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Fortdauer der Seele
als die körpeilichen Stoffe, welche ihre bisherige Daseinsform verlassen, unterneuen Verhältnissen in der Narur fortwirken und in andre Körper übergehen (s. d.Arr. Tod), mehr als ob derselbe Körper bliebe. Da nun der Leib unmittelbar nachdem Tode in Verwesung übergeht und damit als bestimmter organischer und mitLebensthätigkeit begabter Körper zu sein aufhört, so kann auch eine Auferste-hung des Leibes nicht als eigentliche Fortdauer desselben, sondern nur als eineneue Schöpfung eines ähnlichen und zwar vollkommenern Körpers gedacht werden.Die Fortdauer nach dem Tode oder die Unsterblichkeit der Seele hat man aus ver-schiedene Art zu beweisen gesucht; besonders hat man sie in neuern Zeiten aus derZmmaterialität der Seele gefolgert. Allein diese Zmmaterialität läßt sich selbstnicht streng erweisen; und wenn auch, so würde daraus folgen, daß die Seele nichtsowie der Leib durch Verwesung zerstört werden könnte, nicht aber, daß sie auchmit vollem Bewußtsein ihrer selbst fortfahre zu sein und zu wirken. Denn es blieb«immer möglich, daß die Seele nach dem Tode in einen bewußtlosen Zustand über-ginge, ähnlich demfenigen, worin sie sich während eines tiefen Schlafs oder einerlangen Ohnmacht befindet. Dies wäre aber keine wahre Fortdauer, sondern nichtviel besser als Vernichtung. Gleichwol ist der Gedanke, daß der Mensch nach demTode aufhören soll, als ein vernünftiges und freies Wesen thätig zu sein, so trostlosund, man möchte sagen, empörend für die Menschheit, daß ihn die Weisesten undBesten von jeher als einen unwahren Gedanken verworfen, und alle gebildete Vol-ker die Hoffnung der Fortdauer nach dem Tode, als einen wesentlichen Bestandtheilihrer religiösen Überzeugung anerkannt haben. Die Hoffnung der Unsterblichkeitist daher als religiöser Glaube zu betrachten. Es ist nämlich eine unabweisliche Fe-derung der Vernunft an den Menschen, daß er nach einer ins Unendliche fortgehen-den Vervollkommnung strebe. Diese Federung kann und darf der Mensch nichtaufgeben, wenn er nicht auf seine ganze Würde als ein vernünftiges und freies We-sen Verzicht leisten will. Er darf daher auch mit Recht erwarten, daß eine ewigeFortdauer seines bessern Selbst, als die unumgänglich nothwendige Bedingungeines unendlichen Fortschritts im Guten, stattfinden werde, wenn ihm auch dieMöglichkeit einer solche» Fortdauer ein ebenso unauflösliches Räthsel ist. DerGlaube an die Unsterblichkeit hat daher einerlei Grund und Quelle mit dem Glau-ben an die Gottheit, und Niemand kann mit fester Zuversicht an Gott glauben,ohne zugleich an seine Freiheit und Unsterblichkeit zu glauben. Es befindet sich da-her der Glaube an Unsterblichkeit auch in den Religionen der gebildetsten Völkeraller Zeit, nur wird die Idee der Fortdauer von den verschiedenen Völkern mannig-faltig mokistcirk. Am meisten aber ist sie abhängig von der Ansicht, welche manvon der Seele undHrem Verhältnisse zum Körper hat. Nur der roheste Materia-lismus ist dieser Vorstellung unfähig. Sobald man aber anfängt, das eigenthüm-liche Wirken der -Lteele wahrzunehmen und seinen Blick von der sinnlichen Gegen-wart abzuwenden, sobald entsteht auch der Gedanke an die Fortdauer und wirddurch die Regungen der Hoffnung und Furcht, sowie durch mannigfaltige noch un-erklärbare Erscheinungen der Natur, ja selbst durch Täuschungen unterstützt. Frü-her aber wird die Fortdauer als eine Fortdauer mit dem Körper, ohne Vorstellungeines von diesem Leben verschiedenen Zustandes gedacht (vielleicht darum suchteman zuerst die Körper der Todten unverwest zu «-halten), später mit einem an-der» neuverliehenen Körper. Oder die Seele wird wie ei» feinerer Körper vorgestellt,besonders als Lufrwesen (daher die Benennungen des Geistes in den ältern Spra-che» durch Hauch und Luft), oder als ein Schatten, der getrennt von, Körper nachdem Tode lebe. diesem Falle ist auch das Lebe » nach dem Tode, wie nach derMvthologie der Griechen, nur ein Schatten von dem gegenwärtigen. Aber die« istschon spätere Vorstellung und setzt eine Herrschaft der Sinnlichkeit voraus, ffndemman aber das Leben der Seele verbunden m,t dem vorigen oder einem neuen, wenn