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Vierter Band. F bis G.
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faltigkeit in den Hintergründen, die Wahrheit in den Gebärden der Handelndenvon seinem Lehrer ererbt, aber in der Anmuth und zarten Gemüthlichkeit denselbennicht ganz erreicht. Lanzi hat den Angelico, sowol wegen der überirdischen Schön-heit seiner Kopse und seiner Engel - und Heiligenfiguren, als auch wegen derLieblichkeit seiner Farben, die er mit »»gemeiner Kunst behandelte, den Guidoseines Zeitalters genannt. In der Galerie von Florenz befinden sich mehre Staffe-leibilder dieses Meisters, deren Farbenglan; noch ganz unverändert ist. Eins,welches die Geburt Johannes des Täufers darstellt, zeichnet sich durch die naiveGrazie aus, die bei den Künstlern jener Zeit so selten ist. Hierher gehört auch dasTabernakel, auf welchem die Madonna mit den 4 Evangelisten über Lebensgrößesteht. Eins seiner schönsten und größten Gemälde aber, aus welchem Jesus dieMaria mitten unter einer Menge von Engeln und Heiligen in den mannigfaltigstenStellungen und Ausdrücken krönt, im untern Rahmen aber die Geschichte derMaria und die Wunder des heil. DominicuS dargestellt sind, zierte ehemals dieKirche dieses Heiligen zu Fiesole ; jetzt befindet es sich in der Galerie des Louvre zuParis und ist uns kürzlich in 15 Bl., von Ternite trefflich gezeichnet, bekannter ge-worden (Paris 1811, Fol., in derGricch.-lat. Buchhandlung). Diesen Blätternhat A. W. v. Schlegel eine Ansicht vom Leben des Malers und eine Erklärungdes Gemäldes beigegeben, welcher Vasari'S Beschreibung desselben vorausgeschicktist. Schlegel, der die angeführte Äußerung Lanzi'S sehr untreffend sinket, fälltüber den Künstler folgendes Urtheil: „Johann von Fiesole theilt im Ganzen dieTugenden und Mangel seiner Zeitgenossen. Im Verständniß der malerischenWirkung und in mannigfaltigen wissenschaftlichen Theilen ist er, vielleicht ausAnhänglichkeit an die ihm ehrwürdige alte Weise, einigermaßen zurückgeblieben.Seine eigenthümlichen Vorzüge sind Süßigkeit, Zartheit und Anmuth. SeineEinbildungskraft nimmt nicht eben einen kübnen Schwung in das Gebiet desAußerordentlichen und Wunderbaren, wie z. B. die des Orgagna, aber nirgendsauch wird man Dürftigkeit oder Ohnmacht gewahr. Seine Kunst ist eine ergie-bige O.uellader, die gleichmäßig, ohne Ungestüm und ohne Zwang, einem liebe-vollen, durch Andacht und Beschaulichkeit geläuterten Gemüthe entfließt". S.über F.: O.uandl im „Kunstblatt" zum „Morgenbl.", 1816, Nr. 11^— 20.

F i e v o e (I.), ein scharfsinniger und geistreicher französ. Schriftsteller,vorzüglich über Gegenstände der Politik und der böhern Staatsverwaltung. ZuParis 1110 geboren, widmete er sich zuerst der Buchdruckern. Beim Ausbrucheder Revolution ging er in ihre Grundsätze einz er versuchte sich als Mitarbeiter anJournalen-, dadurch kam er mit Millin und Condorcet in Bekanntschaft, mitwelchen er sich 1191 und 1192 zu der Herausgabe der „Giro,>i(>»e cke i'-,, ,!." ver-band. Die Schreckenszeik wandelte seine Grundsätze um, und nach dem 9. Ther-midor wurde er in den Seciionsversammlungen und in den öffentlichen Blätterneiner der heftigsten Gegner des ConventS. Am 18. Fructidor wurde auch er wiealle andre Redacteurs der sogenannten rovalistischen Ioürnale zur Deportation »achEayenne bestimmt. Es gelang ihm, sich durch die Flucht der Ausführung desDecretS zu entziehen und sich einige Jahre lang auf dem Lande zu verbergen, wo er2 Romane schrieb: „I.a <!ot <>e 8urettc-" und „br.älerw", die großen Erfolghatten und auch ins Deutsche übersetzt wurden. Er trat jetzt mit den Bourbonsin geheime Verbindung und suchte für sie zu wirken. Es wurde verrathen, und ermußte dafür mit einem Jahre Gefängniß im Temple büßen. Als die Eonsular-regierung eintrat, wendete er sich dieser zu. 1802 gab er, nachdem er England be-sucht hatte, „l.r-llrc« 8>>r !'4»-Iote>re" heraus, die Aussehen erregten. 1805war er in der Gunst Napoleons so gestiegen, daß er Eigenthümer des ,,4>'»r>>.->1 >Ici'blinpüe" (oder des „OourulO rle-i ,IeI,.-,t8") und kaiserl. Tensor wurde. 1810wurde ihm eine geheime Sendung nach Hamburg und eine Präfecrur anvertraut.