Band 
Vierter Band. F bis G.
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Foderativsystem

Spartaner; zuletzt stellte sich der Macedonier Philipp an die Spitze des griech.Staa-tenbundeS. Alle hellsehende Staatsmänner Griechenlands erkannten in demFödera-tivsysteni den Geist der Unterdrückung. Späterhin wollte der achäische Bund durcheine innigere Verbindung der Einzelnen zu einem Ganzen das Vaterland retten; aberdie einzelnen Staaten waren auf ihre volle -Selbständigkeit zu eifersüchtig, als daß siesich Einem gemeinschaftlichen Strategen hätten gleichmäßig unterwerfen sollen; viel-mehr stellte der ätolische Bund dem achäische» ein Foderativsystem entgegen. So tra-ten die Romer zwischen beide, vorgeblich als Beschützer des Föderativsystems, undleiteten die Politik desselben so lange, bis mit ihm alle Selbständigkeit Griechenlands verschwand, und Rom die einzige herrschende Macht blieb. Dasselbe war früher derFall bei den Städten des laiein. Bundes gewesen. Anfangs trat Rom in die MittedesFöderativsystems, bald daraufan dieSpitze, endlich waresdieHerrscherin. Eben-so Carthago in Ansehung der Freistaaten Nordasrikas; wie schon vorher TyruS dasHaupt der phönizischen Städte geworden war. — Ein ähnliches Schicksal hatteDeutschland . Anfangs traten mehre Dölkerstämme in Bündnisse zusammen, einemtapfern Heerführer zu großen Unternehmungen folgend; aber sie vereinigten sich inkeinen Bundesstaat; daher zerrissen im Hordengedränge der Völkerwanderung derSueven-, der Franken -, der Markomannen-, der Alemannenbund u. a. m. Hermannund Marbod , die im 1. Jahrh, an der Spitze zweier große» Völkerbünde standen,wurden die Opfer des german. FreiheitSgesühlS, weil solche Heerführer in einem Fö-derativsystem allemal entweder verdächtig oder gefährlich sein mußten. In der Folge,seit Ludwig desDeutschen Zeit, wurde zwar Deutschland eine eingeschränkteMonar-chie; aber bald erwuchs aus dem Lehnwesen das Streben derVasallen nach Selbstän-digkeit. Diese ward ihnen endlich unterdemNamenLandeshoheitzu Theil. Hätte» siejetzt nur um so fester die Bundesstaatsform gegründet! Allein unglücklicherweise setzteder westfäl. Friede Alles in eine Wortbestimmung, ohne Rücksicht auf das Wesen derBegriffe. Sonst häkle er nicht, indem er die Landeshoheit unter Kaiser und Reichstellte iind nur das Ganze als einen Staat anerkannte, den einzelnen Landesherren(Art. 8, 2) das freie Recht gegeben, unter sich und mit Auswärtigen zu ihrer Sicher-heit Bündnisse zu schließen, also auch dasRecht desKriegs undFriedens, mithin äu-ßere Selbständigkeit, und zwar um ihrer Sicherheit willen! Diese konnte sonach dasReich ihnen nicht geben. Aber eben darum konnte das Reich nicht schützen, weil dieFürsten jenes Recht der äußern Unabhängigkeit behaupteten, wodurch das Reich auf-hörte, ein Bundesstaat zu sein. Der Zusatz: „jedoch so, daß nichts gegen den Eid,womit Jeder dem Kaiser und Reich verpflichtet ist, geschehe", war ohne Kraft, weilKaiser und Reich ohnehin nicht? galten, sobald der einzelne Reichsstand durch Bünd-nisse mir Auswärtigen sinne Sicherheit befestigen durste. Durch diesen Widerspruchlöste sich das Reich deutscher Narion der That nach in ein Föderarivsystem auf, dasnur dem Namen nach einen Föderarivstaat vorstellte. Die Franzosen sprachen daherim presburger Frieden von einer eunteN,.>!!<>,, in.ini«,,,,-. In diesem Föderariv-

svstem entschieden seit 1648 Ostreich, Schweden und Frankreich, bis Friedrich Wil-helm der Große Schweden, und Friedrich II. Frankreich verdrängte. Nun standenÖstreich und Preußen als die bewegenden Kräfte des deutschen Staalenbundes da.Friedrich I I. und Joseph I I. begriffen daher leicht, daß eine für eine eingeschränkteMonarchie entworfene StaatSfoim nicht inehl für einFöderaiivsystempasse. Darumwollte Friedrich I I. die Fortdauer seiner Monarchie durch die Fortdauer des deutschenFöderativsysiems sichern, sich selbst aber den Einfluß aus das letztere durch eine pas-sendere Form für dasselbe, durch den deutschen Fürstenbund, bewahren. Joseph II. hingegen wollte durch Tauschentwürfe Östreichs Übergewicht dauerhaft stützen. Un-terdessen neigte sich Europa durch das Gleichgewichtssystem, welches mehreAllianzenveranlaßte, zu einem Gemeinwesen hin, das aus Eonföderationen bestand. Jene Al-lianzen unterschieden sich von einem Foderativsystem dadurch, daß sie zu einem be-