Band 
Vierter Band. F bis G.
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Fischer (Gotthelf)

Art von statten als bei höher» Thieren. Das Her; besteht nur aus eineni Vorhofund einer Kammer; es nimmt da» Blut aus dem Körper auf und schickt es durcheine ein;ige Arterie geradezu in die Kiemen; hier wird es, durch die Berührung desWassers und der darin befindlichen Luft, mit Sauerstoff versehen, durch eineMenge kleinerGefässe wieder aufgenommen, welche in die Aorta zusammenfließen,die nun dem ganzen Körper das Blut mittheilt. Die Bewegung des Herzens ist beiden Fischen viel unabhängiger von, Gehirn und Rückenmark als bei höher» Thie-ren; daher jene Bewegung noch viele Stunden lang fortdauert, nachdem das Ge-hirn und Rückenmark schon zerstört worden. Der Milchsaft, aus den, Speisebreider Fische bereitet, wird von Saugader» aufgenommen, die sich unmittelbar indie Venen endigen, ohne durch Drüsen zu gehen. Obgleich die meiste» Fische Eier-legen, die außer ihrem Körper befruchtet und ausgebrütet werden, so gibt es dochKnorpelfische, dielebendige Junge gebären. Daß eS auch Zwitter unter denFischengibt, ist neuerlich mit der größten Zuverlässigkeit erwiesen worden; denn bei denLampreten fand Home ganz deutlich Milch und Roggen zugleich. Die Fruchtbar-keit derFische ist größer als die irgend eines andern höher» Thiers. Bei der Schleiebat man 38,000, bei der Makrele 546,000, und beim Kabliau sogar 1,351,000Eier in einem einzigen Roggen berechnet. — Noch ist zu bemerken, daß daszwölfte Sternbild des Thierkreises den Namen der Fische führt.

Fischer (Gotthelf), ausgezeichneter Naturforscher, russ. wirkt. SlaatS-rath, Viccpräsident der Medicin, chirurg. Akademie und Professor der Universitätzu Moskau, geb. am 15. Oct. 1111 zu Waldheün in Sachsen . Als er den erstengelehrten Unterricht auf dem Gymnasium zu Freiberg erhalten hatte, wo er sichdie Freundschaft des dort auf der Bergakademie studirenden Aler. von Humboldterwarb, ging er nach Leipzig , um sich der Arzneiwissenschafi zu widmen. Pflan-zenkunde und Anatomie waren seine Lieblingsbeschäftigungen, und er machte sichzuerst durch seinen „Versuch über die Schwimmblase der Fische" (Leipzig 1195) be-kannt, die er wegen der Menge der darin befindlichen Gefäße für Ausatzorganedes Athemholens hielt. Spätere Untersuchungen tiefes Organs führten ihn zu derEntdeckung eines neuen Wurms in der Schwimmblase der Forelle. Alex. von Hum-boldt und dessen Bruder wählten ihn zu ihrem Begleiter auf ibrer Reise durchDeutschland und Frankreich. In Paris beschäftigte er sich unter Cuviers Leitungvorzüglich mit der vergleichenden Anatomie, wozu die reiche Sammlung, die erdorr fand, ihn reizte. Die nächsten Frücbte dieser Beschäftigung waren s. Schrift„Über die verschiedene Form des Intermaxillarknochens" (Leipz. 1800), worin erneue Ansichten über diese» Gegenstand aufstellte; s. reichen „Beiträge zur Natur-geschichte der Affen" (in s. „Naturhistonschen Fragmenten", 1801); s. „Beobach-tungen über die abweichende Bildungsart der Zähne der Säugrhiere und Fische".Er erhielt 1800 den Ruf als Lehrer der Naturgeschichte an der Eentralschule in Mainz ,als er aber bei seiner Ankunft fand, daß die dortige Jury ihre Stimme bereits einemAndern gegeben hakte, trat er zurück und nahm die Stelle eines BibliotbekarS an.Diese,-neue Wirkungskreis führte ihn zu Unters,icbungen im Gebiete derBibliogra-phie und besonders zu Forschungen über die Geschichte des Bücherdrucks und der äl-testen Druckwerke. Er entdeckte den damals ältesten Druck mit Iahrszahl, be-schrieb eine Menge alter Drucke und bemühte sich vorzüglich, Gulienberq's An-theil an der Erfindung der Buchdruckerkunst genau zu bestimmen, in s. Sckrist:„lsznü 5ur lex nionuinon- ftopg-.ipliignek <Ie .le»>> tliitteiibi-i^ (Mainz 1804).Mehre Erläuterungen über diesen Gegenstand enthält s. in 6 Lief. (Nürnb. 1801— 5) erschienene „Beschreib, typograph. Seltenheiten und merkw.Handschr. nebstBeirr, zur Erfindungsgeschichte der Buchdruckerkunsi", und s. „!>><>>><->- >1» p>,,ni^riiioiiuincnl tvpopuiipliigiii! en Lnraotörrs mobilem uveu -1,-ite" (Mainz 1804).Zapf und Millin erkannten Fischer'ü Verdienst in diesem Gebiete laut an. Bereits