Band 
Vierter Band. F bis G.
Seite
635
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Gcrinanicus

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Thierreich wirkte und den Schlangen Gefühl für Musik beibrachte. Er besaß dieseltene Gabe, daß er mit beiden Handen zugleich auf zwei verschiedenen Bogen Et-was, das man ihm dictirte, aufschreiben konnte, ohne daß es möglich gewesen wäre,die Handschriften zu unterscheiden. Die Violine spielte er so meisterhaft, daß manmehre Instrumente zu hören glaubte. Überhaupt fehlte es ihm weder an Talenten»och an Gelehrsamkeit, und er würde berühmt geworden seyn, wenn es ihm nichtlieber gewesen wäre, berüchtigt zu werden. Neue Aufklärungen über ihn geben die„Uäiixüies <Io äl:nl. DulniN'imt" (Paris 1825).

Germaniens (Tüsar), Feldherr der Römer, berühmt durch seine Siegeüber die Germanen, Sohn des Claudius Druluö Nero und der jüngern, für ihreTilgenden gepriesene Antonia, einer Nichte Augusts , deren große Eigenschaftenihm zum Erbtheil geworden waren. Tiberius , sein Oheim von väterlicher Seite,adoptirte ihn. Er verwaltete in der Folge die Quästur und noch vor dem gesetzlichenAlter das Consulat. Als er mit Tiberius an der Spitze zahlreicher Heere in Deutsch-land stand, starb AugustuS. Tiberius folgte demselben in der Regierung. Ver-gebens wurde G. von einigen aufrührerischen Legionen aufgefodert, die höchste Ge-walt sich zuzueignen. Erging hierausüber den Rhein , überfiel die Marsen, welchesich bei einem Feste berauscht hatten, richtete em schreckliches Blutbad unter ihnenan und zerstörte den Tempel der Tanfana. Auf gleiche Weise schlug er im folg.Jahre dieKatten, verbrannte ihre Stadt Mattiumsnach Mannert Marburg), undkehrte siegreich nach dem Rhcine zurück. Hier erschienen Abgeordnete des Segestesbei ihm, durchweiche derselbe ihn um Hülse gegen Hermann, s. Schwiegersohn, bat,der ihn belagert hielt. G. eilte herbei, entsetzte den Segestes und nahm dabei Her-manns Gemahlin, Thusnelda , gefangen. Hermann rüstete sich hierauf zum Krieg,und G. sammelte s. Macht an der Eins. Es kam zur iLchlacht. Schon wichendie römischen Legionen, als G. mit neuen Truppen den Kampf erneuerte und glück-lich die ihm drohende Niederlage abwandte. Hermann zog sich zurück, und G. warzufrieden, die Ems wiederzugewinnen und ehrenvoll aus einem Kampfe zu gehen,dem sein Heer nicht mehr gewachsen war. Nachdem er noch einen Theil s. Kriegerauf dem Ruckzuge, durch die Flut des Meeres, verloren hatte, erreichte er mitschwachen Überresten s. Heeres die Mündungen des Rheins und wandte den Win-ter zu neuen Rüstungen gegen die Germanen an. Er ließ eine Flotte von 1000Fahrzeugen erbauen, um die beschwerlichen Märsche zu Lande durch Wälder undMoräste zu vermeiden, und landete an der Mündung der Eins. Von hier rückteer gegen die Weser, hinter welcher er die Cherusker versammelt fand, um ihm denÜbergang zu wehren. Er bewirkte ihn dennoch und lieferte ihnen eine Schlacht,die mit dem Tage begann und sich siegreich für die Römer endete. Auch am folgen-den Tage, als die Deutschen den Kampf mit Wuth erneuerten und Unordnung indie renuscken Reihen brachten, behauptete G. doch das Schlachtfeld. Die Deut-schen kehrten in ihre Wälder zurück, G. aber schiffte sich wieder ein, bestand einenfurchtbaren Sturm, der s. Flotte zum Theil zerstreute, und bezog die Winterquar-tiere, nachdem er noch einen Einfall in das Land der Marsen gemacht hakte. Die-ser Feltzug war sein letzter in Deutschland. Tiberius , eifersüchtig auf den Ruhmdes jungen Helden, riefihn zurück, und bewilligte ihm mit erheucheltem Wohlwol-len eui.lt Triumph. Um sich aber von einem Manne zu befreien, der ihm furcht-bar schien durch die Liebe des Volks, sandte er ihn, mir säst unbeschränkter Gewaltbekleidcc, in die Morgenländer, wo er die dort auSgebrochenen Ünruhen beilegensollte; uigleich ernannte er den Piso zum Statthalter von Syrien , dessen stolzer,herrischer und unbeugsamer Ckarakter dem G. überall entgegenwirkte. Beide muß-ten kalt zerfallen, und Piso faßte einen so wüthenden Haß wider G., daß er ihnwahrscheinlich vergiften ließ. G. starb im I. Roms 772, in einem Alter von 34 I.Rom virlor in ihm einen seiner tapfersten und edelsten Männer. Ü1.