Band 
Vierter Band. F bis G.
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Georg III ,

mit Nachdruck fort, und der Friede von 1763 sicherte England den Besitz von Ca-nada u. s. w. In seine lange Regierung fallen der Verlust der nordamerikanischenColonien , die Eroberung von» größten Theile Ostindiens und mehrer Inseln, dieengere Vereinigung Irlands mit Großbritannien und der frünz, Revolutionskrieg.Unter ihm erhob sich der Ruhm der britischen Seemacht höher als je, durch Howe,Iervis, Nelson u. A.; auch das Landheer erlangte wieder den alten Ruf der Tapfer-keit und Kriegszucht, in Indien und unter Wellington in Spanien und den Nieder-landen. Zahlreiche Erwerbungen haben das Seereich der Briten ebenso sehr erwei-tert als ihren Handel, Schon 1788 hatte der König den ersten 'Anfall von Geistes-zerrüttung, ward aber von dem Doctor Willis bald hergestellt. Allein 1792 wareine so schnelle Heilung nicht möglich, und es wurde die Frage wegen einer Regent-schaft in dem Parlamente zur Sprache gebracht. Die Oppositionspartei wollte denPrinzen von Wale-5zum Regenten erklärt wissen, allein die Ministerialen unterPitt's Anführung, welche durch den Prinzen gestürzt zu werden fürchteten, behaup-teten, daß die Regentschaft kein mit der Person verbundenes Recht sei, sondernwillkürlich von dem Parlament ertheilt werden könne. Die Bill, welche Pitt indiesem Sinne vorschlug und das Unterhaus annahm, blieb indeß ohne Wirkung, dader König genas. Man behauptet, daß die wesentlichen Dienste, welche Pikt beidieser Gelegenheit dem Könige erwiesen, hauptsächlich ihm die unwandelbare Gunstdesselben gesichert hätten. Der König ward von s. Volke sehr geliebt; gleichwolhatte man mehr als ein Mal Angriffe aufsein Leben gewagt; namentlich bei dem vonGordon angestifteten Aufruhr 1780, dann 1794, wo auf einer Spazierfahrt eineFlinte auf ihn abgedrückt ward, und 1800 im Theater, wo ein gewisser Hatfield,der nachher für wahnsinnig erklärt wurde, ein Pistole gegen die königl. Loge abschoß,ohne jedoch Jemand zu verwunden. Die königl, Gewalt hat sich unter der Regie-rung Georgs >>>. besonders durch dieFremden bill und die VuSpension der Ha-beas-Corpusacte (s. d.) ansehnlich erweitert. Ihr Einfluß im Parlamentewar größer als je, theils durch die Spaltungen der Oppositionspartei, theils durchdie Vermehrung der Mitglieder im Oberhause, deren Anzahl 1760 nur 181, im I.1800 aber gegen 500 betrug. Als Georg in s. 22. I. den Thron bestieg, besaßLord Bute , sein ehemaliger Erzieher, sein unumschränktes Vertrauen, das nachhergewissermaßen aus den von diesem empfohlenen Lord Liverpool überging. Der Kö-nig genehmigte leicht die Plane, die s. Grundsätzen entsprachen, und verfolgte siemit größter Beharrlichkeit; aber ebenso unbeugsam war er auch ins. Abneigung;kein Souverain verabscheute sosehr als er die Grundsätze der franz. Revolution, selbstals die herrschende Partei der constituirenden Versammlung die britische Verfassunglaut erhob. Ebenso beharrlich hat er sich geweigert, den irländischen Katholiken dieAufhebung der Test zuzugestehen, welche ihnen Pitt versprochen hakte, Künsteund Wissenschaften hat er mehr beschützt als s. Vorgänger aus dem Hause Braun-schweig ; doch nicht in dem Grade, wie von einem so großen Monarchen hätte erwar-tet werden können. Fast alle s. Schenkungen und Pensionen hatten mehr einen po-litischen Zweck. Übrigens war s. Charakter stets sanft und leutselig; sein Gesichthatte das Gepräge der Gutmuthigkeil und des Wohlwollens. Als Gatte und Va-ter musterhaft, lebte er stets wie ein einfacher Privatmann in dem Schoß s. zahl-reichen Familie, vornehmlich zu Windsor. Als er 1804 einen abermaligen Anfalls. Krankheit hatte, beschäftigte man sich aufs Neue mit den Maßregeln zu Einsetzungeiner Regentschaft; auch dies Mal genas er wieder. Seitdem litt er besonders ander Abnahme des Gesichts, wodurch er verhindert ward, das Parlament persönlichzu eröffnen. 1810 kehrte seine Geisteskrankheit heftiger als je zurück, und es ver-schwand alle Hoffnung zur Wiederherstellung. Die Regentschaft wurde daher indie Hände des Prinzen v. Wales , (Aeorg Friedrich August, gelegt. In diesem Zu-stande starb der blinde Konig den 29. Jan. 1820, in einem Alter v. 81 I. 7 Mon.