Band 
Vierter Band. F bis G.
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126
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126 Fioravanti Finnian (Familie)

des Hellsehens im Somnambulismus (s. d.), indem es eine durch häufigeBeobachtungen bestätigte Thatsache ist, das die Somnambulen, in der Regel, zuihrem Sehen sich nicht des Kopfauges bedienen (welches in diesem Zustande an-schauungslos schläft), auch dazu nicht des gewöhnlichen Lichtes bedürfen. Da nundie Finsterniß in aller Hinsicht der Gegensatz des (kosmischen) Lichtes ist, so muß auchdie Verleiblichung der planerischen Thätigkeit oder Wechselwirkung, die man Fin-sterniß nennt, die entgegengesetzte der Lichkverleiblichung sein, die sich im Äther dar-stellt. (>L7. Licht.) Die dem Äther entgegengesetzte Materie ist aber der feste Erd-stoff, welcher daher als der Leib der Finsterniß erscheint, wenn diese als vel festendeThätigkeit des Planeten betrachtet weiden niuß. Die Finsterniß trifft daher inso-fern mit dem Erdmagnetismus (s. Magnetismus) zusammen, als dieser demLichte ebenso entgegengesetzt ist als die Finsterniß. — Diese Ansicht von demWesen der Finsterniß (wovon das Verdienst einem Runge gebührt) ist noch neu,und man muß die Ausbildung derselben zu einer Theorie von der Folgezeit erwarten,wozu die nöthigen Erfahrungen hauptsächlich die fernere Geschichte des thierischenMagnetismus liefern dürste. — Finsternisse, s. Mond- und Sonnen-finsternis;.

Fioravanti (Valentin), ein siorentinischer Tonsetzer, in der komischenOper vornehmlich ausgezeichnet durch natürliche Laune, Leichtigkeit, Lebhaftigkeitund Anmuth; seit dem Juli 1818 Capcllmeister bei St.-Petcr in Rom . InNeapel studirte er, in Turin aber betrat er seine theatralische Laufbahn. 1191schrieb er nämlich für das königl. Theater zu Turin : „>> lürbo coiitio i> lui l„>";ihr folgte: „II ü,I»<> Darauf schrieb er mehre Opern für verschiedene

ital. Bühnen. 1801 kam er nach Paris , wo man von ihm „1 vi, luu-ä -,„>bu-laiiti" aufführte; den Text dieser Oper ahmtePicard nach in s. am-

Iiulaiu;". Lie fanden nicht weniger Beifall als s. „lä.ipiiccnona ponilia", dieman in Pans 180v gegeben hatte. In s. zu Neapel ausgeführten Oper: „6Ii.anmri <Ii i> cl'.'.ürüüile", ist der Eomponist der echten Musikgattung

treu geblieben. Am meisten beliebt hat er sich, arch in Deutschland , durch s. ko-mische Oper: cautielrie-i vilaue" („Die Sängerinnen auf dem Lande") ge-

macht, welche voll heiterer, lebhafter Laune und gefälliger Melodien ist, und imStyl der komischen Oper classisch genannt werden kann. Übrigens hat er eineMenge reizender Lieder mit Begleitung des Pianosorte geschrieben, von denen ei-nige zu London im Druck erschienen sind.

Firenzuola, s. Nannini.

Firmament, im gewöhnlichen Sprachgebrauch bei uns das scheinbareHimmelsgewölbe. Diese Benennung, die wir schon in den Religionsbüchern derJuden finden, hat in der allen rohen Völkern gemeinen Vorstellung, daß der Him-mel ein festes Gewölbe sei, ihren Ursprung.

Firm an, 1) bei dm Türken ein Befehl, den der Großvezier im Na-men des Kaisers ausfertigt; 2) in Ostindien die schriftliche Erlaubniß, Handelzu treiben.

Firmeln oder Firmen heißt in der römischen und griechischen Kirche,ein Kind zu einer gewissen Zeit (gemeiniglich in seinem 6. Jähre) mit Chrysamsalben, mit dem Kreuze bezeichnen und ihm einen Namen geben, gleichsam dieTaufbestätigung, Confirmation, daher auch der Name.

Firmian, 1) Karl Joseph, Graf von; dieser verdienstvolle Staats-mann, geb. 1116 zu Deutschmetz im Trientischen, erhielt seine erste Bildung zuErthal, Jnspruck und Salzburg , und besuchte dann die Universität zu Leydcn.Von da begab er sich nach Frankreich und Italien , wo er seinen Geschmack für dieschönen Künste ausbildete. Als Franz I. den kaiserlichen Thron bestieg, kehrte F.nach Deutschland zurück und widmete sich den Staatsgeschäften. Maria The-