Germanien
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ihren kunstlosen, aber feurigen Strophen lauschten und sich zur Todesverachtungund zu Thaten dadurch begeistert fühlten.
So war das Volk, das frei und unbesiegt einstDeutschlands Boden bewohnte.Forschen wir nach seinem Ursprünge, so werden wir auf Asien , die allgemeine Wiegedes Menschengeschlechts, zurückgeführt, wiewol wir nur dunkle Spuren ihrer Ein-wanderung aus diesem Welttbeile bei den alten Geschichtschreibern finden. Josephv. Hammer nennt sie (a. a. O.) ein baktrisch-medisches Stamnwolk aus dem paradie-sischen Hochlande Aricme, und Minchonk, der persische Dichter, sagt: „Chawaresm(das Land von Thawilah) ist der Name jenes DistrictS und Landes, welches derSammelplatz der Gelehrten und Weisen, der Männer des Schwerts und der Federwar, das man vor Alters Dschermania nannte". Ehe die Scythen oder Scotelenvon den Massageten an dem Pontus EuxinuS verdrängt wurden, wohnten die Cim-merer, ein mit den Deutschen verwandtes Volk, in der heutigen Krim und euro-päischen Takarei, und vereinigten sich, von den Scythen an die Wechsel zurückge-drängt, mir den dort wohnenden teutonischen Stämmen, über welche uns historischeAngaben fehlen. Von hier aus ward Skandinavien und Deutschland bevölkert, da-her sich unter den Bewohnern dieser Gegenden die Nachricht erhalten hatte, daß ihrMmcervolk an den Ufern der Weichsel gewohnt habe. Es werden uns 3 Haupt-stämme der Germanen genannt: die Istävonen, Ingävonen und Hermionen. DieHermionen, zwischen der Elbe und Weichsel wohnend, waren das Stammvolk undhießen auch Teutonen undLemnonen; von ihnen waren die Istävonen nach Westen,die Ingävonen nach Norden ausgewandert. Diese 3 Hauplstämme waren wesent-lich von einander verschieden, und wenn es sich erweisen läßt, daß von den Ingävo-nen die Westfalen, Niedersachsen, Dänen und Schweden , von den Istävonen dieRheinländer, Franken und Hessen , und von den Hermionen die Baiern nnd Ostrei-cher abstammen, so bestehen diese Verschiedenheiten, wenigstens in Ansehung derSprache, noch jetzt. Istävonische Volkerstämme waren dieChamavi, Tubanteg,Usipii, Ansibarii und Bructeri zwischen der Weser und dem Rhein ; die Sygambriund Marsi von der Lippe bis Köln , doch nicht gleichzeitig; die Dulgumnier, Cha-soarii, Teukteri und Ingriones auf der Westseite der Weser bis in den Harz ; fernerdie Kalten, vorn Ursprünge der Weser längs des Thüringerwaldes bis an den Main und die fränkische Saale, und die mit ihnen verbundenen Nertereanes, Danduri,Turoni, Marvingi und Maltiaci, letztere um Wiesbaden und Marburg , erstere imFürstenthuine Waldeck bis Hanau sich verbreitend; endlich die Eherusci, die Be-wohner des Harzes und der umliegenden Gegenden, und die mit ihnen vereinigtenFosi im Braunschweigischen, sowie die bereits genannten Marsen, Chasuarier, Tu-banten, Dulgumier, Ansibarier u. A., die aber später sich von dem Blinde der Che-rusker trennten. Diese gesummten istävonischen Völker erschienen in 3 großen Völ-kerbünden vereinigt, dein Bunde derSygambrer, Cherusker und Kalten, woraus inspäterer Zeit die beiden mächtigen Bündnisse der Franken und 'Alemannen hervor-gingen. Die Ingävonen wohnten von den Mündungen des Rheins bis an die west-lichen Ufer der Ostsee, vomZuydersee bis an die Trave in Holstein, und breiteten sichüber die cimbrische Halbinsel und das große Skandmavien aus. Zu ihnen gehörtendie von der Scheide bis zurEider wohnenden mächtigen Friesen mit den Friesabonen,Sturiern und Narlaciern; die Chancen in Ostfriesland, Oldenburg und Bremen ;die Angnvarier in Verden, Lüneburg und Kalenberg; ferner die Saxen im heutigenHolstein, mit ihren 8 Stämmen, den Ostfalen, Westfalen und Angariern, und denzu ihnen gehörige» Bewohnern der Halbinsel, den Nordalbingern, die, in Verbin-dung mit den »Laxen, Normannen und späterhin Dänen genannt wurden. Zu denIngävonen gehörten auch die Völker Skandinaviens und Preußens; dieses bewohn-ten die Ostiäer, die Denedi und Scirei, jenes dieHellevionen, im heutigen Schonen,oder, wie sie Tacitus ordnet: Die Suionen und Süonen (die heutigen Scbweden),