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Foscolo
CampoDaccino (Ochsenplah) und ist fast wüste, aber mit unzähligen Ruinen stehe-maligen Herrlichkeit besäet. — In unserer Gerichtssprache heißt Forum Gerichts--Hof, die Gerichtsstelle, vor welcher streitige Rechtssachen eiuschieden werden; wie auchdie richterliche Behörde, der Gerichtsstand und die Gerichtsbarkeit; daher: kornincompeleiis, das befugte Gericht, wohin die Rechtssache eigentlich gehört; lorunii»co„>peteli8 hingegen ein unbefugtes Gericht. bvruiiicvittructus ist der GerichtS-hofdesDrtü, wo ein Vertrag geschlossen ward; körn,» «lelicli (oomniissi), derGe-richtöhofdeS Ärts, wo ein Verbrechen begangen ward; lorum llninicilii und lornmliabitationis ss. Doinic ilium); 0» »inapp,e>>e»8iolii8, wo der Verbrecher ergrif-fen ward; sl» um nri^inir, der Heimath, des Geburtsorts; kviliiii I ki sitae, derGerichtshof des ÄrtS, wo die streitigen Gegenstände liegen; !'<»»,» privilc ^nitnm,ein Gerichtshof, unter welchem Jemand st Amts oder st Person wegen steht. Sohaben z. B. Geistliche ein 1«, piivile^i-iinm. insofern sie nicht unter der allge-meinen Gerichtsbarkeit, sondern unter den« Consistorium stehen; desgleichen Stu-denten als unter dem akademischen Gerichte stehend.
Foscolo (Ugo), ikalien. Dichter und Schriftsteller, geb. aufderInselZante1713. Er war ein Zögling Cesarotti'S in Padua und trat zu Venedig , ungefähr einZahr vor dem Fall dieser Republik , als dramatischer Dichter mit st „Thyesteü" auf,bei dem ihm die Einfachheit und Strenge Alfieri's und der Griechen zum Muster ge-dient hatten. Gegen den Beifall, den dieses Werk erhielt, trat er selbst mit einerstrengen Kritik hervor. Als Bonaparte die Verfassung Venedigs stürzte und eineDemokratie einführte, zeigte sich F. als einen eifrigen Anhänger der neuen Grund-sätze; st Hoffnung aber, einen bedeutenden Platz in der neuen Republik einzuneh-men, wurde durch die Abtretung Venedigs an Östreich vereitelt. Seinen Geist zu be-schäftigen, schrieb er einen durch glühende Leidenschaft ausgezeichneten Romanu. d.Titel: „Ultimo lettore cli Ortir," (Mailand 1802, deutsch, Leipzig
1829). Man erkennt darin die Nachahmung des „Werther"; indeß sind es wolhauptsächlich die dem Werke eingewebten politischen Beziehungen und ein gewissertrüber Patriotismus, wodurch es die Italiener so allgemein ansprach. Dabei ver-dient es von Seiten der Sprache großes Lob. F. begab sich nach Mailand , wo einFreund, General Pino, ihm eine militairische Anstellung verschaffte. Seine Rede inderConsulta zu Lyon 1801 und 1802, über Italiens Schicksal („Ora/iono -> >!„-nap.iril: pol an„^re-88e> ,Ii lüon»-", Lugano 1829) ist das Kühnste und Feurigste,was die ital. Beredtsamkeit aus dieser Zeit besitzt. 1803 schrieb er in der Form einesCommentars über das von Catull übers. Gedicht des KallimachuS auf das Haupt-haar der Berenice, eine Satyre gegen verschiedene Gelehrte. Als einige franz. Trup-pencorps nach Frankreich zurückkehrten, benutzte F. diese Gelegenheit, Paris zu be-suchen. Nächst Rückkehr ließ er 1807 das kleine Gedicht „I 8t-;>»l>wi" drucken, wor-in er die Mailänder übel behandelt. Die Kritik dagegen tadelte mit Recht s. Verseals rauh und ohne Wohlklang. Darüber erzürnt, beschloß er eine andre Bahn zubetreten. Er unternahm die Bearbeitung und Herausgabe der Werke Monteeuculi'S,nach den Urhandschristen (Mail. 1807, 2 Bde., Fol.), ein verdienstliches Unterneh-men; doch warfen ihm die KennerMangel an gründlicher Kenntniß der Kriegskunstundeinezu großeKeckheit im Ausfüllen der in den Handschriften vorhandenen Lückenvor. Mit Monti, dessen Freund undVerthcidiger F. gewesen, zerfiel er dadurch, daßer, als Jener s. Übers. der„Ilias" herauszugeben im Begriff war, ebenfalls mit einerÜbers. der ersten Gesinge des Gedichts hervortrat und sie zugleich mit Abhandlun-gen begleitete, die offenbar gegen Monti gerichtet waren. Man glaubt, daß er dieselbeAbsicht mit s. beiden Tragödien „lUovi-irll-i" und „äj.iee" harre. Die Regierungaber, die hier noch andre Beziehungen finden wollte, befahl ihm, Mailand zu verlas-sen. Um den Schein der Verbannung von ihm abzuwenden, sandte ihn s. FreundPino mit angeblichen Aufträgen nach Manlua. Hier lebte er bis zur Entthronung