Geleit
Geliert
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gut fanden. Daher nennt man die Ungelehrten auch jetzt noch zuweilen Laien.Seitdem aber durch die Griechen, bei denen sich der Gelehrtenstand gänzlich vornPriesterthume trennte, die Gelehrsamkeit ein Gemeingut der Menschbeit geworden,hat auch das Studium der Wissenschaften einen humaner» und liberaler» Charakterangenommen. Durch die Buchdruckerkunst sind die Quellen der Gelehrsamkeit der-,gestalt vervielfältigt und verbreitet worden, daß es möglich ist, auch ohne mündlichenUnterricht durch bloße Lecture gelehrte Kenntnisse zu erwerben, obgleich kein Menschalles mündlichen Unterrichts ermangelt. Zuletzt unterscheidet man auch Gelehr-samkeit im engern Sinne von eigentlicherWissenschaft, indem man erstere aufeigentliche Kenntnisse oder das historisch Gegebene bezieht, was sich mehr gedacht-nißmäßig auffassen läßt, letztere aber in das Denken und Erkennen der Gründe setzt,worin die philosophische Einsicht besteht. (S. Autodidakten.) 14.
Geleit. In den Zeiten der innern Befehdungen Deutschlands ließ sich derReisende, besonders der Kaufmann, um nicht von den Raubrittern niedergeworfenund geplündert zu werden, von Bewaffneten begleiten, welche dafür, daß er ihremHerrn ei» Geleitsgeld entrichtete, ihn bis zu dem bestimmten Orte gegen jeden An-griff vertheidigen mußten. Ei» solches Geleit ist zwar in unsern Tagen nicht mehrnöthig, dennoch lassen sich manche Landesherren das Geleitsgeld oder Geleite fort-bezahlcn, weil sie auf andre Weise für die Sicherheit der Straßen sorgen. In eini-gen Theilen des Orients, namentlich in Arabien, ist diese Vorsicht der dort streifen-den Räuber wegen noch gebräuchlich. Zuweilen (z. B. in Sicilien) übernehmendie Räuber selbst das Geleit oder den Schutz gegen ihre eignen Raubgenossen oderandre Banden. Ein Geleitsbrief ist die schriftliche Vergünstigung, an seinerPerson ungekränkt durch ein Gebiet zu reisen, an einem Orte zu erscheinen, oder aufder See unter dem Schutze der Escorte zu stehen. Sicheres Geleit, s.SalvuS ConductuS.
Gellert (Christian Fürchtegott), geb. 1715 zu Haynichen, einem Städt-chen beiFreibcrg im Erzgebirge , wo sein Vater Prediger war, mußte, bei den unzu-reichenden Einkünften s. Vaters, der 13 Kinder zu ernähren hatte, schon in s. 11,Jahre durch Abschreiben sich einigen Erwerb verschaffen, sein erster Versuch inder Dichtkunst, den er in s. 13. I. machte, war ein GeburtStagSgedicht für s. Va-ter. Da es gelobt wurde, folgten bald mehre. 1729 kam G. auf die Fürsten-schule zu Meißen , wo er zwar mit dem Buchstaben der g.nech. und röm. Schrift-steller, aber nicht mit ihrem Geiste bekanntgemacht wurde. Glücklichenveise schloßer mit Gärtner und Rabener eine Freundschaft, die sie zum Wetteifer in den Wis-senschaften und der Ausbildung ihres Geschmacks ermunterte, seit 173! stu-dirte G. zu Leipzig Theologie. Nach 4 Jahren wagte er sich zu Haynichen auf dieKanzel. Gewiß würde er unter den geistlichen Rednern Deutschlands sich durchLeichtigkeit und Popularität ausgezeichnet haben, hätte er weniger Ängstlichkeit, einebessere Gesundheit, eine stärkere Brust und em.getreueres Gedächtniß gehabt. 1739übei nahm er die Erziehung zweier jungen Edelleute nicht weit von Drevden. Nach-her bereitete er den Sohn s. Schwester auf die Universität vor und begleitete ihn1741 nach Leipzig . Auch hier beschäftigte er sich mit dem Unterricht junger Leuteund mit der Erweiterung s. eigne» Kenntnisse. Gottsched, dessen Vorlesungen ergehört, und an dessen Übersetzung des Bavle'schen Wörterbuchs er mitgearbeitethatte, sank bald in seiner Meinung. Als I. I. Schwabe 1742 die „Belustigun-gen des Verstandes und Witzes" herauszugeben anfing, lieferte er Fabeln. Erzählun-gen, Lehrgedichte und ein Schäferspiel, wie auch verschiedene prosaische Abhandlun-gen dazu. Nachher zog er sich davon zurück und gab mit s. Freunden die „Bremi-schen Beiträge" heraus. Der leichte, natürliche Ton des jungen Dichters gefiel,und s. Fabeln und Erzählungen wurden immer begieriger gelesen. G. widmete sichdaher dieser Dichtungsart vor allen andern, und weil er zu anhaltenden Berufsar-