Band 
Vierter Band. F bis G.
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Fischer (Christian August) 43"

zumMitgliede des Gemeinderaths von Mainz erwählt, ward er späterhin zum Ab-geordneten »ach Paris ernannt, als die Gemeinde dem ersten Consul das Gesuch vor-legte, in eine Handelsstadt umgeschaffen zu werden. F. erlangte bei dieser Gelegen-heit die Erlaubniß, aus den verschiedenen, zum StaakSeigenthume gehörigen Bü-chervorräihen in Paris eine Bibliothek für Mainz auszuwählen, die aus französ.Classikern und andern wissenschaftl. Werken in 3000 Bdn. bestand. Während sei-nes Aufenthalts in der Hauptstadt machte er den Entwurf zu emer «Lchilderung desNaiionalmuseumS der Naturgeschichte, worin er besonders geschichtlich darzuthunsuchte, daß nicht eigentlich die todten, obgleich reichen Sammlungen allein dieserAnstalt ihren Glanz verliehen, sondern daß der Zweck derselben, stets auf den Un-terricht einzuwirken, und eine Reihe für dieselben ausgewählter Lehrer sie zu ihrerHöhe emporgehoben haben. In Mainz beförderte er die Entstehung einer Gesellschaftder Wissenschaften, deren beständiger Seeretair er wurde. Die Naturgeschichte undvergleichende Anatomie beschäftigten ihn jedoch fortdauernd, wie s.Wcrk„Über dieAnatomie der Maki" (1F01) bewies. In dems. I. verließ er Mainz , nm die Stelleeines Professors und DirectorS des Museums zu Moskau anzunehmen. Die reicheSammlung, der er vorstand, wurde dem Publicum geöffnet und von ihm in s. „Dn-»oiPliou >ln äUG-mn ,1'bi, tonn „iiliiielle" (Moskau 1803) beschrieben, wozuer die Kupfer selbst radirte, da es an Kupferstecher» mangelte. Er ward in demselbenI. Stifter der Gesellschaft der Naturforscher zu Moskau , welche später den Titel derkaiserl. und die damit verbundenen Vorrechte erhielt. F. beobachtete alle Theile desweiten Gebiets der Naturgeschichte; daher verdankt ihm auch die Kunde der fossilenThierkörper schätzbare, selbst von Cuvier anerkannte, Entdeckungen. Für s, Berufals öffentlicher Lehrer wirkte er durch s. „ll bei steht der Thierkunde" (,,'l'u bocke «vo-Njiiii'.ie; e,»>-^u>5i.><>", 3. Allst. 1813), ein bequemes Hülfsmittel zur Bestimmungdes Platzes, der jedem Thiere in der systemat. Anordnung gebührt, und durch seinehauptsächlich auf Werner'S System gegründete „Darstellung der Orvktognosie"(„t koooo>>,tckoo >lu ,-iv-iäinn ,1'orveloo,lockn", Vtoskau 1811), das auch durchZusammenstellen der russischen, deutschen, französ. und latein. Nomen nützlich ist.Später (1811) erschien dieses Werk in erweiterter Gestalt in russischer spräche.Bei dein Brande von Moskau traf ihn das Unglück, nicht nur das große Museum,das seine Tbätigkeit zu so glänzender Höhe gehoben hatte, sondern auch seine eignenSammlungen, viele Präparate, die zur Fortsetzung der Anatomie der Mali gehör-ten, sowie eine reiche SchädelsammlNng, die für eine bereits angekündigte verglei-chende Anatomie der Thierschädel war angelegt worden, von den Flammen vernich-tet zu sehen. Nicht gebeugt von diesem Verluste, sing er gleich nach der Rückkehrdes Friedens an, das Museum der Universität herzustellen, welches auch bald wie-der zu einem so schönen Ganzen sich bildete, daß es schon jetzt eine der reichstenSammlungen ist. Er wurde 1817 zum Diceprästdenten der kaiserl. medicinifch-chirurgischen Akademie ernannt, der er sowol durch Verbesserung der innern Ver-waltung als durch Gründung eines Klinikums und eines durch Beiträge entstan-denen Museums große Dienste geleistet bat. Die neueste Bereicherung, welche dieNaturgeschichte ihm verdankt, ist s.„Beschreibung der Insekten Rußlands " („IG-Ininei-napbie >Io Ii> Iluncke rt ^«!»ie5 lies inscctl»"), 2 Bde. Von s. Beschreib,des nach dem Brande neu angelegten ,,ä1n>a-uo> cl'bckl. naturelle ein I'uoiveickte<>o älo-iuun" erschien zu Moskau 1827 der 2. Th. der 3. Abth., welcher die „s'nl-lootin» n, vcu,ipu>"-.tig„o des Bergratks Freiesleben in Freiberg enthält. 26.

Fischer (Christian August), Verfasser eigner und Bearbeiter fremder Rei-sebeschreibungen, herz.meiningischer Legationsrath und gewesener Pros. der Cultur-geschichte und Literatur der schönen Redekünste auf der Universität zu Würzburg ,geb. 1771 zu Leipzig , schrieb und übersetzte zum Theil sehr schlüpfrige Romane;dann machte ihn s. „Reise von Amsterdam über Madrid und Cadiz nach Genua"