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Geognosse und Geologie
ben wurde, die nachher die neue Oberfläche des Planeten bildeten, ließ unzäbligeÜberi-este zurück, die als Zeugen der Größe und Form der organischen Körper da-stehen» und in denen wir, wenn man sie mit denjenigen vergleicht, welche sich jekt aufder Erde finden, mit wenigen Ausnahmen entsprechende und gleiche Bildungen ver-missen. Diese Überreste erzählen uns von einer vergangenen Zeit, da sie wie wirlebten und die Oberfläche der ^rde bewohnten; sie sagen uns aber nichts von demEreignisse, welches sie so tief unter dieselbe begrub. Sie gleichen in dieser Hinsichtden großen Überresten der Baukunst aus dem Alterthume» welche man in Asien undAmerika gefunden hüt, und die von einem Zeitalter herstammen, dessen Andenkmverschwunden war, ehe unsere Geschichte begann, und wo gerade die Unmöglichkeit,Etwa? von ihrer Entstehung zu erfahren, die Forschungsbegierde bei Jedem, der sichmit ihrer Untersuchung beschäftigt, erhöht. Dasselbe ist bei der Geologie der Fall.Die zuletzt zerstörten Organisationen liegen in der obersten Schicht der Erde begra-ben, die ältern im Verhältniß ihres Alters unter einander, und jede in ihrer Erd-schicht hat eigenthümliche Charaktere. Die ersten und ältesten, d. h. die niedersten,waren ganz verschieden von denen, welche jetzt leben- und zeigen, daß die Verhält-nisse, welche damals stattfanden, ganz von den jetzigen verschieden sind. Man istauch ferner darüber einig, daß vor dem ersten, in Vergleich mit dem jetzigen unvoll-kommenen und unausgebildcten Organisationstypus unser Planet öde und leerwar, und daß die jetzigen Urberge eine flüssige Masse eonstituirten, welche allmäligerstarrte. Die sphäroidische, gegen die Pole abgeplattete Gestalt der Erde ist einentscheidender Beweis dafür, und wir dürfen nur das bloßgelegke Innere vielerBerge mit einiger Aufmerksamkeit betrachten, umzusehen, daß die Masse, auswelcher sie bestehen, in Bewegung war, während sie anfing zu erstarren, und daß sieerhärtete, bevor ihre Theile sich wieder in eine neue Ordnung legen konnten. Beider Frage über den flüssigen Zustand der Erde theilen sich die Meinungen. EinigeGeologen glauben, daß die Urberge vom Wasser durchdrungen und in demselbenaufgelöst gewesen seien; an der Spitze dieser stand Werner (s. d.), welcher dieseMeinung zuerst aufstellte. Andre glaubten, daß die Erde durch eine höhere Tem-peratur geschmolzen, d. h. in einem glühenden Fluß gewesen sei. Man pflegt diesebeiden Hypothesen die neptumstische und die vulkanische zu nennen. Die letzterebatte zu allen Zeiten die meisten Anhänger. B uffo n's Behauptung, daß dieErde durch einen Kometen aus der glühenden Masse der Sonne ausgestoßen wor-den sei, welches eine mathematische Unmöglichkeit in sich schließt, bekam auch keineAnhänger. De la Place äußerte die Idee, daß die Sonne ehemals eine weithöhere Temperatur als jetzt hatte, daß die gasförmigen Bestandtheile derselben sichüber die Bahn aller Planeten des Sonnensystems hinaus erstreckten, und daß dann,als diese sich bei abnehmender Temperatur verdichteten, die festgewordenen TheiledieserAtmosphäre in kugelförmige Körper auf verschiedenen Entfernungen von demMittelpunkte der Sonne sich sammelten, und die Planeten sich bildeten, welchenachher erstarrten und sich abkühlten. Nach dieser Hypothese waren die Bestand-theile der Erde einmal so sehr erhitzt, daß sie Gasform hatten. Hutton, welcherbesonders es versuchte, die vulkanische Hypothese auszuarbeiten, stellte sich vor, daßdas Innere der Erde durch Feuer flüssig sei, und daß dieses unterirdische Feuer inVerbindung mit dem Wasser der Atmosphäre an den vorgegangenen RevolutionenTheil genommen habe, und unaufhörlich neue vorbereite, welche mithin in langenZwischenräumen immer auf einander folgen müssen, sotaß Das, was jetzt Land ist,einst Meeresgrund werden muß, wo dann der Meeresgrund aufgehoben werden undBerge und Erhöhungen bilden müßte. Aber in allen den Theilen der Wissenschaft,wo die Einbildungskraft einen freien Lauf hat, ohne von der Erfahrung geprüftWerden zu können, wird jedes Individuum ein eignes System sich bilden. Wer-Ne r führte gegen die vulkanische Hypothese an, daß unsere Urberge oft Derbindun-