bi2 Germanismus Gcming (Ioh. Christ. — Ioh.Jsaak, Aryr.v.)
Burgundiem folgten die Franken , den Westgothen die Ostgothen, und diesen dieLangobarden. So begannen jene Züge zahlloser Dölkerhorden, welche sich ans deniNorden und Osten erobernd über Europa ergossen. Die Geschichte bezeichnet sieM>t dem Namen der großen Völkerwanderung (s. d.2 S. Barch, „Deutsch :KndS Urgeschichte" (2 Thle., Hof 1818—^20) und Mannerl'ü „Geschichte deralten Deutschen, besonders der Franken" (Stuttgart 1829).
Germanismus nennt man jede Eigenthümlichkeit der deutschen Sprachein Ausdrücken, Worten und Wendungen, wodurch sie von einer andern Spracheabweicht. Die Germanismen sind daher in Beziehung auf jede fremde Spracheandre, wiewol es gewisse Germanismen gibt, die es für alle oder doch für die meistenSprachen sind, wenn sie auf Eigenthümlichkeiten beruhen, welche die deutsche Spra-che ausschließlich hat. Germanismen sind fehlerhaft bei dem Gebrauch (d. i. beimSprechen, oder Schreiben) fremder Sprachen, welche denselben widerstreben.
Gerning (Johann Christian), Entomolog, geb. zu Frankfurt am M. 1716,studirte am dortigen Gymnasium und erlernte die Handlung; aber scm Trieb zurWissenschaft führte ihn ins Privatleben zurück, und er widmete seine Zeit der Natur-geschichte, besonders der Entomologie. Von semen Kenntnissen in diesen» Fachezeugtsein Antheil an mehren naturhistorischenWerken, u. a. lieferte er zu den >,!>»».,,le lDurapa" (Paris 1780—92) den größten Theil des Textes, sowie eine MengeAbbildungen aus seiner Sammlung. Er starb in Frankfurt 1802 als gothischerHoftath. DieGcrning'sche Sammlung von Schmetterlingen und Insekten, eineder vollständigsten und wohlerhaltcnsien, die je ein Privatmann zusammengebrachthat, zählt über 30,000 Stücke, gegen 5,500 Arten und 500 Spielarten, und befindetsich noch zu Frankfurt.—Gerning (Johann Jsaak.Freih.v.), Sohn des Vorigen,geb. den 14.I>ov. 1769 in Franks , a. M., studirte an» Gymnasium daselbst, hier-auf zu Jena uM widmete sich besonders der Geschichte und der StaatSwissenftbaft.Entscheidend fürt-» Gang seiner Bildung und seines Lebens wurde das Jahr 1790.Es waren nämlich damals bei der Kaiserwahl und Krönung Leopolds I I. der Königund die Königin von Neapel gegemvärtig und wohnten im Gerning'fchen Hause.Der lebhaft aufstrebende, schon mannigfach gebildete Jüngling gewann die Zunei-gung des Monarchen und seiner geistreichen Gemahlin, sie luden ihn nach Neapel rin, wohin er den Weg, von Göthe veranlaßt, über Weimar nahm, >,achten, erschon vorher die Schweiz, Holland, England und Frankreich durchwandert hatte.Während seines Aufenthaltes in Italien erwarb er sich eine vertraute Bekanntschaftmit den classischen Werken der bildenden Kunst, sowie er in Neapel bald das volleVertrauen des Königs und der Königin gewann, welche mit ihn, in fortgesetztemBriefwechsel stand. Die Erschütterungen der franz. Revolution hatten damals ihreSchwingungen auch über beide Vicilien verbreitet; leider gingen Acton und Gallo,welche den Einfluß auf die Staatsangelegenheiten theilten, von verschiedenen Ansich-ten aus. H. v. G. erhielt die Genugthuung, daß er den Erfolg richtig vorausgesagthalte, sowie denn auch der neapolitanische Friede von 1796 zum Theil nach seinenIdeen geschlossen wurde, worauf1797 Neapels ehrenvolle Mitwirkung an weitemfriedlichen Verhältnissen erfolgte. 1798 wurde er von Neapel auf den Congreß nachRastadt gesandt. Die Revolution machte aber immer weitere Fortschritte, an eineAusgleichung der politischen Interessen und Meinungen war nicht mehr zu denken,und Hr. v. G. zog sich in das Privatleben zurück. Er wurde nach Weimar ein-geladen, und brachte daselbst bis 1802 jedes Mal die Wintermonate zu. Dortschrieb er auf Anralhen Göthe'S und Herder's seine „Reise durch Ostreich und Ita-lien " (3 Thle., Franks, a. M. 1803). Ausbisse folgte s. „Säculargedicht"(Lpz.1800 u. 1802). Nach dem Tode seine« DaterS wohnte er meist in Frankfurt , zumTheil auch in Homburg und Kronbem am Taunus . 1804 ernannte ihn der Land:gras von Hessen-Homburg zu seinem Teh.-Rathe, und 1809 ertheilte ihm der Groß