Band 
Vierter Band. F bis G.
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Fischbein Fische

lich. „An Sprache, Bildern und sinnlicher Fülle", sagt I. Paul Fr. Richter, „über-trifft F. den Rabelais weit, und erreicht ihn a» Gelehrsamkeit und AristophanischerWortschöpfung. Er ist mehr dessen Wiedergebärer als Übersetzer; sein goldkaltigerStrom verdiente die Goldwäsche der Sprach- und Sittenforseber. Sein sünfregCapitel über Eheleute ist ein Meisterstück sinnlicher Beschreibung und Beob-achtung, aber keusch und frei wie die Bibel und unsre Voreltern".

Fisch bei», vorzüglich die Kiefern und Barten des Walisisches. Bartensind dicke, oft 100 Pfund wiegende Hornlagen im Oberkiefer des Walisisches, dieman spaltet, reinigt und zu Stäben und Stangen unter dem Namen schwarzesFischbein schneidet, und zu Stöcken, Schnürleibern, Regen - und Sonnenschirmenu. s. w. verbraucht. — Weißes Fischbein nennt man die Bemme oder Knochender Meerspinne oder Seekatze, welches von den Gold- und Silberarbcitcrngepulvert gebraucht wird.

Fische, Wasserthiere mit rothem, kaltem Blute, mit Knorpeln und Grätenstatt der Knochen, und mit Flossen statt der Gliedmaßen, welche die im Wasseraufgelöste Luft durch Kiemen, statt der Lungen, einstehen und zii setzen. Außerdem Wasser leben sie nur für eine kurze Zeit, doch sieht man Aale oft auf dem Trock-nen und zwischen Erbsenfeldern; ja bei Tranguebar gibt es Barsche, die, vermit-telst der Dornen an ihren Flossen, aufPalmenbäume klettern. Nachdem die FischeKnorpel oder Gräten haben, werden sie in 2 allgemeine Classen getheilt. DieKnorpelsische haben entweder Kiemendecken oder nicht. Zu diesen gehören die Lam-preten, Rochen und Haien, zu jenen die Störe, Stachelbäuche, Meernadeln,Aale und Schwertsische. Die eigentlichen Grätensiscbe werden nach dem Standeder Bauch- und Brustflossen abgetheilt. Bei der Aalraupe, dem Dorsch undSchellfisch sitzen die Bauchflossen vor den Brustflossen; bei den Seebrachsen, Bar-schen, Zandern, Makrelen und Kaulköpfen finden sich die Bauchflossen gerade un-ter den Brustflossen; hinter den letzter« aber stehen die erster« bei den Lachsen, Hech-ten, Heringen, Karpfen und Karauschen. Zn dem Bau des Fischkörpers sind dieFlossen, als die einzigen Bewegungswerkzeuge, sehrbcmerkenswerth. Siebestehenaus dünnen Gräten, von der Oberhaut bedeckt, an eignen Knorpeln oder Gräten be-festigt, die durch bestimmte Muskeln bewegt werden. Der SchwanzmitseinerFlossedient als Steuerruder, um den Bewegungen des Thieres die gehörige Richtung zugeben. Auch der erste Antrieb zum Schwimmen geht offenbar vom Schwänze aus;doch müssen die übrigen Flossen nicht allein die Lage des Fisches führen, sondernauch die Richtung seiner Bewegungen befördern; daher der Aal, der keine Bauch-flossen hat, ebenso schwimmt wie die Wasserscblangen, indem er mit dem ganzenKörper wellenförmige Bewegungen macbt. Die Muskeln der Fische sind von demFleifchgewebe warmblütiger Thiere gänzlich zu unterscheiden. Sie bestehen ausweißen oder bleichen Schichten dickerer Fasern, als die Muskeln warmblütiger Thierehaben; zwischen diesen Schichten befindet sich Eiweißsioff, der sehr schnell nach demTode in Fäulniß übergeht. Sehen wir auf die Sinncnwerkzeuge und das Nerven-system der Fische, so ist erstlich die außerordentliche Kleinheit des Gehirns im Ver-hältniß zum übrigen Körper merkwürdig. Wenn dasselbe bei dem Menschen 20bis 30 Mal kleiner ist als der übrige Körper, so ist es beim Hai 2500 und beimThunfisch sogar 31,400 Mal kleiner, ist dabei von geringerer Festigkeit als beiwarmblütigen Thieren, und besteht größtentheils aus Hügeln, den Nervenknotenähnlich. Das kleine Gehirn ist nur eine O.uerplatte, und es fehlt ihm völlig derBau, den man unter dem Namen des Lebensbaums bei den hohern Thiergattungenkennt. Die Nerven der Fische sind im Ganzen weicher als die der höher« Thiere,und stellen bei einigen so starke Erreger der Elektricität dar, daß die mächtigstenSchläge gegeben werden, die aber sogleich aufhören, wenn man die Nerven zer-schnitten hat. Der Zitterrochen, der Zitteraal, der elektrische Ufälö, der indische