Band 
Vierter Band. F bis G.
Seite
122
JPEG-Download
 

122 Fingalshöhle FiniStcrrae

schone die schwache Hand!" — „Mein Arm war die Stütze der Gekränkten, derSchwache stand hinter meinem glänzenden Stuhl!" Dies sind einige der Züge,die Ässia» ihm leiht, um das Herz für ihn zu gewinnen; F.'S Ruhm ist überallverbreitet; die Tapferste» erkennen seine Größe an ; bei seinem Namen zittert derFeind. Wie in jener Zeit der Held oft ein gefeierter Barde war, so erscheint auchF. als solcher, und der Vater des Dichters Ossian scheint auf diesen seine Harfevererbt zu haben.

Fingalshöhle (Melodiehöhle, Uabhinn), eine aufBasaltsäulen ruhendeGrotte auf der hebridischen Insel Staffa , die zu den schönsten Naturmerkwürdig-leiten gehört. Sie ist 300 Fuß lang, 150 Fuß hoch und 50 F. breit, und wirdvon einem See durchschnitten, den man beschissen kann. Auf beiden Seiten ragentheils ganze, theils abgebrochene, aber sehr regelmäßig von der Natur gebildeteSäule» von Basalt empor, die mit ihren abgestumpften Enden das Gewölbe bildenund tragen. Die im Innern der Höhle von dem Felsen herabträufelnde Zeuch:tigkeit bildet so harmonische Töne, daß sich der Reisende, der diese Grotte besucht,durch eine Art von unsichtbarer, einem Zauber ähnlicher Musik überrascht fimdet, daher sie auch den Namen Melodiehohle bekommen hat.

Fingersetzung (Applicatur), die Art des Gebrauchs oder der Ansehungder Finger bei solchen musikalischen Instrumenten, bei welchen die Verschiedenheitdes Tons hauptsächlich durch den Griff oder Ansatz der Finger hervorgebracht wird.Da bei den meisten Instrumenten dieser Art die reine Intonation, die Deutlichkeitund der unvermischte Vortrug schwerer Stellen hauptsächlich davon abhängt, so er-,hellt von selbst, wie wichtig es sei, die richtige Applicatur frühzeitig zu erlernen, umFertigkeit auf einem Instrumente zu gewinnen. (Vgl. Log ier'S Methode.)

Finlguerra (Tommass, durch Verkürzung Mass), ein berühmter Bild-hauer und Goldarbeiter, dem die Erfindung der Kupferstecherkunst zugeschriebenwird. Er lebte zu Floren; um die Mitte des 15. Jahrh. Seine Familie hatteseit 1218 in dieser Stadt geblüht. Das Jahr seiner Geburt und seines Todesist unbekannt. Er war ei» Zögling von Lorenzo Ghiberti , der die berühmtenbronzenen Thüren des Baptisteriums St.-.IohanniS des Täufers zu Florenz ver-fertigte; ja er scheint selbst an der zweiten, die 1425 angefangen und 1445 voll-endet wurde, beschäftigt gewesen zu sein. Er war ausgezeichnet in der Kunst zunielliren, die man auch Niello nennt. Diese Kunst, die erst zu Leo'S X. Zeitenaufgegeben wurde, bestand in Verzierungen, die man in Metall eingrub, sodaß indie Vertiefungen eine schwärzliche, mekallartige Masse, lateinisch iissellu», genannt,eingelassen wurde, welche man durch Gießung mit dem Stücke befestigte, woraufsie sich befand. Manche stalten den deutschen Maler Martin Schön für den Er-finder des Abdrucks von Kupfer- und andern Stichen, allein dieser hat erst nach1460 diese Kunst geübt. Man hat den Frieden, von F. nicllirt, noch jetzt in derKirche St.-Iohann zu Florenz , und die Krönung der Jungfrau, die er 1452 ver-fertigte. Die correcte und wahre Zeichnung zeigt zugleich viel Adel. Er führte aucheine große Menge Basreliefs in Silber aus, auf einem Altar, der an großen Festennoch jetzt in der genannten Kirche ausgestellt wird. Von seinen Arbeiten in Niello nur soll F. Abgüsse in Schwefel gemacht haben. Zani fand aber auch einen Ab-druck von derPlatte, welche von jener Krönung in der genannten Kirche aufbewahrtwird, im <W>!ii,-t n.-ii'iniwl tri Pm-ss, und dies ist der Grund, ikm die Erfindungder Kupferstecherkunst beizulegen. In Hinsicht der Erfindung F.'S gibt das Werkdes Abbate Zani: „äl.iterstfii per servile nlln stnrii, >Ic!l' »rssiue v fie' pin-xressi fielst, iucisicme in r.vnie efi i,> le^un" (Parma 1802) Auskunft; ebensoBartsch's ,,1'eintre-^raveur" (13. Bd.). In der florentinischen Galerie wer-den auch Zeichnungen in Aquarell von ihm aufbewahrt.

Finisterrae, das Tap, das äußerste Vorgebirge auf der Westküste von