Band 
Vierter Band. F bis G.
Seite
591
JPEG-Download
 

Gemthliacori Genf 591

Mittel zu bald ausgesetzt werden, welche die Krankheit beschränkten, oder wennDiätfehler begangen werden, welche den vorigen Krankheiiszustand begünstigen.In eine andre Krankheit kann er übergehen, wenn die Mittel, welche d>n der Krank-heil entgegengesetzten Zustand hervorrufen solle», zu lange fortgesetzt werden. Hier-durch kann der Kranke gerade in die entgegengesetzte Krankheit verfallen, der voneinem entzündlichen Fieber Genesene kann z. B. durch Übermaß von Blutentuebungoder schwächenden Arzneimitteln in ein sogenanntes Faulfieber oder in ein hektischesFieber verfallen u. s. w. Ferner kann durch Mangel an gehörigem diätetischen Ver-halten, Übermaß inSveisen und Getränken, Erkältung, Störung der kritischen Aus-,leerunqen u. dgl. der Übergang in eine andre Krankheit befördert werden. I l.

G e n e t h l i a c o n, ein GcburtStagSgedicht. — GenethliacuS, Einer,der sich damit beschäftigt, bei der Geburt eines Kindes das künftige Schicksaldesselben aus dem Stande der Gestirne vorherzusagen, ein Nativitäisteller. (S.Astrologie.)

Genetisch heißt die Erzeugung betreffend, z. B. genetischeKraft, dieZeu-gnngskraft. Genetische Erklärung ist eine solche, die nicht bloß die Merkmale einerSache angibt, sondern zugleich ihre Entstehung darthm; geneilfche Methode, welcheeinen Gegenstand entstehen läßt oder in die Entstehung desselben Einsicht gewäkrt.

Genf (6>-i,>'><-), reformirter Eanton der Eidgenossenschaft (1 l ftstM.,44,000 E.). Die Stadt Genf, am See gl. N., das helvetische Athen , ist gut ge-baut, wohlhabend durch Fabriken und Handel, befestigt, und hat 28,000 Einw. in4330 H. Die Rhone welche den See durchströmt, tritt bei Genf aus demselbenund sondert die Stadt in 3 ungleiche, durch Brücken zusammenhängende Theile.In der blühendsten Periode zählte Genf 100 Uhrmachermeister und gegen 8000Arbeiter. Jetzt verfertigen nur noch 2800 Arbeiter jährl. 70,000 Uhren, und dar-unter die Hälfte goldene für 2,150,000 schweizer Franken. Die übrigen Metall-arbeiter liefern die zur Uhrmacherkunst erfoderlichen und andre mathematische undchirurg. Instrumente. Bedeutend sind die Kunstwerke der Gold-, Silber- und Bi-jouteriearbeiter. Außerdem werde» Zitze, Wollentücher, Musseline, Goldborten, sei-dene Zeuche, auch Porzellan verfertigt. Die Lage am Genfersee begünstigt denTransito-, die Nähe der franz. Grenze aber den Schleichhandel. Genf erwarb aufdiese Weise so ansehnliche Reichthümer, daß es 120 Mill. LivreS meist in den franz.Fonds stehen hatte, die bei der franz. Revolution zum Theil verloren gingen. IniMittelalker war Genf einem Bifthofund einem Grafen unterworfen, welche sich ge-genseitig ihre Rechte streitig machten. Das Recht der Grafen kam endlich an dieHerzoge von -Löavoven, welche bald die Bischöfe auf ihre Seite zu ziehen wußten.Aber auch die Bürger hatten von den Kaisern viele Freiheiten. Dadurch entstandenStreitigkeiten, welche die von den Franzosen gedrängten Herzoge nicht mit Nach-druck gegen die auch von den Schweizern begünstigten Genfer führen konnten. 1524entledigte sich die Vtadk des herzogl. Vicedoms, und 9 I. darauf auch des Bischofs,indem sie öffentlich zur reformirken Lehre übertrat. Mehre herzogl. gesinnte Fami-lien wurden verbannt. Dafür hatte sie lange gegen die Ansprüche der Herzoge zukämpfen, welche 1602 den letzten Versuch machten, die Stadt durch eine Überrum-pelung in ihre Gewalt zurückzubringen. Das Unternehme» mißlang, und jährlichwurde seitdem zum Andenken daran am 12. Dec. das Escaladesest gefeiert. 1603endlich kam unter Vermittelung von Bern, Zürich und Heinrich I V. von Frankrcichein Vergleich zu Stande, kraft dessen Savoven allen Ansprüchen entsagte, und jenedrei Vermittler Genfs freie Verfassung verbürgten. Diese Verfassung war ein Ge-misch von Demokratie und Aristokratie. Die Bürger bildeten das sönn^e,! g^neraloder !>c»ivi'i.-ii». welches die gesetzgebende Macht haben und über die wichtigstenStaatsangelegenheiten entscheiden sollte. AusdiesenBürgern worein GroßerRathvon 200, später von 250 Personen, und aus diesem wieder einKleiner Räch von