Band 
Vierter Band. F bis G.
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Firnißbauin Fischart

schleimigen Theile entzogen werden, indem sie sich in der Wärme mit den genann-te» Dingen verbinden; denn der schleimige Bestandtheil der fetten Ole ist eben Das,was sie schmierig macht, d. h. das Trocknen derselben verhindert. Daher nenntman den Malcrfirniß auch trocknendes (entschleimkeS) Leinöl. Man erreicht densel-ben Zweck, in gewissem Grade, auch ohne Zusatz, durch bloßes Eindicken (Einko-chen), auf welche Art der Druckerfirn iß (Firniß derBuch- und Kupserdrucker)bereitet wird. Außer der Bestimmung des Malersirniffes zur Ölmalerei und zumAnstreichen mit Ölfarben, bedient man sich desselben auch zur Bereitung der fettenLacksirnisse (Öllacke), als Lösungsmittel der Erdharze. (E. La ckiren).

Firnißbaum wächst in Nordamerika und Japan . Der Gummi dessel-ben ist der Stoff der feinsten chinesischen Firnisse, womit die Chinesen fast alle Mo-bilien überziehen. Dieser Gummi entschwitzt diesem Baume bereits im 7. und 8. Z.s. Alters. Der Einschnitt in die Rinde liefert zwar mehr Gummi, reist ihn aberfrüher, als sich sonst die Vegetationsjahre auszudehnen pflegen, dem Absterben.Dieser giftige Saft muß, um nicht beim Kochen als Gift dem Firnißverferti-ger zu schaden, sehr vorsichtig behandelt werden. 50 «Ltänune geben in einerNacht 16 Unzen Firniß . ^

FiScal, in den meisten deutsche » Staaten ein Beamter, welcher die Ge-rechtsame und das Interesse des Staats vor Gericht zu vertreten hat, also eigentlichDasselbe, was in Frankreich unter dem »ini^ere jinlilic, dem Staatsanwalt, ver-standen wird. Im ehemaligen deutschen Reiche waren bei deni Reichskammerge-richt und bei dem Reichshosralhe Reichssiscale angestellt, deren Obliegenheit war,als Ankläger aufzutreten, wenn die Gerechtsame, Gesetze und Verfassung desReichs verletzt wurden, z. B. gegen Mißbrauche des MünzregalS, gegen Stö-rungen des Landfriedens u. dgl. 87.

Fischart (Johann), genannt Menzer, und in verschiedenen Schriftenmit andern Namen bezeichnet, war nach Einigen, die seinen Beinamen daher er-klären, aus Mainz, nach A. aus Strasburg , 0. der Rechte und Reichskammer-advocat, um 1586 Amtmann zu Forbach bei Saarbrück , und starb vor 1591.L9o unbekannt seine LebenSumstände sind, so dunkel ist noch Manches in Hinsichtaus seuie Schriften, die, .messt satyrischen Inhalts, theils in Prosa, theils in Ver-sen, theils aus beiden gemischt, und fast mit den sonderbarsten Titeln versehen sind.Als S atyriker ist er unstreitig der zügelloseste seines und vielleicht aller Jahrhunderte,unerschöpflich an drolligen, launigen, witzigen, nicht selten zugleich zweideutigenund schmutzigen Einfällen, auf das genaueste bekannt mit den Thorheiten seines Zeit-alters, und nie ungewiß über den Ton, in welchem sie bald verlacht und ausgehöhnt,bald wieder gegeißelt werden müssen. Die deutsche Sprache behandelte er mit un-gemessener Freiheit, schaffte sich Wörter und Wendungen, ohne die Analogie imgeringsten zu berücksichtigen, zeigte aber auch in den willkürlichsten Sprachformenseine Gelehrsamkeit und seinen Witz. Im starkkomischen und burlesken Ausdruckist er unüberireffbar, und selbst aus den schalkhaftesten Ergießungen seines frucht-baren Genies leuchtet überall eine natürliche Heiterkeit und treuherzige Redlichkeithervor. Seine bekanntesten Arbeiten sind eine freie Bearbeitung des „Gargantua"Von Rabelais (zuerst gedr. 1552); „DaSglückhafrSchiffvon Zürich" (1576, 1.);„Aller Praktik Großmutter" (1574); „Bienenkorb des heiligen römischen ReichsJmenschwarms" (1579); „Hultrich Elloposcleron Flohschatz und Weiberschatz"o. O.u. I. (nachher Strasb. 1577) u.a. Wir finden bei ihm den ersten Versuch indeutschen Hexametern, den er nach seiner Äußerung gemachthat: „dieweil darausdie Künstlichkeit der deutschen Sprache in allerhand Carmina beschcint, und wiesie nun nach Anstellung des Hexameti i oder sechsmäßiger Sylbenbestimmung mitsplbenmäßigem Sechsschlag weder den Griechen noch Latinen (die das MuS alleinessen wollen) forthin weiche". Sie sind zugleich gereimt und in ihrem Bau seht Willkür-

Eviwcrsations, Lexico». Bd. IV. 9