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versank er in den Schlamm und mußte ohne Hülfe ersticken. Da man ihn nirgendsfand, ahnte man seinen Tod. Sein Bruder, unüberlegt genug, den ihm entge-genkommenden Senatoren, die mit dem Grasen reden wollten, dessen Tod zu ver-rathen, verlangte, daß man ihm den Palast der Republik (wo sich der Senat ver-sammelte und der regierende Doge wohnte) übergeben sollte: allein da es indessenTag, und des Grafen Tod allgemein bekannt ward, verlor sich das Volk, das ihmzu Liebe die Waffen ergriffen hatte, und selbst die Verschworenen zogen sich nach undnach zurück. Man trat in Unterhandlungen, die Verschworenen mußten die Waf-fen niederlegen und erhielten dafür einen Generalpardon. Hieronymus Fiescobegab sich aufsein Schloß Montobio, und sein Bruder -Otloboni, Verina, Eal-cagno und Sacco segelten auf des Grasen Galeere nach Frankreich , wo sie glücklichankamen. Des Grafen Körper wurde erst nach 4 Tagen gefunden; allein derSenat, der vielleicht einen neuen Tumult befürchtete, verbot, denselben aus demSchlamme herauszuziehen. Erst nach 2 Monaten wurde er heimlich heraus-genommen und ins Meer geworfen. Hieronymus hatte indeffen sein Schloß inVertheidigungsstand gesetzt, theils weil er der Zugestandenen Begnadigung nichttrauere, theils weil er an neuen Entwürfen arbeitete. Bald fanden sich auch Vc-rina, Calcagno und Sacco bei ihm ein; auch Ottoboni Fiesco kam nach Italien zurück. Unterdessen wandte Andreas Doria , trostlos über den Tod seines Neffen,voll Rache Alles an, die Begnadigungsacte voni Senate vernichten zu lassen; diesgeschah, indem man sie, theils als erzwungen, theils weil sie von keiner hinläng-lichen Anzahl Senatoren bestätigt sei, für nichtig erklärte. Fiesco's Familie unddie vornehmsten Verschworenen wurden nun auf ewig aus Genuas Staaten ver-bannt, die Häuser und Paläste des Grafen dem Erdboden gleichgemacht, alle seineGüter eingezogen, und alle Schlosser, bis auf Montobio, in Beschlag genommen.Da sich Hieronymus auf diesem aushielt, und von hier aus Genua viel Schadengeschehen konnte, so ließ der Senat ihm für solches 14000 Zechinen anbieten; beiseiner Weigerung schritt nian zur Belagerung des Schlosses, das endlich, da manBresche schoß, und die schlecht bezahlten Soldaten einen Ausstand erregten, nacheiner 42tägigen Belagerung sich auf Gnade oder Ungnade ergeben mußte. DieSoldaten wurden freigelassen, sämmtliche Verschworene aber entweder hingerichtetoder auf die Galeeren geschmiedet; das Schloß ward geschleift. Oktoboni Fiescoallein hatte sich zeitig genug wieder nach Frankreich begeben und trat in sranz.Dienste. Aber als er 8 Jahre hernach in die Gefangenschaft der Spanier fiel,bewirkte Doria seine Auslieferung, ließ ihn in einen Sack nähe» und ins Meerwerfen. Des Grafen Witwe war die einzige Person, die nicht mit in den Unter-gang der Familie ihres Gemahls verwickelt wurde. Sie heirarhete in der Folge denberühmten General Ehiappino Vitelli, der zuletzt als spanischer Generalfeldmar-schall in den Kriegen wider die Niederländer diente und 1575 starb. Doch verlorsie noch in demselben Jahre, da ihres Gemahls Verschwörung erfolgte, auch ihrenBruder auf dem Blutgerüste, weil dieser, aus Haß gegen Doria und den Kaiser,Fiesco's Unternehmung erneuern und Genua in franz. Hände bringen wollte, derEntwurf aber entdeckt wurde. — Wenn wir in Schiller s Trauerspiel „Ficsco" dasMißlingen der Verschwörung an einen andern Umstand geknüpft sehen, als das Um-schlagen des Bretcs, auf welchem Fiesco in die Galeeren steigen wollte, so darf dasnicht befremden, da es dem dramatischen Dichter nicht erlaubt ist, die Katastropheauf eine Begebenheit zu gründen, die das Werk des blinden Zufalls war.
Fiesole . Mit diesem Namen des Klosters, in welchem er eingekleidetwurde, wird einer der berühmtesten unter den Wiederherstellern der Malcrkunst inItalien bezeichnet. Sein Familienname soll Santi Tosini gewesen sein, und manweiß, daß er 1387 in Mugello, einer Landschaft des storenrinischen Gebiets, gebo-ren wurde. 1407 trat er in den Dominicanerorden und erhielt den Namen Bru-