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Filiraja
liehen Darsteller. Don dem Schlüsse des Werks hat man nur die Abtheilung derCapitel in der Handschrift gesunden. Dieses dem menschlichen Geiste überbauptzu hoher Ehre gereichende Werk, welches des Guten so viel gestiftet hat, ist in allelebende Sprachen überseht worden. (Deutsch 1184 zu Altdorf in der Schweiz ,mit einer Vorrede von Siebenkees, eine andre von Gustermann zu Wien in dem-selben Jahre. Auch von Link besitzen wir eine. Die französische 1189— 91 inst Bdn., Paris, ist von Gallois .) Aus F.'s Nachlaß sah man, daß er eine „> »»vasoien?.» üello «cienre", worin er alle menschliche Wissenschaften auf ihre Grund-principien zurückzuführen gedachte, und eine „8tnria civile universale perpetua",in welcher aus der Geschichte der Nationen die Geschichte des Menschen in seinergeistigen Entwickelung erklärt werden sollte, auszuarbeiten die Absicht gehabt hat.Sein schneller Tod und sein offener Widerstand gegen die Anschläge des berüchtig-ten Acton (s. d.) veranlaßten den Glauben, als sei F., ein Opfer der Rache diesesMenschen, an Gift gestorben; doch hat kein gegründeter Beweis diese Muthma-ßung bestätigt.
Filicaja (Vincen; von), ein italiemscherDichterdeSlI. Jahrh., welchersich mit Erfolg dem hereinbrechenden Strome des Ungeschmacks in der Poesie inseinem Vaterlande entgegenstellte, wurde 1642 zu Floren; geboren, wo er zuerst dasCollegium der Jesuiten und dann die Akademie von Pisa besuchte. Seine erstenpoetischen Versuche waren einer Geliebten gewidmet; da ihm indeß der Tod dieVerehrte bald entriß, so nahm er sich vor, nie wieder eine Leidenschaft zu besingen,deren Glück, seiner Meinung nach, für ihn aufimmer verschwunden war, und seineLeier von nun an bloß heiligen oder heroischen Gegenständen zu widmen. Bei sei-ner Rückkehr nach Florenz ward er zum Mügliede der Akad. della Crusca ernannt,und bald darauf verheiratete er sich mit der Tochter eines Senators, Scipio Cap-poni, mit welcher er, nach dem Tode seines Vaters, aufs Land zog und sich hierganz der Erziehung seiner Kinder und der ihn begeisternden Muse hingab. EineMenge lat. und ital. Gedichte wurden hier gedichtet; da er indeß, vermöge seinergroßen Bescheidenheit, selbst mehr daran auszusetzen fand, als die wenigen Freunde,denen er sie mittheilte, so gab er nichts davon heraus, und würde auch wahrschein-lich so fortgefahren haben, sein herrliches Talent zu vergraben, hätten nicht seineFreunde am Ende das Geheimniß gebrochen. F. hatte nämlich die um diese Zeitstattfindende Befreiung des von den Türken belagerten Wiens durch Johann So-bieski von Polen und den Herzog von Lothringen , sowie die bald darauf folgendeNiederlage der Türken in 6 verschiedenen Oden gefeiert, die so viel Bewunderungfanden, daß sie der Großherzog von Florenz jenen Fürsten mittheilte. Sie wurden1684 in Florenz gedruckt, und F.'s Ruf, als erster damaliger Dichter Italiens ,war gegründet. Seine beschränkten bürgerlichen Verhältnisse verbesserten sich indeßdurch diese Anerkennung keineswegs; erst die Königin Christine von Schweden nahni sich des bedrängten Dichters an, ernannte ihn zum Mitgliede der von ihr inRom errichteten Akademie ausgezeichneter Männer und ließ seine beiden Töchteraufihre Kosten erziehen, sich dabei ausbedingend, daß Niemand es erführe, weil siesich schäme, so wenig für einen Mann wie er zu thun. Später wandte sich auchder Blick des GroßherzogS von Florenz auf ihn; einer seiner Söhne, der jedochbald starb, ward von demselben als Page in Dienste genommen, und F. selbst zumSenator und Gouvernementssecretair der Regierung von Volterra , und später vonder zu Pisa ernannt. In diesen Ämtern wußte sich F. die Liebe und Achtung desVolkes und des Lrouverains zu gewinnen, und trotz seiner vielen Geschichte noch im-mer Zeit zu finden, um auch hier seinem Lieblingsfache zu leben. Im vorgerücktenAlter und durch den Verlust mehrer seiner Kinder erschüttert, wandte sich sein Geij^immer mehr auf religiöse Gegenstände, und einzig damit und mit der Herausgabeeiner gefeilten GesammtauSgabe s. sämmtl. Werke beschäftigt, überraschte ihn der