Band 
Vierter Band. F bis G.
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Georg III.

Volksmeinung sein, als die Untersuchung desBetragenS seiner Gemahlin im Parla-mente zur Sprache kam. Gegen die Erwartung seiner bisherigen Freunde, be-folgte er, durch die Lords Liverpool und Castlereagh über die Vortheile des Kron-rechrs belehrt, dasRegierungssvsteni Pitr'S mit dem glorreichsten Erfolge, und Lud-wig X VUl. erklärte nach s. Wiederherstellung, daß er, nächst Gott, dem PrinzenRegenten s. Krone verdanke. Darauf empfing der Regent den Kaiser Alexanderund König von Preußen, nebst ihren ruhmgekronten Feldherren, und mehre fremdeFürsten als s. Gäste in London , mit einer bisher noch nicht gesehenen Pracht. Ineinem Schreiben vom 14. Juli 1815 bat Napoleon den Regenten um eine Freistatt:„wie ThemistokleS vertraue er sich dem standhaftesten und großmüthigsten seinerFeinde," allein die britische StaatSkunst mußte andre Rücksichten nehmen als dieauf Plutarch'S Erzählung. Als Regent stiftete er den 12. Aug. 1815 den hanöver-schen Civil- und Militair-, den Guelphen-, und 1818 den engl. Wt.-Patrik- Orden.Zur heiligen Allianz gab er den 6. Oct. 1815 s. Zustimmung nur persönlich, da diebritische Slaatöverfassung den förmlichen Beitritt nicht gestattete. In derselbenZeit übernahm der Prinz Regent die Vormundschaft über die braunschweigischenPrinzen und das Herzogthum, wo er 1819 die alte feudalstündische Verfassung wie-derherstellte. Dasselbe halte er, jedoch mit mehren Abänderungen, auch in Hanovergethan. Zuletzt hatte er für Hanover und Braunschweig die Beschlüsse des Bundes-tages vom 20. Sept. 1819 als gesetzlich erklärt und die strengen Formen der Cen-sur vom 1.1105 wiederhergestellt. Im März 1816 machte er das Parlament mitder am folgenden 2. Mai vollzogenen Vermählung seiner Tochter Charlotte mit demPrinzen Leopold vonSachsen - Koburg bekannt. Da der Wohlstand der Na-tion nach dem Frieden durch die plötzliche Unterbrechung einerungeheuern Consum-tion auf deu einen und einer großen Fabrikthätiakeit auf der ankern Seite sehr er-schüttert wurde, und die Lasten fortdauernd das Volk drückten, welches sich im Par-lamente ungleich und zum Theil gar nicht repräfentirt, sondern von der Aristokratied es Reichthums und wenigen herrschenden Familien unterdrückt glaubte, so entstandviel Mißvergnügen. Ein meuterischer Anfall aus das Leben des Regenten, als erden 28. Jan. 1811, um das Parlament ru eröffnen, nach Westminster fuhr, haltejedoch keine Folgen; auch wurde der Aufstand in Spafield durch die kräftigen Maß-regeln der Minister unterdrückt. Im Oct. 1818 unterzeichnete sein Gesandter aufdem Congresse zu Aachen die Declaration vom 19. Nov. Hierauf war er, nebstFrankreich , den vom Congreß erhaltenen Auftrag, die Barbaresken (welche er durchLord Exmouth 1816 bereits zum Nachgeben gezwungen hakte) zu einem völkerrecht-lichen FrietcnSverhältnisse mit Europa aufzufodcrn, zu vollziehen bemüht. MitSpanien in freundschaftlichen Verhältnissen, verbot er f. Unterthanen, in die Diensteder amerikanischen Insurgenten zu treten. Übrigens wurde die von s. Ministeriumdurchgesetzte allgemeine Aufhebung des Sklavenhandels immer mehr in Vollziehunggebracht. Allein im Innern nahmen bei der Stockung des Handels die Gährungenzu; vorzüglich seit der Magistrat zu Manchester den 16. August 1819 gegen einean sich erlaubte Versammlung des Volks, das über die Parlamentsreform berath-schlage» wollte, unzeitig Gewalt gebraucht hatte, wodurch viele Menschen umSLeben gekommen waren. Der Prinz-Regent ließ das Betragen des Magistrats gut-heißen, ovgleich ein großer Theil der Nation aus allen Ständen eine gerichtlicheUntersuchung verlangte. Die Regierung beschloß daher, die bewaffnete Macht mit11,600 Mann zu verstärken, was noch mehr zum Unwillen reizte; hierzu kam, daßder Lordlieutenant der Grafschaft Pork, Fihwilliam, abaesetzt wurde, weil er Be-rutbschl§gll>igfii gj >5 Volks in Ansehung der Vorfälle zu Manchester gestattet hatte.Alles dies und das Elend her arbcitlosen Classe machte die RadicalreformerS immerkühner: allein die reichern Bürger und Corporationen traten fast überall aufdie Seite der Regierung und vereinigten sich, um jenen unruhigen Versammlungen