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Fest- und Feiertage Feste (kathol.)
nismiis, überzupflanzen, blieb er bis 1820, wo es ihm bei der neuen Organi-sation des evangel. Kirchenwesens und bei Errichtung von Provinzialconsisteriengelang, durch die in Petersburg erlangten und seinen mystisch.religiösen Ansich-ten zugethanen, einflußreichen Gönner, in einen bedeutenden Wirkungskreis alsSuperintendent und Consistorialpräsident nach Saratow zu kommen, wo er, denvon dorther erschollenen Nachrichten zufolge, den in seinen zahlreichen Schriftensich vorfindenden mystisch-frömmelnden und hierarchischen Ansichten Anwendungzu verschaffen sucht, Über sein Wirken als Maurer und auf die Maurerei (wel-chen Orden er 1802 verließ) findet man in dem ersten Bande von Lenning's „En-cyklopädie der Freimaurerei" genügende Aufschlüsse. F. hat viel geschrieben; be-sonders machten seine historischen Romane: „AristideS und Themistokles",„Matthias Corvinus", „Mark-Aurel ", „Attila" :c. eine Zeit lang Aufsehen. Daindeß in allen seinen Werken eine gewisse Eintönigkeit herrscht, in mehren der-selben aber, wie z. B. „Abälard und Heloise ", der „Nachtwächter Bendir",„Alonso" u. s. f., eigenthümlich mystische Ansichten die Grundlage bilden, so hatsich sein Ruf als Autor nicht dauernd in gleicher Höhe behauptet. Sein be-deutendstes Werk ist die „Geschichte der Ungarn und deren Landsassen" (Leipzig seit 1812), mit dem 10. Theile vollendet. Höchst interessant ist seine Autobio-graphie: „Feßler's Rückblick auf seine 70jährige Pilgerschaft ic." (BreSlau 1826).Auch haben er und der k. russ. Staatsrath PesaroviuS in besondern Schriften1823 auf die gegen F. erhobene öffe»kliche Anklage des abgesetzten Predigerszu Saratow , Limitier, geantwortet.
Fest- und Feiertage, dem gemeinsamen Gottesdienste der Kirche ge-widmet, sind theils bewegliche (f., d.), theils unbewegliche, theils beson-dere Feste. Man ist in Preußen, Ostreich u. a. Staaten bemüht gewesen, ihreZahl durch Abschaffung oder durch Verlegung auf den nächsten Sonntag zu ver-mindern. Dagegen fehlt es unserm Gottesdienste an Festtagen, welche mit dendie Religiosität der Menschen ansprechenden Perioden der,Natur in Berührungwären. Ein kirchliches Frühlingsfest, ein allgemeines Ärnte- und Herbstfest,eine allgemeine Todtenfeier, und, seit der Befreiung Deutschlands , erhebende Festeder Dankbarkeit, Erinnerung und Stärkung der Nationalkraft, mit weltlichenFesten verbunden, wären treffliche Mittel, um, mit Beihülfe passender Feierlich-keiten, den äußern Gottesdienst zu heben. Denn nur dieser ist wegen der einför-mige» Kirchengeb-äuche gesunken, nicht aber die wahre Religion, welche ihrenAltar in jedem denkenden und fühlenden Menschenherzen findet und ihren Gottes-dienst ohne Rücksicht auf den Calender hält. (S. Bewegliche Feste.) Überdie Feste der alten Christen s. Augusti'S „Denkwürdigkeiten aus der allen christl.Archäologie w." (Leipz. 1817 — 20, 3 Bde.) und Zyliegan, „Die ältern undneuern Feste aller christlichen Confessionen" (Danzig 1825). ^
Feste. Alle Religionen habe» Feste, diese Feste erhalten und erneuendas religiöse Leben. Wie die Religion sich überhaupt den sinnlichen Menschen insinnlicher Weise nähern muß, so geschieht das insbesondere bei den Festen, wogleichsam die Zeiten heilig werden. Tertullian sagt in seinem Buche von der Ab-götterei: „Wir fürchten nicht für Heiden gehalten zu werden; wenn man auch derSinnlichkeit ihre Rechte einräumen muß, so haben wir auch dies; ich meine nichtbloß deine (heiligen) Tage, sondern noch eine größere Zahl, denn die Heiden feiernjedes Fest nur einmal im Jahre, du aber jeden achten Tag (Sonntag); berechnedie einzelnen Feierlichkeiten der Nationen, und du wirst finden, daß sie der heiligenPfingstzeit nicht gleich kommen". — Es gibt wol keine Religion, welche ganzrein aus sich, ohne alle Einwirkung andrer schon bekannter Religionssinnesarten,sich ausbildete; das vorhandene Altere wirkt unwillkürlich ein, sei es nun, daßman es sich aneignet oder es bekämpft. So sind die Spuren des Indischen im