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Vierter Band. F bis G.
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Fiesoke

der Johannes; daher nennt man ihn Fra Giovanni da Fiesole . Den BeinamenAngelico , oder >1 bcalo (der Selige), hat er sich durch sein frommes Leben und denGeist seiner Schilderungen erworben, in denen Andacht und Engelsschönheit herr-schend sind. Man nennt, ohne hinlänglichen Grund, den Gherardo Starnina alsseinen Lehrer, und führt an, daß er sich durch das Studium der Bilder des Ma-saccio vervollkommnet habe. Letzteres ist nicht wahrscheinlich, da Masaccio 15Jahre jünger als F. war. F. harte sich früher mir der Malerkunst zu heiligemGebrauch beschäftigt und nebst seinem ältern Bruder, einem Miniaturmaler, ver-schiedene Chorbücher mit kleinen Bildern verziert. Diese erste Richtung seiner arti-stischen Fähigkeit ist auch bei seinen nachherigcnWcrken in dem reichlichen Gebraucheder Vergoldung, der Behandlung der Farben und der sorgfältigen Ausführung klei-ner Zierrathen sichtbar. In seinen Gemälden aber sah man mehr von der altenWeise des Meisters Giotto, als in denen der meisten damaligen Maler. Der Do-minicanerorden begünstigte unter seinen Mitgliedern auch die Erwerbung und Aus-übung weltlicher Wissenschaften und Fertigkeiten, und Johann widmete seine Kunstausschließlich religiösen Darstellungen. Er verzierte aber nicht nur die heiligenBücher, sondern unternahm auch große Frescobilder zunächst für sein Kloster. Er-arbeitete viel, und der Erwerb seiner Werke wurde zu mildthätigen Gaben verwandt.Sein Verdienst wurde bald anerkannt. Cosinus von Medici, der den frommenMaler persönlich kannte und liebte, ließ durch ihn das Kloster S.-Marco und dieKirche St.-Annunciata verzieren. In dem Kloster W.-Marco hat er jede Zellemit einem großen FreScobilde geschmückt, und unter mehren Gemälden an denWänden zeichnet sich noch jetzt eine schöne Verkündigung aus. Diese Bilder ver-schafften ihm solchen Ruhm, daß selbst Nicolaus >. ihn nach Rom berief unddurch ihn seine Privatcapclle im Vatican , die Capelle des heiligen Laurentius, mitden wichtigsten Scenen aus dieses Heiligen Leben schmücken ließ. Eine Beschrei-bung dieser Capelle befindet sich in Hirt'ö „Italien und Deutschland ", 1. St., auchsind rohe Umrisse von diesen Bildern 1810 zu Rom erschienen („l..-> ,,Uu,rn »lellacupcll., lli deieol» V. eie.") von Franc. Giangiacomo Romano. Vasiiri erzähltdie rührendsten Züge von der Frömmigkeit, Demuth, Unschuld und Sittenrein-heit unsers Meisters, welche zugleich bestätigen, wie er dieKunst als eine ernste undheilige Sache betrieben. Man erzählt, daß er nie an einer Lebens - und Leidens-geschichte ohne die tiefste Rührung gearbeitet habe, und daß er in der Unschuld seinesGlaubens nie zur Veränderung eines seiner Gemälde zu bewegen gewesen, indemer seine Kunst nur als Werkzeug einer höher» Eingebung betrachtet habe. Er warein so strenger Beobachter der Regeln seines Klosters, daß der Papst, welcher be-merkt hakte, wie sehr ihn sein frommes Fasten und sein großer Flekß beim Arbeitenangriff, ihm Fleisch zu essen befahl; worauf er in seiner Unschuld erwidert habensoll: „Mein Prior erlaubt mirs nicht!" Auch war er seinen Ordensobern so erge-ben, daß er ohne ihre Erlaubniß weder für fremde Klöster noch für Privatleuteeine Arbeit übernahm, und jenen den Preis derselben überbefi. Machte inan ihmVorwürfe darüber, so sagte er: „Der wahre Reichthum besteht darin, wenig zu be-dürfen". Die ihm vom Papst angebotene Würde eines Erzbischofs von Florenz lehnte er demüthig ab, aber auf seinen Vorschlag erhielt sie der Bruder Antonino,den er für würdiger dazu erklärte. Ihm genügte seine kleine Zelle, in welcher ersich der unablässigen Betrachtung des Himmlischen und der Darstellung heiligerGeschichten widmete. Er starb endlich 1454, 68 I. alt, in Rom , wo er auchnoch die Capelle des heil. SacramentS im Vatican gemalt hat, wurde i» der Mi-nervenkirche begraben und von seiner Kirche selig gesprochen. Sein einziger un-bestrittener Schüler, von welchem man noch Werke hat, ist Benozzo Gozzoli ,dessen zahlreiche und wohlerhaltene Gemälde sich im O-,»,,,» -aintn in Pisa befin-den. Nach A. W. v. Schlegel'sUrtheil hat derselbe die Farbenpracht, dieMannig-Eonvcrsiitiviis < L ezstcon. Bd. IV. 8