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Vierter Band. F bis G.
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Fouche

auch über ihn walten mußte, nach britischen ober deutschen Ansichten, noch nachdem Zustande der Dinge im I. 181? oder 1?88 betrachtet werden; am aller-wenigsten darf man ihn verurtheilen auf das bloße Zeugniß dieser Revolution, dereneigne Aussagen eben darum verdächtig sind, weil sie selbst den wilden Charakter derLeidenschaft und der Verblendung, wie der Lüge und der Gewalt in sich trug: einCharakter, der mit der moralisch-politischen Ordnung der Gesellschaft zugleich denWahrheitssinn der öffentlichen Meinung zerstörte. Nur über einen Theil s. öffent-lichen Lebens, den spätern, seit 1183, wo Napoleon über Frankreich zu gebietenanfing, hat er sich zu rechtfertigen versucht, und hier muffen selbst seine Feinde ge-stehen, daß er viel Böses gehindert und Napoleon bei mehr als einem wichtigen An-laß mit furchtloser Festigkeit sich entgegengestellt hat. Joseph F., geb. zu Nantes den 29. Mai 1?63, vom S. I. an daselbst von den Dätern des Oratoriums erzo-gen, sollte, wie sein Vater, Schiffscapitain werden. Allein er war für das «See-leben nicht stark genug, daher sehte er seine Studien in Paris fort. Hierauf hielter Vorlesungen über Methaphysik, Physik und Mathematik in der Akademie zu Inil-ly, zu Arras und zu Vendome. Er war nie Priester, heirathete noch vor der Re-volution, und lebte dann zu Nantes als Advocat. Hier wählte ihn I?92 das De-port. der untern Loire zum Mitgl. des Nationalconvents. Am 20. Sept. 1?92(mithin nachdem die Republik schon errichtet wari trat F. zum ersten Male im pa-riser Zakobinerclubb auf. Hm Convent stimmte er für den Tod des Königs und ge-gen die Appellation an das Volk. Er wirkte besonders im Ausschuß des öffentlichenUnterrichts und stand mit Condorcet in enger Verbindung. Genöthigt, Sendungennach Revers, und mit Collot d'Herbois nach Lyon , 1?93 anzunehmen, war er ge-zwungen, die Sprache der damaligen Zeit des Schreckenssystems zu führen; docherklärte er sich mit Muth gegen allgemeine Denunciationen, gegen anarchischeWill-kür und Plünderung. Bei seiner Rückkehr nach Paris wurde er im Huni 1195zum Präsidenten des Jacobinerclubbs erwählt, bald aber von Robespierre , gegendessen Tyrannei er sich erklärt hatte, angeklagt, er unterdrücke die Patrioten undvergleiche sich mit den Aristokraten. Man stieß ihn daher aus dem Clubb. NachRobespierre's Sturz schien F. auf die Seite derGemäßiglen zu treten; allein bei dergefahrvollen Lage der Republik sprach er auf der Rednerbühne für die Maßregeln desSchreckenSsvstems; daher verlangten Tallien und die Thermidorianer am 2. April1?95 seine Verhaftung. Als nun auch heftige Flugschriften, wie: „Die Anklageder Brekagner"; „Der Racheruf der Lyoner"; „Die Annahme des Terrorismus";„Der enthüllte Fouchc" u. a. m., sowie die Einwohner von Gannat im Allierdepart.und die Behörden im Nü'vredepark. seine Bestrafung federten, beschloß der Con-vent, auf den Antrag der Repräsentanten Lesage, Boiffy d'Anglas u. A„ am 9.Aug. F.'ö Verhaft,:ehmung und Alwstofiung aus dem Convent als Terrorist. Am26. Oct. 1?95 erhielt er, in Äemäßhcit eurer allgemein erklärten Amnestie, seineFreiheit wieder und lebte dann 2 Jahre als Pnvatmann. Nach dem 18. Fructi-dor (4. Sept. 1?9?), wo Barras über die Partei der Gemäßigten siegte, ernannteihn das Directorium im Sept. 1?ö8 zum Botschafter bei der cisalpinischen Re-publik. Der Oberbefehlshaber der italienischen Armee, Gen. Houberl, war seinFreund; als sich aber F. mit ihm gegen die Partei von Reubel, Merlin u. A. ver-bunden hatte, rief ihn das Directorium von seinem Posten ab. Er kehrte im An-fang 1?99 nach Paris zurück. Die Mitglieder des damaligen Directoriums wur-den bald nachher durch Si yes, Ducos, Gohier und Moulins erseht, welche F.zum Polizciminister der Republik ernannten. Als solcher entwickelte er seltene Ta-lente, mit Kühnheit, Festigkeit und außerordentlicher Thätigkeit gepaart. Wegender von ihm getroffenen Maßregeln zur Unterdrückung der Volksgesellschasten wurdeer von dem Clubb <>„ äl>>,» und im Rathe der Fünfhundert heftig angegriffen.Allein er ging auf seiner Bahn entschlossen fort und hielt alle Parteien im Zaum.