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Feste (kathol.)
Kirchencalender aus, der das Jahr nach den Festen eintheilte, die Zeit heiligte.Die Feste theilten das Jahr in 3 Hauptcyklen. Zwar nicht der geschichtlichenEntstehung nach, aber doch im Kirchencalender der 1. CykluS, ist der WeihnachtS-cykluS oder die Zeit des Andenkens an die Menschwerdung, Geburt und das Lehr-amt des Heilandes. Diese heilige Zeit beginnt mit dem ersten Advent (s. d.)und dauert bis zum Epiphaniafeste. Wann das Weihnachtsfest (s. d. > ent-standen, und über die Veranlassung seiner Entstehung sind die Meinungen gleichgetheilt, und es genügt uns, die Ansicht v. Hammer'S anzuführen, daß bei denÄgyptern das GeburtSsest des HarpokrateS , bei den Persern das des Mithras, unddasselbe auch bei den Römern am 25. Dec. gefeiert worden, daß alle Festlichkeitender Thristmeßnachk und der darauf folgende» 12 Tage sich schon in den von denÄgyptern, Jndiern und Persern um diese Zeit begangenen Spielen und Erlusti-gungen finden, und daher die Kirche gerade diesen schon heidnisch-feierlichen 25.Dec. zum Geburtsfeste des Herrn gewählt habe. Es lst allerdings keine ganz ver-werstiche Vermuthung, daß auf solche Weise eine heidnische Zeit zu heiligen versuchtworden. Erwägt man, daß der Mithrasdienst mit dem Sonnencultus zusam-menfällt, und daß mehre alte Kirchenhymnen von Weihnachten unverkennbare Be-ziehungen und Anspielungen auf das ehemalige Sonnenfest enthalten, so wird dievon Hammer'sche Hypothese keineswegs ganz unwahrscheinlich scheinen. AufWeihnachten , ein GeburtSsest, folgen unmittelbar 3 Todesfeiern, der Gedächt-nißtag des Märtyrers StephanuS , gegen das vierte bis fünfte Jahrh, hinentstanden, des Evangelisten Johannes , und der unschuldigen Kinder. Acht Tagenach Weihnachten wird das Fest der Beschneidung und des Namens Jesu gefeiert,und damit das Neujahrsfest verbunden. Eins der merkwürdigsten Feste war dieEpiphania am 6. Januar, mit der vor Entstehung des Weihnachtsfestes auch dasGeburtsfest des Herrn verbunden war. Dieses Fest vereinigte in sich alle Denk-würdigkeiten aus dem Leben Jesu , wodurch die göttliche Vorsehung seine Beglau-bigung als Sohn und Gesandter Gottes, vom ersten Augenblicke seines irdischenDaseins bis zum Antritt seines Lehramtes, verherrlichte. Das ganze Jugendle-bcn Jesu sollte durch dieses Fest in einer historisch-pragmatischen Übersicht darge-stellt werden. Daher kann es nicht befremden, wenn so verschiedene Momenteaus der heiligen Geschichte, wie die Geburt des Heilandes, so lange dafür nochkein eignes Fest angeordnet war, die Erscheinung der Magier, die Taufe Christi im Jordan und das von Jesus verrichtete erste Wunder zu Kana in Galiläa anein-andergereiht wurden. Merkwürdig ist es doch auch, daß derselbe 6. Jan. dasgrößte Fest der Ägvpter war, an welcbem die Epiphania des OsiriS gefeiert ward,ein Fest der Freude des gefundenen OsiriS. — Der 2. Cyklus sind die Ostern(s. d.) oder die heiligen Tage zur Feier des Todes und der Auferstehung JesuChristi. Das Palmfest eröffnet diese durch die lOtägigen Fasten vorbereitete Oster-seier. Die griechische Kirche hat dieses Fest schon früh, die lateinische erst gegendas 7. Jahrh, hin zu feiern angefangen. Am grünen Donnerstage wird das Festdes heiligen Abendmahls und des FußwaschenS gefeiert. Schon im 1. Jahrh,finden sich Spuren dieses Festes in der afrikanischen Kirche, und in den folgendenJahrhunderten in den übrigen Kirchen. Über den Ursprung des Namens „grünerDonnerstag" (s. d.) sind die Meinungen getheilt. Es folgt Charfreitag, dasFest des Todes Christi , zugleich ein Tag des Schmerzes und der Trauer. DieFeier dieses Tages ist so alt als die Oster- und Sonntagsfeier. Der heiligeSabbath, oder der heilige Osterabend, ist unter allen jüdischen Sabbathragen dereinzige, den die christliche Kirche beibehalten harz das Hauptdogma dieses Festesist das Hinabsteigen des Heilandes in die Unterwelt, und die Taufe auf den TodJesu. Endlich erscheint das heilige Osterfest oder die Feier der Auferstehung JesuChristi , das älteste christliche Fest und das größte, indem alle Sonntage des Iah-