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Fichtelberg Ficimig
simg zum seligen Leben" (Beil. 1806). Den Meist zu erheben über Körper undSinnlichkeit, nur des Geistes Leben als wahres Leben, alles Andre als Scheinlebendarzustellen, und dadurch das Gemüth zu entstamme» zu höchster Reinheit, Tugendund Selbstverleugnung, das war sein tägliches Streben als Lehrer und Schriftstel-ler, und was ihm so herrlich gelang in den jungen Gemüthern, nicht bloß durch dieihm ganz eigne Kraft des Gedankens und der Sprache, sondern mehr noch durch dieGewalt seines ganzen Seins, dadurch, daß er es nicht bloß sagte, sondern war. Dennwas diesem außerordentlichen Geiste die Krone aufsetzte, war ein Herz, wahr undrein, und empfänglich für alles Schöne und Gute, für Freundschaft und Liebe, eineunerschütterliche Rechtschaffenheit, die höchste Wahrheitsliebe und wahrer Helden-muth in Vertheidigung derselben, der bei derFestigkeit s. Überzeugung und bei derAbgeschlossenheit s. Charakters jedoch oft in Eigensinn, Hartnäckigkeit und wissen-schaftliche Unduldsamkeit ausartete, was ihm nicht selten große Unannehmlichkeitenund Feindschaft zuzog. Mit welchem Muthe trat er 1808, mitten in dem von Fran-zosen besetzten Berlin, als echter deutscher Mann auf, hielt s. „Reden an die deutscheNation " (Berl. 1808), und verkündigte schon damals den Kampf des guten Prin-cips mit dem böse», den wir hernach so herrlich in d« Wirklichkeit übergehen sahen.Wie F. für das Gute lebte, so starb er dafür. Seine würdige Gattin, eine geb.Schweizerin, hatte sich, nicht bloß aus eignem Antriebe, sondern auch auf s. Auf-foderung, der Sorge für die Militairhospitäler in Berlin gewidmet; sie ward vomHofpitalsteber befallen, von dem sie wieder genas; ihn traf es, um ihn am 29. Jan.1814, in seinem 51. I., der Welt zu entreißen. Er hinterließ einen Sohn, Im-manuel Hermann, der sich ebenfalls der Philosophie gewidmet und „Bei-träge zur Charakteristik der neuesten Philosophie" (Sulzbach 1829), auch „I. G.Fichte'g Leben, beschrieben und mir einer Sammlung »»gedruckter Briefe undActenstücke" herauSgeg. hat (2 Thle., b. Cotta, 1830).
F i ch t e l b e r g. Zwei Berge führen diesen Namen: 1) Der Fichtelbergim Furstenthume Baireuth (bairischen Dbermainkreise), aus dem mehre Berg-reihen nach allen Gegenden auskaufen. Er ist mit Fichten bewachsen und hatgegen 7 Meilen in der Länge und über 4 in der Breite. Die Hauptmasseder beiden Bergrücken, aus denen dieses Gebirge besteht, ist Granit, die Seiten-zweige aber, vorzüglich gegen die Regnitz hin, sind Kalkstein. Er ist reich anEisen, Vitriol, Schwefel, Kupfer, Blei, Marmor. Bei Wunsiedel sieht manauf einer Anhöhe dieses Gebirges die Lupenburg, worauf das zerstörte RaubfchloßRudolfstein gestanden. Die vornehmsten Spitzen sind der Schneeberg, 3682 Fußhoch, der Dchsenkopf, 3621 F., der Fichtelberg, 3521 F., der Zinnberg, 3316F. hoch. Auf dem Schloßberg ist der Fichtelsee, ein ganz mit Moos und Schilfbewachsenes Gewässer, 154 Schritt im Umkreise. Es entspringen auf diesemGebirge die Saale, Eger, Nabe und der Main . 2) Der kleine Fichtel-berg bei Wiesenthal, der höchste Berg (3131 par. F.) im sächsischen Erzgebirge .Auf ihm entspringen die Zschopau, Mitweidaic., die schöne Wasserfälle bilden.S. Helfrecht'S „Beschreib, des FichtelgebirgeS" (2 Thle., 1199), und die „Physik,statist. Beschreib, des FichtelgebirgeS von Goldfuß und Bischof" (Nürnb. 1811,2 Thle.).
Ficinus (Marsilius), ein berühmter Arzt zu Florenz , welcher um dasStudium der Plakon'schen Philosophie in Italien sich großes Verdienst erworbenhat. Sein Vater war Leibarzt des ältern Cosinus von Medici , den dieser sehrschätzte. F. war 1433 zu Florenz geb.; da man ausgezeichnete Talente in ihm er-blickte, so ließ Cosinus ihn in den alten Sprachen unterrichten. Späterhin trug erihm die Übersetzung des Plato und der Neuplatoniker ins Latein, auf und bedientesich seiner zur Stiftung einer Platonischen Akademie (um 1440). F. unternahmdieses Geschäft mit um so größerer Liebe, weil er die Platonische Philosophie als ein