Band 
Vierter Band. F bis G.
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587
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Genealogie 58"t

einander verwandt worden sind. Znr Vcrsinnlichung der Abstanmumg und Ver-wandtschaft werden genealogische Tafeln entworfen, deren Einrichtung von demvorgesetzten Zwecke abh.mgt. In den eigentl.Geschlechts: oder Stamnitafeln hebtman gewöhnlich vom ältesten Stanmivater an, und stellt alle bekannte Personenmännlichen und weiblichen Geschlechts aus einer Familie in absteigender Linie undnach deren Seitenlinien dar. Bei den Ahnentafeln beabsichtigt man die Versinnli-chung der Abstammung einer einzelnen Person in aufsteigender Linie, sowol vonväterliche,' als mütterlicher Seite. Auf diese Weise werden 4,8,16 :c. Ahnen (s. d.)nachgewiesen. Die Regierungssuccessionstafeln enthalten bloß die Abstammung derPersonen, welche nach einander zur Regierung gelangt sind oder Ansprüche auf die-selbe haben. Mit ihnen stehen die ErbfolgesstreitStafeln in Verbindung, welche mehr«Linien einer Familie oder mehre Familien neben einander stellen, um aus den Gra-den der Verwandtschaft das Erbfolgerecht abzuleiten. Die simchronistischcn Tafelnwerden aus nebeneinandergestellten Stammtafeln mehrer Familien gebildet, umVerwandtschaften, Heirakhen, Erbverbrüdcruiiqen rc. deutlich zu vergegenwärtigen.Die historischeil Stammtafeln unterscheiden sich von den eigentlichen Stammtafelndadurch, daß sie nebst der Abstammung auch noch Biographien der Skammgliederbeifügen, sowie bei den LändervereimgungS: oder Trennunggtafeln neben der Fort-pflanzung der Stämme auch die Ab- und Zunahme des Landerbestandeg oder desFamilienvermögens verzeichnet wird. Die gewöhnliche Form der genealog. Tabellenist, daß der Stammvater obenangesetzt und bei jedem der Nachkommen die Abstam-mung durch Striche angegeben wird; doch hat man auch solche Tabellen in der Ge-stalt eines Baumes, nach dem Vorbilde des kanonischen Rechts (.-»lmr con--,»^»i-nliuii-), wo der-Ltammvater, gleichsam als Wurzel, unten gesetzt wird: eineForm,in welcher sich besonders die ältern Genealogen gefielen. Die Kenntniß der Genea-logie ward im ausgehenden Mittelalker wichtiger, als der Adel sich von den übrigenständen absonderte, sich gewisse Amter, Stellen in Stiftern u. s. w. ausschließendvorbehielt, und Jeder, der dazu gelangen wollte, eine festgesetzte Anzahl von Ahnen nachweisen mußte. Damals entstand auch die Sucht, die Stifter der europäischen Regentenhäuser im fernsten Alterthume oder doch wenigstens in den römischen Fa-milien nachzuweisen. In der deutschen Geschichte kommen vor der Mitte des 11.Jahrh, keine Fam iliennamen vor. Die älteste Spur derselben, nach Galterer,ist von 1652, wo in Scharmal'ü „lim.-luiiiia vewri" ein Henrion; Oe Ninu, vor-kommt. Erst im 12. und 18. Jahrh, wurden die Familiennamen nach und nachgewöhnlicher. — Die Wissenschaft!. Behandlung der Genealogie gewann, nach derzweckmäßigern Behandlung der Geschichte überhaupt, vorzüglich durch Deutsche.Im 17. Jahrh, war Andreas DucheSnesst. 1610) ein Hauptverbesserer der genea-logischen Methode, und RitlershusiuS (Pros. der Rechte zu Alkdorf, st. 1670) be-mühte sich, Unsinn in der Genealogie zu vermeiden; ihn ergänzte Imhof(1688).Mehr geschah in, 18. Jahrh. Gebhardi gab die älrern Lohmeier'schcn Stammtafeln(1780) verbessert heraus. Durch Hübner's mühevolle „Genealogische Tabellen"(IBte., Fol„ 1725—33, neue Anst. 1737—66; vortrefflich sind die „Supple,mentkafeln zu Hübner's genealog. Tab.", Kopenhagen 1822—>21, 6 Liefer., ver-faßt von der regierenden Königin von Dänemark , Sophia) und Sani. Lenz'S Er-läuterungen dazu (1756, 1.) machte die Wissenschaft bedeutende Fortschritte; dochführten sie erst Gatterer („Abriß der Genealogie", Göttingen 1788), Pütter(„IAH!,, o;-;>><-!>!.", Gott . 1768, 1.), Koch in Sirasburg, und Voigtek (1810)zu einer höhern Vollkommenheit. Über den deutschen Adel insbes. ist das „Adels?lexiko»", von Ioh. Christian v. Hellbach, in histor,, genealog., diplomat. und heral-discher Hinsicht (Ilmenau 1825, 2 Bde.) zu empfehle». Von dem „Genealog, undo^taatshavdbuche" erschien b.Wenner, Franks. a.M.,der65.Iahrg. 1827. Auch das„Geneal. Taschenb. s. 1828"v. Fr. Gottschalck (Snittg.) verdient Empfehlung. (>.