Band 
Vierter Band. F bis G.
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Aielding 109

war höchlich beleidigt, und seine Erbitkcrung so groß, daß er Fielding, selbst »achdessen Tode, mir den unedelsten Schmähungen verfolgte; dieser hingegen schemrdiese feindseligen Angriffe nicht erwidert zu haben, und wenn er ungereizc die ersteBeleidigung zufügte, so ließ er auch zuerst vom Kampfe ab und gestand seinemNebenbukler öffentlich die Vorzüge zu, die ihm gebührten. Nach der Herausgabedieses Romans wollte er sich wieder zur Bühne wenden und schrieb ein Lustspiel,„Der Hochzeittag", tos letzte Stück, das bei seinen Lebzeiten aufgeführt wurde,aber im Ganzen wenig Beifall fand. In den nächsten Jahren gab er, außer ver-schiedenen Flugschriften, einen Band vermischter Aufsätze heraus, worunter auch„die Reise aus dieser in die andre Welt" war: eine Schrift, die viel von der ihmeignen Laune enthält. Darauf folgte die „Geschichte Ionakhan Wild'S des Gro-ßen", worin er einem berüchtigten Räuber eine Reihe erdichteter Abenteuer bei-legte. Wenn auch die Anlage des Buches ungeschickt, und die Schilderung desvollendeten Lasters zurückstoßend ist, so gibt es doch in F.'S berühmter» Werken we-nig Stelle», die mehr das Gepräge seines eigenthümlichen Geistes hätte», als dieScene zwischen dem Räuber und dem Gefängnißprediger. In derselben Zeit gaber die Iacobitcn-Schrift (,,'I'bo .I-x-olüte-.loui m>l") heraus, die gegen die Grund-sätze der Anhänger des Hauses Skuart gerichtet war. An ähnlichen Werken, be-sonders an der Zeitschrift ,,'l'I>e l,ll>.->»>pü»>", hatte er bedeutende» Antheil; abersein Eifer für die Grundsätze der Whigpartei blieb lange unbeachtet, währendS chrisksteller von weit geringern Vorzügen freigebig belohnt wurden. Endlich er-hielt er 17 td ein kleines Iahrgeld, nebst dem Amt eines Friedensrichters von Wes-tlichster und Mitdleser, das zu jener Zeit deßwegen verrufen war, weil dieser Be-amte, gegen die sonst gewöhnliche Einrichtung, für seine dem Gemeinwesen gelei-steten Dienste Gebühren erhielt, und dadurch verleitet wurde, jeden unbedeutendenStreit, der vor seinen Richterstuhl kam, anzufachen, und seinen Unterhalt vonDieben und Gaunern zu ziehen. F., nie zart und ekel in der Wahl seines Um-gangs, wurde es noch weniger in den Verhältnissen, worein sein Anu ihn brachte;doch hat ihm Niemand vorgeworfen, daß er dabei je die Grundsätze eines recht-lichen Mannes verläugnet habe, oder seine eigne Angabe bezweifelt, daß er einAmtSeinkonimen von 500 Pfund, in dem schmutzigsten Gelde auf Erden, wie er-jagt, auf 300 herabgcbracht habe, wovon ein ansehnlicher Theil seinem Schreiberzugeflossen sei. Während dieser Zeit schrieb er einige, durch seine Berufsgeschäfteveranlaßte Abhandlungen, unter Anden » eine Untersuchung über die Zunahme vonDieben und Räubern, die viele gute, zum Theil späterhin von der Regierung be-nutzte Winke enthält, und ein Werk über das engl. Recht, das er handschriftlichhinterließ. Unter allen den nachtheiligen Umständen, worin sich ein Schriftstellerbefand, der bald von unangenehmen Amtsarbeiten, bald von der Nothwendigkeitgedrängt war, sich durch Flugschriften das tägliche Bedürfniß zu verschaffen, ent-stand sein Meisterstück „Tom Jenes", das 1750 erschien und durch vorzüglicheErfindung und glückliche Entwickelung der Geschichte, durch wahre, kräftige undgeistreiche Charakterschilderung die hohe Auszeichnung verdient, die es erhielt. Esist nicht zu läugnen, wir finden auch in diesem Werke zuweilen Anlaß zu glauben,daß F.'S Begriffe von Anstand und Achtbarkeit durch seine unglücklichen Le-bensverhältnisse und durch den Umgang, wozu diese ihn verurtheilken, ein wenigherabgewürdigt waren; dagegen aber muß für manche anstößige Stellen die Sitteseiner Zeit, die in gewissen Fällen eine kräftigere Sprache erlaubte als unsereTage, Entschuldigung geben. Nach den Ansichten unserer Zeitgenossen gibt esViele Stellen darin, die das Zartgefühl zurückstoßen; nur daß sie eher spaßhaft roh,als verführend zu nennen find, und daß sie durch den Geist und die Gründlichkeit,womit in andern Stellen die Sacke derSittlichkeit geführt und gefördert wird, ver-gütet werden. Er schildert das Leben, wie es war, mit allen seinen Schalten und