25 Personen unter dem Voisstze des Syndicus gezogen. Diese hatten die vollzie-hende Macht, die Verwaltung der öffentlichen Easteund die Besorgung der tägli-chen Geschäfte. Schon 1536 war festgesetzt worden, daß eine Sache, um an denGroßen Rath zu kommen, erst im Kleinen Rathe genehmigt, und um an di. Bür-gerschaft zu kommen, zuvor im Kleinen und Großen Rathe gedilllgt sem muffe.So bestand die Regierung lange zur Zufriedenheit der Bürger, bis sie allmälia i»Oligarchie ausartete; einzelne Familien bemächtigten sich der wichtigsten Ämterausschließlich und behandelten die Bürger als Gebieter. Die dadurch erzeugte Un-zufriedenheit äußerte sich im Laufe des 18. Jahrh, häufig in thätlichen Ausbiüchenund in dem Wunsche nach einer gerechten Verfassung. Man nannte die Klagenden1kr,-ie,-i('ntu>is. die Anhänger der Rakhsfamilien aber dic^ul'G. Das Übel mehrtesich noch durch die alte Verfassung Genfs, vermöge welcher die Einwohner in 3Elasten getheilt waren, nämlich in <äilo-x,u;, oder solche Bürger, die von ihren Vor-eltern her Bürger waren und zu allen Ämtern gelangen konnten, in lionroe»!-! dievon neuen, aus der Fremde gekommenen Bürgern, deren Nachkommen man erst dievollen Bürgerrechte ertheilte, abstammten, und zwar in der allgemeinen Versamm-lung erscheinen, aber weder in den Rath kommen noch Würden bekleiden konnten,endlich in lli.lüiunn oder schutzverwandte Einwohner, die kein Bürgerrecht hatten;die Nachkommen der Letzter» hießen diutils, Eingeborene. Alle diele Elasten hattenUrsache zur Unzufriedenheit, und ebendadurch gelang es dem Kleine» Rath, sich langein seinen Vorrechten zu erhalten. Endlich kam es 1181 zu einem heftigen Auü-bruche. Zwar wurde der Streit von den vermittelnden Mächten, vorzüglich vondem stanz. Minister VergenneS , mit gewaffneter Hanf zum Vortheil der Oligarchieentschieden, aber die Folge davon war, daß viele Familien nach Konstanz , Neufchatel,England und Amerika auswanderten und ihren Kunstfieiß dahin brachten. Einespätere Revolution, 1189, stellte zwar die Bürgerrechte mit mehr Bestimmtheit,als bisher es der Fall gewesen, wieder her, und Mehre Ausgewanderte und Verwiesenekehrten zurück, aber schon zeigten sich die nachkheiligen Wirkungen dU stanz. Revo-lution, und während der Schreckenszeit (1192) wußte der Resident Soulavie, vons. Regierung unterstützt, die abscheulichen Scenen, welche damals in Frankreich wütheten, auch hier hervorzudringen. Viele Bürger verloren ohne Proceß Heimath,Vermögen und Leben. Nachdem auf diesen Sturm eine Ruhe von wenigen Jahrengefolgt war, besetzten 1198 stanz. Truppen die Stadt welche am 11.Mai der Re-publik Frankreich einverleibt und die Hauptstadt des Depart. Lein an ward. Am80. Dec. 1813 ging Genf mit Eapitulation an die Verbündeten über. Seitdembildet es in der helvet. Eidgenostenschaft den 22. Eamon; s Verfastung ist aristo-kratisch-demokratisch; ein Slaatsrath von 4 diesjährigen und 4 alten Syndicisund21 Smaisräthen s„»1>lc,-i sestu,hat die vollziehende, der Rkpräftmarionsralhvon 216 Mitgl. die gesetzgebende Gewalt. Die Verwaltung ist so musterhaft, daß1829 alle Schulden des Eant. und der Stadt abgezahlt waren. Die Einw. zeichnensich ebensosehr durch wissenschaftlichen alsdurch Gememgeist aus, und es erregt Be-wunderung, zu sehen, wie viel sie, bei beschränkte» öffentl. Mitteln, für Wissenschaftund gesellschaftl. Bildung thun. Unter den Privatverei'nen nennen wir die dwowio>I<- lortnie. den Verein für die deutsche Sprache, die Vorlesungen über Literatur u.Geschichte, den Kunst-und Musikverein. Dieser vaterländische Sinn erstreckt sichselbst auf die gemeinere Elaste der Arbeiter, die sich z. B. 1815, wo ein botanischerGarten von Decandolle angelegt ward, ein Vergnügen daraus machten, die Treib-häuser -c. umsonst zu erbauen, das erfoderliche Glas ohne Bezahlung zu liefern ic.Die 1368 gestiftete Universität wurde 1538 durch Ealvin und Beza erneuert. Zuihr gehören die öffentliche Bibliothek, eine auf der Bastion St.-Ant. 1829 errich-tete Sternwarte, ein akadem. Museum der Naturgeschichte seit 1818, welchesSaussure's Mineraliensammlung, v. Haller's Herbarium, Pictet's physikalisches
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