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Förster (Georg)
Vater, von 1172 — 75 die Reise um die Welt unter Cookmit, welche durch skor-bukische Übel s. Gesundheit untergrub, begab sich 1777 nach Paris , wo er sich nie-derzulassen gedachte, ging aber bald nach Holland , und worauf dem Wege nachBerlin, als der Landgraf von Hessen ihm einen Lehrstuhl der Naturgeschichte anderkasseler Ritterakademie anbot, den er k Jahre lang, bis 1784, einnahm, in welchemJahre er einem Rufe als Lehrer der Naturgeschichte nach Wilna folgte. Hier warder zum 0. der Medicin proniovirt. Die Kaiserin Katharina hatte die Absicht, 1787eine Reise um die Welt zu veransialten, und F. zum Historiographen dieser Unter-nehmung ernannt, die jedoch wegen des Türkenkriegs unterblieb. Um nichtmüßig zusein, kehrte F. nach Deutschland zurück, wo er mehre Schriften über Naturgeschichteund Literatur herausgab. Der Kurfürst von Mainz ernannte ihn 1788 zu seinemersten Bibliothekar. F. stand diesem Amte mit Auszeichnung vor, bis 17»2 dieFranzosen nach Mainz kamen. Er hatte die Grundsätze der Revolution mit Feuerergriffen und wurde von den republikanisch gesinnten Mainzern nach Paris geschickt,um ihre Vereinigung mit Frankreich beim Convent nachzusuchen. Er befand sichnoch daselbst, als die Preußen Mainz wieder eroberten. Dies Ereigniß zog den Ver-lust seiner ganzen Habe, auch seiner Bücher und Handschriften, nach sich. Er sahs. ganze Lage erschüttert, trennte sich von einer geliebten Gattin, die sich unter s.Zustimmung mit s. Freunde Huber wieder verband, und faßte den Entschluß, nachIndien zu gehen. Er begann zu dem Ende das Studium der morgenländischenSprachen, unterlag aber den Anstrengungen und Unfällen der letzter» Jahre undstarb zu Paris den 12. Jan. 1794. F. gehört zu unsern classischen Schriftstellern.In s. Prosa verbindet sich franz. Leichtigkeit mit engl. Gewicht. Wir übergehen s.zahlreichen Übersetzungen und führen hier von s. Schriften nur an: die anziehende,für Naturgeschichte und Menschenkenntniß so wichtige Beschreibung der denkwürdi-gen Reise um die Welt; s. „Kleinen Schriften, ein Beitrag zur Länder-und Völ-kerkunde, Naturgeschichte und Philosophie des Lebens" (6 Thle.); und insbesonderes. reichhaltigen „Ansichten vom Niederrhein, von Brabant, Flandern, Holland ,England und Frankreich im April, Mai u. Juni 1790" (3 Thl.). Auch hat er dasVerdienst, die köstliche Frucht des indischen literarischen Himmels, die „Lakontala"des Kalidas, auf deutschen Boden verpflanzt zu haben. Seine gewesene Frau,Therese Huber, geb. Heyne aus Göttingen , gab „Iä G. Forster's Briefwechsel,nebst Nachrichten von s. Leben" (Leipz. 1829, 2 Bde.) heraus, die ein wichtigerBeitrag sind zu der Kenntniß jener Zeit und des Menschen überhaupt.
Förster (Georg), ein durch die kühne Reise, die er 1782 aus Indien , woer im Dienste der ostindischen Compagnie stand, durch Nordindien und Persien nachEuropa machte, bekannter Brite. Er überwand Gefahren aller Art und zahlloseBeschwerden. Mit den Sprachen und Sitten der Länder, die er berühren mußte,bekannt, legte er morgenländische Kleidung an. Das Gebiet der SeikS vermeidend,ging er überKaschemir, und den gewöhnlichen Caravanenweg üder Kandahar. Vonnun an reiste er nicht mehr allein, aber immer mußte er gegen die scharfe Beobach-tung seiner Reisegefährten sich sichern und besonders mit der Sprache und den Sit-ten der durchwanderten Länder sich vertraut zeigen, um nicht als Fremdling erkanntzu werden. Darum versagte er sich manche Bedürfnisse und begnügte sich mit einermeist schlechten Nahmng. Nach Verlauf eines Jahreshatte ernichtmehr als 900Stunden Wegs gemacht und den südlichen Theil des kaSpischcn Meeres erreicht.Nach 2 Jahren kam er nach England zurück und gab 1785 ein Werk über dieMythologie und Sitten des Hindustammes heraus, worin er das Ergebniß s. Be-obachtungen geschickt mittheilte; s. Darstellung würde noch belehrender gewordensein, wenn er umfassendere allgemeine Kenntnisse gehabt hätte. Der 1. Th. dereigentlichen Beschreibung s. Reise erschien 1790 zu Calcutta , wohin er zurückge-kehrt war. Ehe er den 2. Th. vollenden konnte, starb er 1792 in Nagpur , wüh-
Coiwersonoiii, Lexikon. Bd. IV. 13