Band 
Vierter Band. F bis G.
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Fieber (gelbes)

Functionen im Körner (Durst, Mangel an Eßlust, Abgeschlagenheitic.) Hinzugesel',len. Fieber begleitet die meisten Krankheiten des Körpers und ist theils eine heilsameBestrebung der Natur, die Krankheit glücklich zu heben, theils ein Zeichen, daß dieKrankheit den Körper überhaupt und das Gefäßsystem insbesondere in bedeutendeMitleidenheit gezogen habe. So verlaufen die acuten Krankheiten (Katarrh, Brust-entzündung, Scharlach >c.) in Begleitung von Fieber und werden von diesem zurKrisis und glü Kichen Beendigung geführt; so nehmen selbst sieberlose chronischeKrankheiten den Fiebercharakter an, wenn sie so heftig werden, daß sie das Leben desganzen Körpers erifteife», z. B. bösartige Flechten, Abzehrungen rc. Als selbständigeKrankheitssorm erscheint das Fieber chronisch als kaltes oder Wechselfieber, acut alsreines Gefäß- oder Nervenfieber. Das Fieber zeichnet sich überhaupt durch einenregelmäßige» Verlauf und durch deutliche Krisen aus; der erste zeigt sich in den sogen.Stadien des Fiebers, deren man 5 annehmen kann: das der Vorboten, der Zu-nahme, der Höhe, der Abnahme und der Wiedergenesung; die Krisen treten in demZeitraume der Abnahme ein, und wenn sie gehörig von statten gehen, ist meistensder AuSgang ein glücklicher. Eintheilen kann man die Fieber 1) nach ihrem Typus,in anhaltende (l'ebi'es conliniuie Conti neu teH, in nachlassende (lebicn Conti»»»»reinilteules) und in auslohende oder Wechselfieber (lobren iuterinittouten); beiden anhaltenden Fiebern ist eine Fortdauer der Krankheit ohne Unterbrechung vor-handen ; bei den nachlassenden vermindert sich zu gewissen Zeiten die Zahl und Heftig-keit der Symptome (Nachlaß, Remission) und kehrt zu andern wieder in frühererStärke zurück (Verschlimmerung, Exacerbation); bei den aussetzenden Fiebern ver-schwinden für eine Zeit lang die wesentlichen Symptome ganz (Intermission, Apy-rexie) und kehren als Anfall, Paroyismus wieder zurück; diese letzter» aussetzendenoder Wechselfieber theilt man wieder nach der Länge der typischen Periode ein ineintägige (>,»oli, >»>»-,e), bei denen der Anfall täglich, dreitägige (lerii»»:»), beiwelchen er einen Tag um den andern, viertägige (>>>»,ru.i»»-), bei welchen er amvierten Tage wiederkehrt. 2) Nach ihrer Dauer und der Regelmäßigkeit ihresVerlaufs theilt man die Fieber ein i» acute und chronische. 3) Nach ihrem Cha-rakter in Entzündungsfieber, Nervenfieber, Faulfieber. 4) Nach den dabei vorkom-menden örtlichen Krankheiten oder besondern Zufällen in Darmsieber, Gallenfieber,Schleimfieber, Schnupfenfieber, AuSschlagSfieber, Wundfieber w. Die Be-handlung der Fieber kann, wie man aus dem Bisherigen ersieht, weder eine all-gemeine, für alle Fieber passende, noch auch eine leichte sein; ja in den meistenFällen ist das Fieber gar nicht Gegenstand der ärztlichen Kunst, indem cS zur Heilunggewisser krankhafter Zustände wesentlich erfodert wird; es zu vertreiben, würde alsoein zwar leichtes, aber für den Kranken höchst verderbliches Unternehmen sein.Unter Fieber versteht der gemeine Mann meisientkeils nur das kalte Fieber, unterFiebermitteln also auch nur Mittel gegen diese Fieberart. Im allgemeiner» Sinnekann es in der rationnellen Medicin gar keine Fiebermittel geben. 16.

Fieber (gelbes), eine durch den Handel aus der neue» Welt nach Europa verpflanzte pestartige Krankheit, ist schon längst in den westindischen Colonien undin allen tropischen Gegenden als ein heftiges, mitGelbsucht und schwarzem Erbre-chen verbundenes Fieber einheimisch. Es vernichtete Cromwell'S Macht, als er163', Iamaica erobert hatte. Vorzüglich verheerend äußerte es sich seit 1si18;damals ward es zuerst in Deutschland bekannt, und von dem Engländer Hughesbeschrieben. 1si93 zeigte es zum ersten Male außer den tropischen Gegenden seineverheerenden Wirkungen. Westindische Schiffe hatte» es nach Philadelphia ge-bracht. 1198 wüthete es in den Vereinig. Staaten, und durch ein in Cadiz angekom-menes amerikanisches Schiff brach diese occidentalische Pest in der Nähe der Stadtaus und verbreitete sich in ganz Andalusien . Vorzüglich stark war die Sterblich-keit unter den jungen Personen männlichen Geschlechts. In drittehalb Monaten