Fontevraud Foote 185
Secretair der Akad. der Wissenschaften machte sich F. durch die seit ihm üblich ge;wordenen lAogc« berühmt. Kein Gelehrter hat wol einen bedeutendem Einfluß aufsein Zeitalter gehabt als er. Er verdiente ibn ebenso sebr durch seine Lebensweisheitund durch die Lauterkeit seiner Sitten als durch seine Schriften, in denen Feinheitund Eleganz des Swls der höchste Vorzug ist. Eine vollständ. Ausg. derselben er-schien mit seinem Leben in 10 Bdn. 1151. Nivernois charakterisirt ihn ausfolgendeWeise: „Als Fontenelle auf den Kampfplatz trat, waren schon alle Preise vertheilt,alle Palmen gebrochen; nur der Preis der Ilniversalität war noch übrig. Fontenelle wagte um ihn zu ringen, und gewann ihn. Er ist nicht nur Metaphysiken mit Ma-lebranche, Phrsiker und Geometer mit Newton, Gesetzgeber mit Peter deinGroßen,Staatsmann mit d'Argmson : er ist Alles mit Allen, er ist Alles überall".
Fonkevraud, Ebraldsbrunnen, ein Thal an den Grenzen von Poitourmd Llnjou, im Deport. Mayenne und Loire , ward 1099 von dem durch seine selt-samen Dußübungen bekannten Robert von Abrisse! (über diesen Bekehrer gefallenerMädchen s. d. Art. Fontevrand in Bayle's Dictionnaire) zum Stammsitze seineraus büßenden Frauen und Mädchen zusammengesetzten Klostergesellschaft gewählt;daher erhielt diese den Namen des Ordens von Fontevraud. Zn den daselbst auf-geführten Klostergebänden versammelte Robert bald mehre Tausende von Religiö-sen beiderlei Geschlechts, denen er die geschärfte Regel Benedicts auflegte und eineganz eigenthümliche Verfassung gab, bei der die Nonnen die Herrscherinnen, unddie Mönche der jedesmal,gen Äbtissin unterworfen wurden. Dieser Orden breitetesich nach Spanien, vorzüglich aber in Frankreich aus, wo die zahlreichen Klösterdesselben bedeutende Schenkungen erhielten. Die Äbtissin von Fontevraud, meisteine vornehme Dame, regierte sie alle als Generalsuperiorin, und war, von jederbischöflichen Gerichtsbarkeit frei, nur dem Papste untergeben. Zu Gunsten ihresGeschlechts wußte sie die strenge Regel späterhin zu mildern, und im 14. Jahrh,waren auch andre Unordnungen in den Klöstern dieses Ordens eingerissen, ungeach-tet die ursprünglichen Satzungen für eine scharfe Absonderung beider Geschlechtergesorgt hakten. Er verlor dadurch an Ansehen, hatte aber doch vor der Revolutionnoch 51 Häuser oder Priorate in Frankreich , seitdem ist er erloschen.
Fonkinalien, Feste, welche die Römer den Nymphen der Brunnenzu Ehren feierten, und an welchen sie die Brunnen bekränzten und Blumen hin-einwarfen.
Foote (Samuel), der engl. Aristophanes, geb. 1119 zu Truro in Cornwallis ,stammte aus einer guten Familie. Die Rechtsgelehrsamkeit, die er anfangs stukirke,erregte ihm Widerwillen. Er heiratbete ein vornehmes junges Frauenzimmer, alleinBeider Neigungen stimmten wenig überein. F. überließ sich ohne Mäßigung seinemHange zum Vergnügen und stürzte sich in die größten Verlegenheiten; dahernahm er seine Zuflucht zum Theater. Er debutirte mit der Rolle des Othello, inwieder er unmöglich gefallen konnte, wie er denn übrhaupt nie in fremden Stückenvorzüglich spielte. Um 1141 eröffnete er auf d m Haymarket (Heumarkt) eine kleineBühne und erschien als Verfasser und Schauspieler zugleich in einer Gattung vonSchauspielen, die ein Mittelding zwischen Lustspiel und Posse waren, und in wel-chen er Begebenheiten des Tages und lebende Personen mit desto großen» Glückaufs Theater brachte, je mehr er das seltene Talent besaß, Gebärden und SpracheAndrer auf das Treffendste nachzuahmen. Sein erster Versuch ist u. d.N. der Mor-genbelustigung bekannt. 1148 that F. eine beträchtliche Erbschaft; er verließ so-gleich die Bühne, und erst als seine Hülfsguellen versiegten, erschien er wieder aufdem Theater. Von 1152 an spielte er bald in Drurvlane, bald in Toventaarden,1100 nn Sommer auf dem Havmarkat, und seit 1102 alle Lwmmer daselbst, wo-durch er sich ebenso viel Ruhm erwarb als Geld gewann. 1166 brach er auf derZagd mit dem Herzog von Pork das Bein; gleichwol betrat er noch immerfort dieBühne. Zn den letzten Zähren seines Lebens erfuhr er mancherlei Kränkungen.