Band 
Vierter Band. F bis G.
Seite
597
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Gmserich Gentz 507

„l1.av,iri.i s>i.i" und Aubert le Mire's „(Ibronionn bol^ioum o llul. duorsreockr>„nu„, 1656", als s. Gewährsmänner beruft. Der deutsche Bearbeiter hqt, indemer das Buch zutu Grunde legte, eine verständige Auswahl und zugleich den Ton ge-troffen, der einer Schrift dieser Art zukommt. >16.

Genserich, König der Dandalen (s. d.).

Gent (G>n>1), Hauptst. der niederländischen Grafsch. Ostflandern, vormalsder ganzen Grafschaft Flandern , sowie nachher des östr. Antheils an dieser Graf:schüft, eine woblgebaute Stadt am Einfluß der Lys, Lievre u. More in die Scheide,ist durch Canäle in 26 Inseln mit 85 Brücken getheilt, und hat 10,000 H. und66,000 E. und viele Manufacturen in wollenen und baumwollenen Zeuchen, Lein-wand, Tuch, Hüten, Ledern, a. Gentkonntezu den Zeiten Philipps von ValoiSund Karls VI. 50,000 M. ins Feld stellen. Sie verlor ihren Glanz unter KaiserKarl v „ dessen Geburtsort sie war. Übermäßige Abgaben brachten 1539 die Einw.zu dem Entschlüsse, sich König Franz I. von Frankreichzu unterwerfen. Allen!Franz gab Karl hiervon Nachricht, worauf dieser 30 der vornehmsten Bürger hin-richten ließ, viele in die Acht erklärte, die öffentlichen Gebäude einzog, alle Privile-gien zurücknahm, eine Strafe von 1,200,000 Thlr. ausschrieb unk eine Citadelleanlegte. Merkwürdig sind die Domkuche, 55 andre Kirchen, das Stadthaus, dieCitadelle, das Grafeiicastell, der Prinzenhof, die Börse u. a. m. England schloßhier mit den Verein. Staate» den Frieden vom 21. Dec. 1814. Gent hat eine1816 gestiftete Universität, wichtige Lehr-und Bildungsanstalten, wissenschaftl,Kunst-u. a. Vereine, aucb eine jährliche Kunstausstellung.

Gentleman heißt in England jeder Mann von guter Erziehung, anstän-digen Sitten und einem Betragen, das achtbare Gesinnungen ankündigt, ohnedaß gerade die glänzenden Eigenschaften des anziehenden Gesellschafters nothwen-dig darin eingeschlossen wären; es bezeichnet daher nicht sowol einen auf Herkunftoder Rang gegründeten Vorzug, als vielmehr die auf Würdigkeit beruhende Gel-tung des Menschen in der Gesellschaft, und steht der in Sitte und Betragen sichäußernden Gemeinheit und Rohheit des Gemüths entgegen. Nach den Begriffendes Engländers erscheint der Gentleman überall würdig, und seine Bildung stelltden Mann von dunkler Herkunft dem Ahnenreichsten gleich, da auch die Ansicht,daß das gelungene Bemühen, sich die äußern Vorzüge des gebildeten Mannes ei-gen zu machen, alle bürgerliche Ungleichheiten aufhebe, durchaus Volksdenkart ist.Zuweilen wird das Wort andern Benennungen vorgesetzt, um Anspruch auf Aus-zeichnung anzudeuten, wie z.B.(1o>u>t->nu>,-kä>,>>>>>,>!>er aufden engl. Universitä-ten ein Student heißt, der von eignem Vermögen sich erhält. In der MehrzahlGentlemen (meine Herren) gebraucht man das Wort in der Anrede an Mehre, alsErsatz für die dein Worte Sir (Herr) mangelnde Mehrzahl.

Gentry bezeichnet den niedern Adel in Eng land (s.d.).

Gentz (Friedrich v.), Publicist und politischer Schriftsteller, geb. zu Dreslau1764, ist k. k. Hofrakh (bei der Hof-und Staatskanzlei) zu Wien und Ritter vielerOrden. Sein Vater war zuletzt Generaldireccor der Münze in Berlin ; s. Muttereine geb. Ancillon. In Breslau und Berlin erzogen, studirte G. in Königsberg .1786 wurde er in Berlin bei dem Generaldirectyrium als Secretair angestellt, er-hielt dann den Titel Kriegsralh und heirathete die T. des Oberbauraths Gilly.Seit 1786 machte er sich durch Philosoph, und historische Aufsätze in Journalen be-kannt; st Übers. von Burke'ö „Betracht, üb. die franz. Revolution" (2 Thle., 1793,M. Bemerk, und Abhand., 3. Aufl.) gründete s. Ruf. Noch übers. er LOchriftenvon Mallet du Pari 1794, von Ivernois 1796 fg„ und von Mounier („Entwickel.der Ursachen, welche Frankreich gehindert haben, zur Freiheit zu gelangen", 4 Thle.,1799). Über die erschlichenen Güterschenkungen in dem neuerworbenen Südpreu-ßen und über andre Mißbrauche in der dortigen Verwaltung erklärte er sich frei-