Band 
Vierter Band. F bis G.
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Geliert

betten keine zuverläßige Gesundheit Zu haben glaubte, faßte er den Entschluß, sichdem Unterrichte der akademischen Zeigend zu widmen, ward 1144 Magister undvertheidigte 1145 seine Abhandlung „I)c> poesl -,>><,!,>p,iru»> c„r»,»cz»e scriploii-1»,»". Die Faßlichkeit und Anwendbarkeit s. Unterrichts erwarben ihm ausgeben-,teten Beifall. Batteux'S „Einleitung in die scheuen Wissenschaften", Ernesti's„Rhetorik", Stockhause,i'S „Bibliothek für Liebhaber der Philosophie und schönenWissenschaften", in der Folge s. eigne „Abhandlung über den guten Geschmack inBriefen" waren die Grundlagen s. Vorlesungen, in denen er auch oft Ausarbeitun-gen s. Zuhörer beurtheilte. Außerdem dichtete er Fabeln u. Erzählungen und ver-faßte Zur Verbesserung des Theaters s. Lust- und Schäferspiele. Um dem Romanmehr Ernst, Würde und Nützlichkeit zu geben, schrieb er s. „Schwedische Gräfin".Als Beispiele einer ungezwungenen Schreibart in Briefen gab er eine SammlungBriefe nebst der schon erwähnten Abhandlung vom guten Geschmack in Briefenheraus. Darauf ließ er s. Lehrgedichte, geistliche L)den und Lieder, und eine Samm-lung verm. Schriften in Versen u. Prosa folgen. Er litt inzwischen sehr an der Hy-pochondrie. Zwölf Jahre hatte er mit Beifall in Leipzig gelehrt, ohne sich um einöffentliches Amt beworben zu haben. Der Hof aber, aufmerksam aufs. Verdienste,verlangte, daß er um eine außerordentliche Professur der Philosophie anhaltenMöchte. G. folgte darin dem Rathe s. Freunde und erhielt dieses Amt 1151. Erlas nun öffentlich über Dichtkunst und Beredtsamkeit. Seine Verträge wurden sozahlreich besucht, daß er sie in den öffentlichen Hörsilen der Universität halten mußte.Unbegrenzt war die Achtung, in der er stand, und der Wunsch, seine Zuneigung nichtzu verlieren, hielt manchen Studirenden von Ausschweifungen zurück. Angese-hene Personen beeifertcn sich, durch ihre Freigebigkeit sein Leben sorgenfrei zu ma-chen. Aber während er die Augen der ganzen deutschen Lesewelt auf sich zog, stiegseine Hypochondrie immer höher. Er entsagte der Dichtkunst und entschloß sichdagegen, besondere Vorlesungen über die Moral auszuarbeiten. Der glücklicheMittelweg, den er zwischen System und Declamation zu treffen wußte, und seinrührender Vertrag erwarben diesen Vorlesungen den ungetheillesten Beifall. Wäh-rend des siebenjähr. Kriegs ward G. von unzähliKn Fremden besucht, welche sich be-eiferten, dem Manne ihre Hochachtung zu bcweWr, der der Liebling s. Nation war.Die preuß. Prinzen Karl u. Heinrich unterredeten sich öfters mit ihm, und Letzterermachte ihm durch den General Kalckreuth das Pferd zum Geschenk, das er in derSchlacht bei Freiberg geritten hatte, und woraufG. seit der Zeit alle Tage auszu-recken pflegte. 1160 ließ ihn Friedrich >l. zu sich rufen und war mit derUnterre-dung G.'S so wohl Zufrieden, daß er ihn lc plus ruisouuable rle Ions los snvuusallen»-»,,Is nannte. Eine ordentliche Professur, die ihm mehre Male angebotenwurde, schlug der bescheidene und genügsame G. jedes Mal aus. Er bedurfte we-nig und vertraute der göttliche» Vorsehung, die sein Vertrauen auch belohnte. Ei-ner s. geliebtesten Schüler, der treffliche GrafMoritz v. Brühl , gab ihm seit 1162eine jährliche Pension von 150 Thalern, ohne daß G. seinen Wohlihärer entdeckenkonnte. Häufige Geschenke wurden ihm von Schülern und Fremden zugeschicktals Beweise der Liebe und Dankbarkeit. Nach des Geschichtschreibers MaseovTode erhieltG. ein Gnadengehalt von 450 Thlrn. Der Kurfürst Friedrich Chri-stian ehrte ihn nicht allein durch die höchste Achtung, sondern auch durch ansehnlicheGeschenke. Sein Sohn und Nachfolger äußerte gegen ihn ebenso wohlwollendeGesinnungen. So hätte G. bei einem weniger leidenden Körper sehr glücklich seinkönnen; allein das geheime s'lbel, das ihn täglich verfolgte, wich keinen Bädern undkeinen Arzneien. Seine Gesundheit wurde immer schwächer, und er war auf dieBitte s. Freunde beschäftigt, s. Moral durch eine sorgfältige Durchsicht zum Druckvorzubereiten, als ihn, im Dec. 1169 eine hartnäckige Verstopfung überfiel, dieauch die geschicktesten Arzte nicht zu besiegen vermochten. Er starb mit freudigem