Band 
Vierter Band. F bis G.
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Friedrich II. (König von Preußen)

und andre poetische und prosaische 'Aufsähe), bestrebte sich, Ackerbau, Künste, Fa-briken und Manufacturen blühend zu machen, den Handel zu beleben, die (Gesetz-gebung zu verbessern, die Staatseinkünfte zu vermehren, sein Heer, das bis auf180,000 M. angewachsen war, immer mehr auszubilden, und so den Staat aufeine höhere Stufe der Vollkommenheit zu bringen. Geheime Nachrichten übereine Verbindung zwischen Östreich, Rußland und Sachsen , die er besonders durchden Verrath des sächsischen Kanzlisten Menzel erhielt, erregten in ihm die Besorg-nis eines Angriffs, und des Verlustes von Schlesien . Durch einen Einbruch inSachsen (24. August 1756), mit welchem der Siebenjäh rig e (s. d.) oder dritteschlesische Krieg begann, eilte er, seinen Feinden zuvorzukommen. Der Friede zuHubertsburg (15. Febr. 1763), bei welchem der breslauer (1742) und der dresd-ner (1745) Friede zum Grunde gelegt wurden, endigte diesen Krieg ohne fremdeVermittelung, nach dem Grundsätze, daß Alles auf dem alten Fuße blieb. Fried-rich trat mit einem Glänze aus diesem siebenjährigen Kampfe heraus, der ihm fürdie Zukunft einen entscheidenden Einfluß auf die deutschen und europäischen Ange-legenheiten zusicherte. Seine nächste Sorge galt der Unterstützung seiner durch denKrieg ausgezogenen und erschöpften Länder. Er öffnete seine Magazine, um seinenUnterthanen Getreide zur.Nahrung und Samen zur Bestellung der Felder zu ver-schaffen. Den Landleuten ließ er Ackerpferde austheilen; die eingeäscherten Häu-ser erbaute er von seinem Gelde, errichtete Eolonien, Fabriken und Manufacturen,und legte verschiedene Canäle an. Schlesien erhielt auf 6 Monate, die Neumark und Pommery aus 2 Jahre Befreiung von allen Abgaben. Für den Adel in Schle-sien, Pommern und den Marken wurde ein Creditsystem errichtet, durch welchesder Preis der Güter erhöht und der Zinsfuß erniedrigt wurde. 1764 begründeteFriedrich die berliner Bank und gab ihr 8 Mill. zum ersten Fonds. Die Maßregel,daß er(1766) die Accife ganz auffranz.Fußorganisirte, fand vielen Tadel. Mehregute Anstalten erhielten in dieser Zeit des Friedens von ihm ihr Dasein; das neueGesetzbuch ward aber erst unter s. Nachfolger beendigt und eingeführt. Mit Ruß-land ward (31. März 1764) ein Bündniß geschlossen, in dessen Folge Friedrich dieWahl des neuen Königs von Polen, StaniSlauS Poniatvwski, und die Sache dergedruckten Dissidenten in Polen unterstützte. Uni Preußen mit Pommern und derMark zu verbinden und überhaupt seinen Staat zu runden, genehmigte Friedrichdie erste Theilung Polens, die zu Petersburg verabredet und am 5. Aug. 1772 be-schlossen wurde. Friedrich erhielt in demselben ganz Polnisch-Preußen (das 1466vom deutschen Orden an Polen überlassen worden war), nebst dem Theile von Grofi-polen bis an den Netzfluß, doch mit Ausnahme von Danziz und Thorn . Seitdieser Zeit ward das Kc nigreich Preußen in Ost- und Sestpreußen eingetheilt. DerKonig lipß zu Graudenz eine Festung anlegen und errichtete zu Marienwerder eineKriegs- und Domainenkammer. Bei seinem wachsamen Blicke auf die Absichtenund Plane des thätigen Kaisers Joseph >>., der ihn 1769 in öLchlesien besucht, unddem er 1770 in Mähren s. Gegenbesuch gemacht hatte, erklärte er sich 1778 gegendie Besetzung eines großen Theils von Baiern durch die Östreicher, nachdem derKurfürst von Baiern , Max. Joseph, kinderlos gestorben, und dieses Land an denKurfürsten Karl Theodor von der Pfalz, als nächsten Erben, gefallen war. Dennobgleich der Letzterem eine Abtretung gewilligt hatte, so widersprach doch, im Ver-trauen aufFriedrichs Schutz, der muthmaßliche Erbe von Pfalzbaiern, der Herzogvon Zweibrücken , dieser Abtretung, sowie der Kurfürst von Sachsen, der gerechte'Ansprüche aufdie bairische Allodialerbschaft hatte. Da Östreich durch keine Unter-handlungen von seinem Plane zurückgebracht werden konnte, so verband sich Sach-sen mit Preußen, und Friedrich rückte (Juli 1778) mit 2 Heeren in Böhmen ein. Kaiser Joseph stand in einem fest verschanzten Lager hinter der Elbe bei Ja-romir's, und war zu keiner Schlacht zu bringen. Die bejahrte Maria Theresia