Band 
Vierter Band. F bis G.
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Firmung (kathol.)

resia sandle ihn als ihren bevollmächtigten Minister nach Neapel , und in derFolge in gleicher Eigenschaft nach der östr. Lombardei . Hier eröffnete sich ihm einweites Feld, alle Tugenden eines durch Religion, Philosophie und Wissenschaftengeleiteten Staatsmannes im größten glänze zu zeigen. Er war eS, der die Liebez» den Wissenschaften in jenen Gegenden wieder erweckte, geistlichen Despotismusund Vorurrheile zu vertreiben anfing, Bibliotheken errichtete und die UniversitätPavia herzustellen suchte. Das ehemalige Herzogthum und die Stadt Mailand haben ihm seit 1759 vorzüglich ihre Bevölkerung, Gründung verschiedener Manu-facturen, Ausbreitung des Handels, Verbesserung der Landwirlhschaft, toleranteGesinnungen in der Religion und Cultur der Künste und Wissenschaften zu danken.Diese Verdienste erhöhte er durch die ungemeine Leutseligkeit, mit welcher er jedenKünstler und Gelehrten aufnahm und unterstützte, und durch die Einsichten, die erselbst in vielen Fächern der Literatur zeigte. Er besaß eine auserlesene Bibliotkekvon 40,900 Btn. und kostbare Kunstsammlungen. Sein Tod erfolgte den -0.Juli 1782. — 2) Baptist Anton, Erzbischof von Salzburg , Bruder desVorhergehenden, ist bekannt durch seine Verfolgung der sogenannten Ketzer in demganzen Umfange des ErzbiSlhumS, wodurch nach und nach über 30,000 fleißigeund ruhige Menschen gewaltsam (die erste» mitten im Winter 17^ff) aus demLande gejagt wurden. „Sein unmittelbarer Vorgänger, ein Fürst Von Harrach",sagt Henke („Kirchengeschichte", 5. Bd.), „hatte ihm gewiesen, wie selbst eingeistlicher Fürst sich mit Weisheit leidend bei einem Zustande der Dinge verhaltenkann, wo ein guter Theil Unterthanen hartnäckig auf Lehren hält, welche die herr-schende Kirche für irrig und verdammlich erklärt hat.. Aber der Graf von Firmianhatte keinen Sinn für deutsche Verfassung, ließ sich von italienischen Günstlingenbeherrschen und von seinem Kanzler, einem unwissenden aber schlauen Tiroler,in allen Dingen berathen. Er kannte keinen höhern Fürstenberuf, als sich wohlsein zu lassen und seine unbegüterte Familie zu bereichern. Schon die Abzugsgel-der, auf die er rechnete, wenn die Ketzer auswandern mußten, reizten ihn; ließ essich aber einleiten, daß sie als Empörer bestraft werden konnten, so lachte ihm dieErbschaft entgegen". Seine Verdienste zu belohnen, verordnete der Pabst, daßihm und seinen Nachfolgern künftig der Titel : „Hoheit" (I'.xoelxu.-i, iiu, Uel-.-ütmlo) auch von Cardinälen gegeben werden solle. Er starb 1744. — 3) KarlLeopold Max, geb. 1760, Fürst - Erzbischof zu Wien ; der letzte männlicheSprößling der Familie.

Firmung, die Händeausiegung, ein Sacrament der Katholiken; derZweck derselben ist die Vollendung und Bestätigung der Getauften. Das Wesendieses SacramentS ergibt sich am besten aus Apg. 8,14 — 21; 19, 1 —6. DieAuflegung der Hände, welche der Taufe folgte, ohne mit ihr Eins zu sein, gabden heiligen Geist, dieselbe Gnade des heil. Geistes, welche die Apostel amPfingstfeste erhalten hatten, und die in den ersten Zeiten der Kirche zuweilen auch aufeine wunderbare Weise sich äußerte, z. B. durch Sprechen fremder Sprachen,Weissagungen. Nothwendig waren diese beiden Wirkungen aber nicht (1 Kor. 12,1, 4, 7 — 14). Überhaupt aber ward die Gnade des Geistes ertheilt. Paulus stellt die Händeausiegung in die Reihe der allgemeinen und ewigen Lehren und An-stalten des Christenthums (Hebr . 6, 1 — 5). Die Nachfolger der Apostel, undsofort alle Vorsteher der christlichen Kirche haben diese Händeausiegung strenge undaljgemein beobachtet, obgleich dieselbe nicht immer und späterhin gar nicht mehr mitwunderdaren Gaben verbunden war: ein offenbarer Beweis, daß man von jeherden Glauben hatte, daß diese Händeausiegung für alle Zeiten angeordnet, und durchsie fortwährend der heilige Geist, das ist eine innere Gnade, mitgetheiltwird, wennauch hiervon gar nichts mehr in der ErscheinungSwclt eintritt. — Die katholischeKirche hat sich hier an die übereinstimmende Überlieferung gehalten. Mit dieser