Band 
Vierter Band. F bis G.
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Figuranten Filangieri

nation, Alliteration, Assonanz Reim). Die Tropen (s. d.) sind nichts als einebesondere Art von Figuren.

In der Musik bedeutet Figur zwei oder mehre mit einander verbundene,schnell hinter einander folgende Töne, an deren Stelle man bei einfachern: Spieloder Gesang nur Einen Ton genommen haben würde. Den Namen haben solcheTöne daher, weil diese Notenformen insgemein durch Striche verbunden sind, dieallerhand Figuren bilden, und ehedem besondere Namen hatten, z.B. Schwärmer,Rauscher u. s. w. Figural- oder figurirte Musik oder Gesang steht im Gegensatzmit der einfachen Choralmusik oder dem Ckoralgesang, welche keine Figuren haben.In manchen größer» Städten müssen daher Standespcrsonen bei ihrer Trauungnoch Figuralgebühren (die Gebühren der vollstimmigen Musik) entrichten, da ge-meine Leute nur Choralgebühren (einfache) bezahlen dürfen. Figurirtcr Chor ist,wenn z. B. während oder zwischen dem Gesang einer einfachen Kirchenmelodieandre Stimmen eine andre mit dem Choralton übereinstimmende figurirte Melodie,oft mit anderm Text, singen, waö vorzüglich in Motetten geschieht.

Figurante» sind beim Ballettanz diejenigen Tänzer, die nicht einzeln,sondern truppweise tanzen, und also nur zur Ausfüllung und gleichsam zum Hin-tergründe für die Solotänzer dienen; im Schauspiel: Personen, die nichts zusprechen haben, sondern bloß auftreten müssen, um den leeren Raum auszufüllenund die Handlung vollständig zu machen; man nennt sie auch Statisten,stumme Personen.

Figurirte Zahlen sind im Grunde eine arithmetische Spielerei,mit der nian sich zu Anfange des 11. Jahrh, gern beschäftigte. Selbst Jak. Ber-noulli, besonders aber Dallis in s. ,,/1ril!>. iutiiüt." und L'huilier in s. „Algebra"haben sie zum Gegenstand ihrer Untersuchungen gemacht. Sie werden gebildetdurch die Glieder arithmetischer Reihen aller Ordnungen, deren erstes Glied dieEinheit ist, z. B.

I. 1, 2, 3, 4, 5, 6, -c.

II. 1, 3, 6, 10, 15, 21, -c.

III. 1, 4, 9, 1k, 25, 36, -c.

IV. 1, 5, 12. 22, 35, 51, ic.

und insbesondere heißt die Reihe II. Triangularzahlen oder dreieckige Zahlen, weilsich deren Einheiten in lauter gleichseitige Dreiecke ordnen lasse»; die Glieder derReihe III. O.uadratzahlen, viereckige Zahlen, oder auch Tetragonalzahlen: dieGlieder der Reihe I V. fünfeckige oder Pentagonalzahlen u. s. w.; so gibt es Hexa-gonal-, Heptagonalzahlen :c. (Polygonalzahlen). Werden die Glieder der Poly-gonalzahlen nach der Ordnung wiederum summirt, so erhält man Reihen, wie:

1, 3, 6, 10, 15, 21, ic.

b. 1, 4, 10, 20, 35, 56, -c.

c. 1, 5, 14. 30, 55, 91, :c.

cl. 1, k, 18, 40, 15, 126, -c.

und es bilden die Glieder derselben Pyramidalzahlen, weil lauter Pyramiden ent-stehen, wenn man die Polygonalzahlen nach der Ordnung, wie sie summirt werden,so übereinanderlegt, daß die kleinern über die nächst größer» der nämlichen Gat-tung zu liegen kommen. So bilden die Glieder der Reihe dreieckige, der ReiheI, viereckige und der Reihe c fünfeckige Pyramiden. Mehr darüber findet sich inKlügel's „Math. Wörterb." (1. Kd., S. 245).

Filangieri (Gaetano),einer der berühmtesten Publicisten dcs18.Iahrh.,welcher am »leisten zur Verbesserung der Gesetzgebung beigetragen hat, geb. den18. Aug. 1152 zu Neapel , war ein Sohn des Prinzen Cäsar Aramello und derMariane Momalto, Tochter des Herzogs von Fraguito, und seine Familie gehörtezu den ältesten adeligen Geschlechtern des Königreichs, normannischen Ursprungs.