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Feste (kathol.)
Zudcnthum unverkennbar, so ist das Christenthum aus dem Zudenthum hervor-gegangen, und verkehrte mit dem Heidenthum, indem «S dasselbe bekämpfte, unddas Heitere, was es den Völkern bot, in erhabener Weise zu ersetzen suchte. Wen-den wir das auf die Feste an, so werden wir uns nicht wundern, daß für so vielechristliche Feste die Anklänge in fremden Religionen sich finden. Das erste Fest,das die Christen feierten, war der Auferstehungstag des Herrn, er fiel mit demOsterfeste der Zuden zusammen; der Tag der AuSgießung des heiligen Geistes er-setzte die jüdischen Pfingsten. Eine wöchentlich wiederkehrende Auferstehungsfeierwar der Sonntag, zugleich ein Surrogat des jüdischen Sabbaths. — Die Festetheilten sich mannigfach ab: in Wochen - (Sonntag) und Jahres- oder eigentlicheFeste, in ordentliche oder außerordentliche, unbewegliche und bewegliche, große undhohe (;. B. Ostern, Pfingsten, Weihnachten), mittlere und kleine, ganze undhalbe, alte und neue, allgemeine und besondere. — Ordentliche bewegliche Festesind z. B. Ostern, Pfingsten u. s. w., unbewegliche: Weihnachten, Michaelis-,DreikönigS-, Lichtmeß-, Zohannis-, Marienfeste u. s. w. AußerordentlicheFeste oder Feiertage werden in besondern Fällen von den Landesregierungen ange-ordnet. So z. B. in neuern Zeiten die Feier des 18. Oct., des 18. Juni u. s. w.In den ersten Jahrhunderten war die Zahl der kirchlichen Feste noch sehr gering,welches aus den drückenden Verhältnissen, womit das Christenthum anfangs zukämpfen hatte, nicht schwer zu erklären ist. Zn den ältesten Zeiten finden wir,außer dem Sonntage, nur noch den stillen Freitag, Ostern, Pfingsten und dienicht genau bestimmten Gedächtnißtage einiger Märtyrer, wozu noch seit dem 4.Jahrh, das Weihnachtsfest kam, als heilige Zeiten der Christen angeführt. Ob-gleich aber in der Feier dieser Feste der jüdische, zum Theil auch heidnische Ursprungunverkennbar ist, so ward doch später durch besondere Kirchengesetze verordnet, daßdiese Feste nicht in Gemeinschaft mit Zuden, Heiden, Häretikern gefeiert werdensollten. Die Grundidee und Absicht dieser heiligen Zeiten und Feste war, die Er-innerungen an die Hauptwvhlthaken des Christenthums und die Person des Hei-landes lebendig zu erhalten, zum Dank gegen die göttliche Vorsehung aufzufodernund zur Ausübung christlicher Tugenden zu ermuntern. Man suchte sich durchFasten auf die würdige Feier derselben vorzubereiten und betrachtete die Feste selbstals Freudentage, wo sich der Christ, durch keine profanen Geschäfte gestört, nurmit froher Betrachtung und Übung des Heiligen beschäftigen sollte. Diese Fest-freuden aber sollten so wenig in Sinnenlust ausarten und von den heidnischen Ge-wohnheiten so sehr sich unterscheiden, daß die christliche Kirche von dem Augen-blicke an, wo sie im «raate zu herrschen anfing, keine ernstlichere Angelegenheitkannte, als die Staatsgewalt um die Beschützung der heiligen Tage und Gebräucheund das Verbot aller öffentlichen Lustbarkeiten, wodurch die Heiligkeit des Gottes-dienstes beeinträchtigt werden könnte, anzurufen. Auf diese Weise vereinigtendie christlichen Feste das ernste Sittliche der jüdischen Feste, und nahmen zugleichaus dem jovialen Heidenthum eine gewisse Liberalität und Heiterkeit an. Obgleichdie heiligen Tage Ferien, d. i. solche Tage waren, an welchen alle öffentliche undgerichtliche Arbeiten, sowie alle die Andacht störende Lustbarkeiten unterbleibenmußten, so wurden doch alle sogenannte Noth - und Liebeswerke erlaubt, ja gebo-ten. Dagegen ward die Theilnahme an dem Gottesdienste jedem Christen zur be-sondern Pflicht gemacht, und nicht nur die gottesdienstlichen Örter, sondern auchdie Wohnungen der Christen auf eine ungewöhnliche Art ausgeschmückt, auch dieChristen zu einer anständigen und feierlichen Kleidung ermähnt. Man enthieltsich alles Fastens und hielt die Liebesmahle (Agapen), und nach deren Abschaffungwurde es den Reichen zur Pflicht gemacht, die Arme» zu speisen oder durch Almo-sen zu unterstützen. — Sowie die Religion als eine gewaltige Herrin das Lebenergriff, so ergriff sie auch das Zahr und die Zeit. Es bildete sich ein vollständiger