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die mit dem Hause Bouillon u. a. m. verwandt waren. Der Graf besaß in Schott-land an Allodial - und Lehngütern den Werth von 4 — 500,000 Pf. St. Weiler sie aber sehr gering verpachtete, so bezog er an jährl. Einnahme aus Schottland nnr 14 —17,000 Pf. St.; seine Pächter wurden daher wohlhabende Leute.Lord F. hatte den größten Theil seiner Jugend auf dem festen Lande verlebt, vor-züglich an den Höfen zu Paris, Wien, Berlin und Brüssel, wo die ErzherzoginChristine und Herzog Albrecht von Sachsen-Teschen damals Hof hielten. Dannhielt er sich längere Zeit in England und Schottland auf, brachte aber die letzten 20Jahre s. Lebens in Frankfurt, Hamburg, Altenburg und Dresden zu, jedoch mehreSommer auch in den böhmischen Bädern zu Teplih und Karlsbad . Er war einwissenschaftlich gebildeter Mann, der Geist, Geschmack und viele Kenntnisse besaß,vorzüglich in schönen Bauwerken und Gartenanlagen; damit verband er den thä-tigsten Eifer für Landescultur und für Gemeinwohl überhaupt. Von seinen Wis-senschaft!. Talenten hat er Beweise hinterlassen in dem „>>«», ».->1 !<>>,<!"
und in dem Werke „Über die schöne Baukunst", mit vielen Kupf. (bei Doß in Leip-zig ). Don seinen Anlagen sind bekannt: die reizend gelegene Findlater'sche Villa,ein Weinberg bei Dresden , jetzt ein sehr besuchter öffentlicher Lustort, anderbauh-ner Vtraße und an der Elbe bis zu dem sogenannten Mordgrunde — eine Wald-schlucht, deren Flugsandhügel Lord F. mit großen Kosten in einen anmuthigen Parkumschiff—, ferner die Verschönerungen bei Tepliz und vorzüglich die Wege, Stra-ßen und mehre Anlagen bei Karlsbad , wo er unter andern den Weg nach dem Post-hofe zuerst fahrbar gemacht hat. (S. Srör's „Beschr. vo» Karlsbad "). DieDankbarkeit der Karlsbader errichtete ihm dafür auf einer Höhe des Waldrückensden schönen Obelisk von Granit. Mit dem Grafen Clam gemeinschaftlich grün-dete er das Armenhaus in Teplitz . Überhaupt war der größte Theil seiner Ei»,fünfte, manches Jahr an 100,000 THIr., dem Ankauf und dem Anbau wüsterPlatze bei Dresden gewidmet. Lord F. vereinigte mit dem einfachen Charakter eine»Delille'schen Landmanns die seltensten Talente für den gesellschaftlichen Umgang.Er stand in einer nahen und durch einen ausgebreiteten Briefwechsel fortgesetztenVerbindung mit den bedeutendsten Männern seiner Zeit. Die franz. Emigrantenwurden von ihm großmüthig unterstützt, und mit dem Duc de CastrieS lebte er infreundschaftlichen Verhältnissen. Überhaupt fand man oft bei Lord F. eine ausge-wählte Gesellschaft von geistvollen Männern und Frauen, ohne Unterschied desRanges; er selbst war bei seiner vielseitigen Welterfahrung, bei seiner genauenKenntniß der meisten Höfe von Europa , und bei seinem von einem treuen Ge-dächtnisse begleiteten Witze der unterhaltendste Gesellschafter, unerschöpflich anAnekdoten und Erinnerungen aus seinem reichen Leben. Mit ihm erlosch derName Findlater. Er wählte sich sein Grab bei der Kirche des Dorfes Loschwitz .Durch ein von ihm zu Gunsten der Granl's in Schottland , die seine Vettern wa-ren, gemachtes Testament kamen diese in den Besitz seiner sämmtlichen Güter inSchottland , und der älteste der Familie der Barone von Gram führt jetzt den Titel:Earl of Seafield. Da jedoch sein Liebling und nächster Erbe, der junge Grünt,in Indien gestorben war, so vermachte er seine Grundstücke in und bei Dresden ,nebst ansehnlichen Legaten, der Familie Fischer daselbst. Seine ausgewählteBibliothek hat Graf Thun in Tesche» gekauft.
Findling, ein Kind, welches von feinen Ältern an irgend einen Ort ge-bracht, verlassen, und von Andern gefunden wird. Obgleich bei den alten Völkerndie Vernichtung der Frucht nicht bestraft wurde, so führte doch das natürliche Ge-fühl darauf, sie lieber auszusetzen, und ihr Schicksal dem Zufall zu überlassen.Man wählte gern besuchte Örter, damit eine größere Hoffnung der Rettung übrig-bliebe. In Arhen und Rom geschah es an bestimmten Orten. Erst in dem4 . Jahrh- verboten die Kaiser Valentinian, ValeriuS und Gratian diese grausame