Fink Finnen 123
Galicien in Spanien . Auch ein franz. Departement an der Destspitze vanBretagne heißt FiniSterre (mit Brest ).
Fink, preuß. General im siebenjähr. Kriege, geb. zu Strelitz 1718, nahm1735 kaiserl., dann russ. und 1741 preuß. Kriegsdienste. 1759 zumGen.-Lieut.ernannt, befehligte er ein CorpS von 12,000 M., mußte aber mit demselben am 21.Nov. 1759 bei Maxen steh gefangen geben, da seine Truppen durch das Gefechtam 20. Nov. mit den Ostreichern, unter Sincere, Brentano und Prinz Etolberg,fast auf die Hälfte geschmolzen, ohne Munition und auf allen Seiten von einemüberlegenen Feinde umgeben waren. F. hatte Friedrich den Großen mehrmals aufdas Gefährliche seiner Stellung aufmerksam gemacht und den Unfall vorhergcsagt;er erscheint daher vor dem Urtheil der Geschichte völlig gerechtfertigt, wenn auch dasnach dem Frieden auf des Königs Befehl niedergesetzte Kriegsgericht ihn nebst denGeneralen von Rebcntisch und GerSdorffür schuldig erkannte. F. wurde cassirt undauf 1 Jahr nach Spandau gebracht. Er ging darauf als General der Zn-fanterie in dänische Dienste und starb 1766.
Finnen. Dieser Hauptstamm der nordeuropäischcn Völker (geg. 2,400,000)ist wahrscheinlich mongolischen Ursprungs. Er breitet sich vom skandinavischen bistief in den asiatischen Norden, von da bis an die Wolga und das kaspische Meer au«.Schon TacituS kennt diese Nation u. d. N. Finnen, deren Aufenthalt von jeher nörd-liche Wälder und Moräste waren, daher sie sich selbst Morastbewohner (8 n:>„><>ü,i,wnin ihrer Sprache) nannten. Jagd und Fischerei waren stets ihre vorzüglichsten Ge-werbe. fj brigens ist es bemerkenswerth, wie ähnlich die zerstreuten finnischen Völker-schaften in Körperbildung, Nationalcharakter, Sprache u. Sitten sich geblieben sind,sodaß man sie nirgends verkennen kann. Eine eigne Geschichte haben sie nicht; imeinfachen nomadischen Leben wurden sie die Beute der Norweger, Schweden undRussen. Die Norweger unterwarfen zuerst sich Finnmark, und ihre Züge zuden Permiern, einer finnischen Völkerschaft am weißen Meere, hörten dann erstauf, als die Fürsten von Nowgorod sich Permiens und des dortigen Handelsbemächtigt hatten, und die Norweger durch die Einfälle der Mongolen beschäftigtwurden. Die Russen begannen nun, sich in den Landen der Finnen auszubreiten;Karelien und ganz Permien kamen in ihre Gewalt, und im 14. Jahrh, sah manam Gestade des weißen Meers durch BischofStephan das Kreuz errichtet, und denweitstrahlenden Tempel des großen Gottes Iomala zerstört. Ganz Lappmark undbald auch alle Finnen in Osten, an der Wolga und in Eibirien, wurden nun vonden Russen unterjocht, welche selbst die Norweger zurücktrieben, als kiese ihr früherusurpirtes Tributrecht in Lappmark geltend macken wollten. Endlich fielen nochdie Schweden über die übrigen an sie angrenzenden Finnen her; Erich der Heiligebekehrte in der Mitte des 12. Jahrh. die Bewobner des heutigen Finnlands , undhundert Jahre danach eroberten die Schweden Tawastland und bezwängen die Ka-relier und Lappen, so weit beide nicht schon Rußland angehörten. Hiermit wardie Unterjochung der finnischen Nation im Norden vollendet, von welcher 12 Völ-kerschaften ganz oder zum Theil zu den Bewobnern des russischen Reichs gehö-ren, nämlich die Lappen, Finnen, Esthen, Livcn, Tscheremissen, Tschuwaschen,Mordwinen, Wotjäken, Parmjäken, Surjänen, Wogulen und obifthe Ostjäken.Hierzu kann man noch die Tepteri rechnen, einen Volkshaufen, der aus Vermi-schung mehrer finnischer Völkerschaften, besonders der Tscheremissen, Tschuwa-schen und Mordwinen entstanden und noch mit Tataren vermehrt worden ist. Diefinnischen Völkerschaften haben nur eine mittelmäßige LeibeSgröße, aber einen dauer-haften Körperbau. Die charakteristischen Züge ihrer Gesichtsbildung sind einplattes Gesicht mit eingefallenen Backen, dunkelgraue Augen, ein dünner Bart,braungelbes Haar und eine gelbliche Gesichtsfarbe. Diese Bildung ist aber beidenFinnen, im engern Verstände, schon durch Wohlstand und Cultur veredelt; doch