlreichen Familie, deren einziger Versorger er sein sollte, geriekh er indie traurigste Lage und lebte oft nur von den Gaben, die ihm die Brüder verschie-dener Loge» zukommen ließen. Endlich wurde er 1809 mit dem Charakter einesHofrarhs, als Professor der orientalischen Sprachen und der Philosophie bei derAlerander-NewSky-Akademie, mit einem Gehalte von 2,100 Rubeln nach Peters-burg berufen. Lange dauerte jedoch diese glückliche Lage auch nicht. Er verlorsein Amt oder nahm seine Entlassung, weil ein griechischer Priester, Theophilakt,seine Lehre der Philosophie des Atheismus beschuldigte. Dann wurde er zumMitgl. der GesehgebungScvmmission mit 2500 Rubeln Gehalt ernannt, und er-hielt dabei die Erlaubniß nach WolSk zu gehen, im saratowschen Gouvernement,um dort die philanthropischen Ideen des Collegienratheü Slobin, eines großenGutsbesitzers, realiflren zu helfen. 1816 verlor er seinen Gehalt als Mitgl. derGesetzgebungscommission, erhielt ihn aber 1811 mit allen Rückständen wieder.Hierauf lebte er zu Sarepta, dem Hauptfltze der Herrnhuter in jenen Gegenden.Hier mit diesen sich aufs engste verbindend und, wie, freilich nicht sehr glaubwür-dig, in der Schrift des Pastor Limitier: „Meine Verfolgung in Rußland rc.", be-hauptet wird, den Plan fassend, die Tendenzen des IesuitiSmuS und der römi-schen Hierarchie in die protestantische Kirche, durch das Medium des Herrnhutia-