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Vierter Band. F bis G.
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102 Feyerabend (Familie) Fiber

bewahrt, das mit einem eingeschliffenen Glasstöpsel versehen ist, und man hat au-ßerdem bloß für einenVorrath von Schwefelhölzchen zu sorgen; denn mit einemsolchen nimmt man beim Gebrauch etwas Phosphor aus dem Gläschen auf, undreibt es ein wenig am Rande des lehkern oder an einem andern Körper, so erfolgt so-gleich die Entzündung des Schwefelhölzchens, um damit ein Licht anzustecken. DerGebrauch dieses Feuerzeugs erfodert Vorsicht, indem z. B. das Zerbrechen des Gläs-chens mit augenblicklicher Entzündung seines Inhalts verbunden sein würde. ZurVermeidung dieser Gefahr muß das Gläschen mit einer Blechkapsel versehen sein.Da jedoch der Phosphorgeruch, zumal in Verbindung mit dem Schwefelgerüche, fürfeine Riechnerven angreifend ist, so eignet sich diese an sich wohlfeile Vorrichtungnicht zu Jedermanns Gebrauch. 5) Das chemische Feuerzeug, s. Eupy-rion (Schnell- oder Gutfeuerzeug). 8) Das galvanische Feuerzeug Wol-laston's. In einem an beiden Enden offenen, etwas plattgedrückten silbernenSchneiderfingerhut wird ein Zinkplättchen isolirt befestigt. Vom Zink und von,Silber erheben sich Drähte, welche durch ein kurzes, sehr dünnes Stückchen Platin-draht mit einander Gemeinschaft haben. Taucht man nun den Fingerhut in ver-dünnte Salpetersäure, so wird der Platindraht glühend, sodaß man Zunderschwammdaran anzünden kann. 7) Als Geschwindfeuerzeug sind auch die Zündfidibuübrauchbar: 4 — 5 Zoll lange und etwa 1 Zoll breite Papierstreifen, deren jederan einem Ende mit einer Schwefelmaffe bestrichen ist, mit welcher ein über dasPapierende hervorragendes Streifchen eines sehr entzündlichen Feuerschwammsfest vereinigt ist. Der schwamm wird, wie gewöhnlich, auf der Kante einesFeuersteins (am besten eines Flintensteins) angeschlagen, und wenn der Stahl gutund der Stein nicht allzu stumpf ist, so wird selten ein Schlag versagen. Derglimmende schwamm entzündet dir Schwefelmaffe, und diese entflammt danndas Papier, um daran wieder ein Licht w. anzustecken. Endlich hat Döbereinerneuerlich entdeckt, daß, wenn ein anhaltender Strom Wafferstoffgas auf geglühe-tes, saizsaures, ammoniakalisches Platin gerichtet wird, das Platin zum Glühenkommt, und davon die Anwendung zu einer neuen Art von Feuerzeugen gemacht.S. Gilbert's „Annalen ", 1824, St. 1.

Feyerabend, eine Familie zu Frankfurt a. M., berühmt im 16. Jahrh,durch eine Menge von Künstlern und Literatoren, welche aus ihr hervorgingen.Der älteste, den man kennt, Johann F., ein Holzschneider, hat s. Werke mit denbeiden Anfangsbuchstaben seines Namens bezeichnet und soll ein N. Test. in latein.Sprache mit s. Holzschnitten verziert haben. — HieronymuS und Johann F.waren ausgezeichnete Buchdrucker. — Christoph F. war Vers. einer deutschenUbers. der Commentarien von Julius Cäsar (Fkf. 1565, 1588 u. 1620, Fol.). —Sigismund F., Zeichner, Holzschneider und Buchdrucker, besorgte trefft.AuSg.alter Schriftsteller, worunter sich die des LiviuS(1568, Fol., mit saubern Kupferst.von Ioffe Amman ) auszeichnet. Papillon führt eine Sammlung von Figuren ausder Bibel an (1569, 4.), welche mehre Blätter, mit den Anfangsbuchstaben desSigism. F. bezeichnet, enthält. Auch spricht er von „lonne, »ovi i<-8t.inieul> »i lok-1 ünlnslii.i 5in^»l,iri oxsirerx.-ie" (1571, 4.), worin sich Kupferst. von diesemKünstler befinden sollen. Sigism. F. war auch Herausgeber folgender Sammlun-gen: 1) „ Vnn.ilcx seu Ickstoria rei n», beljsieui un> n cklvt'iickx onlorlbus .ick

bneo usguv nr>8t>.-> temyoi-, eousei i^tae et ckoiluct.io" (Fkf. 1580, 2 Bde., Fol.);

2) „älonuinvnvi ülnsti iniu «u »üitinue et lloelrina virornni t'i^uri; ,n tilioiosir-8 >, 1>!,8 exyrexs.i" (ebend. 1585, Fol.). Er gab ferner auf s. Kosten das „6vn.ie-eenin", eine Sammlung von Fraucntrachten, heraus. — Karl SigismundF. folgte 1580 seinem Vater in demselben Gewerbe. Er hat mehre Kupferstich-sammlungen erscheinen lassen.

Fiber, Fibern, die feinen Fasern oder zarten Fäden, mit welchen die