4 98 Fortdauer der Seele
zusammenzustellen und in der Natur der Wälder da« System der^Wissenschaft auf-zusuchen. In Norddeutschland wurde zuerst der oft rohen Iagdherrschaftnber dieWaldungen der Stab gebrochen, und der Grund zu einer auf natürliche Principiengestützten Forstwissenschaft gelegt. Sowol Lehrer auf Universitäten als im prakti-schen Dienste stehende einsichtsvolle Männer wirkten für diesen wichtigen Zweck mitErfolg durch Schriften und Handlungen, und immer werden die Namen einesKrämer, Glediksch, Beckmann und Zanthier mit Achtung genannt werden. Die-ser Letztere war der Erste, der den forstwissenschaftlichen Unterricht selbständig zuIlsenburg im Stollberg -Werningerodeschen ins Leben rief. Dann machte dasForst-wesen in Preußen in Grundsatz und Ausübung rasche Fortschritte; während Burgs-dorf mit dem ersten vollständigen System der Forstwissenschaft die deutsche Litera-tur bereicherte, sorgte er zu Tegel bei Berlin für Unterricht und Bildung künf-tiger Förster. Auch im südlichen Deutschland war man in der Ausbildung desForstwesens nicht unthätig, obgleich andre Localverhältnisse und Ansichten der Re-gierungen dem schnellen Aufschwünge dieses Faches nicht so günstig waren wie imNorden unseres Vaterlandes; indessen wurden Lehrst,ihle der Forstwissenschaft anHochschulen, oderauch besondereForstlehrinstitute errichtet, wie im KurfürstenthumMainz, in Baiern, Würtemberg und im Breisgau ; Mühlenkamp, Dätzl, Reu-ter, Jäger und Trunk machten sich mehr und weniger um die Forstwissenschaft ver-dient. Man sing nun auch an, einzelne Theile dieser Wissenschaft mit besondern»Fleiße zu bearbeiten. Hennert z. B. schrieb über Forsttaxatio» mit Scharfsinn undGründlichkeit. Die schnellsten und kräftigsten Fortschritte machte die Forstwissen-schaft von, letzten Iahrzehend des vorigen Jahrh, an; besonders that Hartig vor-züglich viel für die Bildung der Forstleute. Er versah lange Zeit hindurch aus seinenLehranstalten zu Hundingen und Dillenburg einen großen Theil von Deutschland mit Forstwirthen. Auch durch einfache und für die untern Classen der Forstdienerfaßliche Lehrbücher erwarb sich Hartig eine gewisse Berühmtheit, die ihm immerbleiben wird, wenn auch schon in späterer Zeit die Wissenschaft logiscb strenger undgründlicher behandelt wurde. Insbesondere zeichnete sich Hartig in Theorie undPrapiS des TarationswescnS aus. Von nun an folgten sich die Forirlehranstaltenschnell, unter denen aber einige nur vorübergehende Erscheinungen waren; die Lite-ratur sing an, von Überfluß zu strotzen, nicht immer durch Erweiterung des Volu-mens auch an Vergrößerung des Kerns gewinnend. Besonders wurden die Hülfg-wiffenschaften der Forstkunde mit regeren» Eifer betrieben, und Bechstein, hoch-verdient um die Bildung junger Forstleute durch die Gründung der Forstlehranstaltzu Waltershausen, gegenwärtig zu Dreißigacker , wird immer unter den Naturfor-schern Deutschlands , welche ihre Thätigkeit vorzüglich gegen die Forstwissenschaftbin richteten, eine der ersten stellen einnehmen. In neuerer Zeit bar zwar dieZahl der deutsche» Forstschulen abgenommen, allein die der Schriftsteller hatsich vermehrt. Unter denen des ersten Ranges glänzen die Namen eines Wihleben,C otta (s. d.) und Hundeshagen ; durch fleißige Bearbeitung einzelner Theile derForstw ssensthaft haben sich Laurop, Hoßfeld, Schleevogt, Heldenberg, Maier,Nebaum, König u. A. verdient, Einige jedoch für die Wissenschaft gcwinnloserViel-und Breitschreiberei schuldig gemacht, sowie selbst aus zu »Veit getriebenerSpeculations-, Reformation«-und NeueriingSsucht die gehaltvollsten Schriftstellersich in die Raume unpraktischer Vorschlage verirrten. Au empfehlen find Cot-ta'S Werke; insbesondere St. Behlen's „Lehrbuch der Forst-und Iagdthierge-schichte" (Leipz. 1826); überhaupt: Bechstein'Z „Forst- und Iazdwissenschaftnach allen ihren Theilen" :c., fortges. vonLauropu. A. (!821, 8 Thle., m. Kupf.).
Fortdauer der Seele oder Unsterblichkeit des Geistes istdie Fortdauer unserer geistigen Persönlichkeit mit Bewußtsein und Willen. Zwarschreibt man auch dem Körper eine Art von Unsterblichkeit, aber nur insofern zu,