Band 
Vierter Band. F bis G.
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Genlis

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gestirnten Gewände leicht bekleidet, und mit Blumen oder einem Zweige von Maß-holder umkränzt, oder auch nackt und geflügelt abgebildet, wie der Genius in derVilla Borgheft, von dessen Schönheit Winckelmann so entzückt war.!

Genlis (Stephanie Felieit. Ducrcst ke St.'-Aubin, Marquise von Sillery,Gräfin v.). Diese beliebte und fruchtbare Schriftstellerin, geb. in der Gegend vonAntun 1746, war alsMadcm. de St.-Aubin, ihrer Schönheit und ihres musika-lischen Talents wegen, in großen Häuft, n gern gesehen, wo sich ihrDeobachtungS-geist und ihre Weltkenntnis ausbildete. Graf Genlis, der sie nie gesehen, aber vonungefähr einen Brief von ihr las, ward durch den Styl desselben so entzückt, daherdem armen Fräulein s. Hand anbot. Die nunmehrige Gräfin erhielt als Nichteder Frau v. Montesson Zutritt in dem Hause -OrleanS und wurde 1782Gouver-nante der Kinder des Herzogs. Als solche schrieb sie das „ l bcätr« cl c>I„c-,,ion"(1779), „-Ulcle et 1 lxiostoi c" (1782), die „Veillccs ein cbüteau" (1784) unddie ile I.', vertu" (1783): Erzikhungsschriften, für die schon der Ruf

und die Stelle der Verf. die allgemeine Aufmerksamkeit gewannen. Sie leitetedas ganze Erziehungsgeschäft und nahm auch an andern Verhältnissen des Hauses-Orleans Theil. Man sieht aus ihren Schriften, daß sie die Revolution liebte,daß sie Petion undBarrce bei sich gesehen und den Jakobinersitzungen beigewohnthabe. Doch verließ sie Frankreich schon 1791. Zn ihrem „präcis ,1c in» cn„-<>»itc" erzählt sie, daß Petion sie nach London geführt habe, damit sie auf derReift kein Hinderniß fände. Um die Zeit der Septcmbermorde (1792) rief sie derHerzog v. Orleans nach Paris zurück. Allein als Führerin der jungen Herzogin v.Orleans und als angebliche Vertraute des Vaters war sie verdächtig. Sie gingdaher mit der Prinzessin nach Tournay , wo sie die schöne Pamcla, ihre Adoptiv-toehker, mir Lord Fchgerald vermählte. Hier sah sie den General Dumouriez,auch folgte sie ihm nach Lt.-Amand. Da sie den Plan dieses Generals, bei demsich die «Löhne des Herzogs von Orleans befanden, gegen Paris zu marschiern, umdie Republik zu stürze,,, nicht billigte, begab sie sich im April 1793 mit der Prin-zessin in die Schweiz und lebte in einen, Kloster zu Bremgarten , einige Meilen vonZürich. Als sich aber nachher die Tochter des Herzogs v. Orleans zu ihrer Tante,der Prinzessin v. Cond,-, nach Freiburg begab, ging sie niit ihrer noch einzig übri-gen Pflegetochter, Henrietre Sercep, 1794 nach Ältona, wo sie in klösterlicherEinsamkeit der Literatur lebte. Auf einem Landgute im Holsteinischen schrieb siedie ,,(chcv-,li>>is <1„ <>gnc" (Hamb . 1795), einen Roman, der viel republikani-sche Äußerungen und freie Schilderungen enthält. Er erschien 1805 zu Paris insehr veränderter Gestalt. 1795 gab sie den „I'rccis stc l„ cnniluiic ,lc >>„,!. üeLei,-." heraus. Am Schlüsse befindet sich ein Brief an ihren ältesten Zögling,worin sie ihn ermähnt, die Krone, wenn sie ihm angetragen würde, nicht anzuneh-men, weil die franz. Republik auf moralischen und gerechten Grundlagen zu ruhenscheine. Als Bonaparte an die Lpitze der Regierung trat, kehrte sie nach Frank-reich zurück, und erhielt von ihm eine Wohnung und 1805 eine Pension von 6000Fr. Er selbst bekümmerte sich nicht um sie, und als sie für ihre Pension doch Etwasthun wollte, sagte er: „Nun gut, sie mag alle Monate an mich schreiben". Hier-auf schrieb sie ihm über literarische Gegenstände. Zhre Werke (a» SO Bde.), unterwelche» das „l ücätro <1 cüucstic»,", „ällle. >1e tllc,rnoiit" und „äl,v>l.

1 liiere" die vorzüglichsten sein möchten, zeichnen sich durch gefällige Schreibartund edle Grundsätze aus. Die meisten sind auch ins Deutsche übersetzt. Palissot batins. „älcmoii'cs liitciuircs" die Frau V.G. mit andern berühmten Schriftstelle-rinnen verglichen. Unstreitig kommt sie der Frau v. Stack nicht gleich, was Kraft,Erhabenheit und wirkliches Wissen anlangt. Zu der Erfindung, in der Zeichnungder Charaktere und in dem Darstellen der Leidenschaften wird sie von Mad. Collinübertreffen. Auch der Frau v. Flahault-Souza sieht sie »ach, was dre natürlich

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