Band 
Vierter Band. F bis G.
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Geschichtsorschcr Gcschichtschrcibcr

Wachter, Pölitz, Drcsch rc.). ck) -synchronistisch, wenn man da«Gleichzeitige, so-wol in den einzelnen Perioden in der Geschichte als auch überhaupt in der ganzenGeschichte des nienseist. Geschlechts, chronologisch geordnet, zusammenstellt, um da-durch die Übersicht über Das zu bewirken, was gleichzeitig in allen Theilen der Erdeund bei allen bekannten Völkern und Reichen geschah. Für diese Darstellung sindsynchronistische Tabellen unentbehrlich (Jäger, Bredow, K ruft, Dumbeck). e) Prag-matisch, wenn man den innern und nothwendigen Zusammenhang der Begebenhei-ten, nach welchen sie sich gegenseitig wie Ursach und Wirkung verhalten, aufsucht,und nach diesem Grundsätze die Folge der Begebenheiten so anordnet, daß auch durchdie Form der Darstellung das Bild eines zusammenhängenden Ganzen vermitteltwird (Lchlözer, Spiktler, Heeren). Vgl. „Hermes", I, 208 fg. O.

G e scb i ch l fo r sch e r nennt manDen, der sich, um eine wahrhaft beglau-bigte Geschichte d r Welt und Menschen möglich zu machen, den, schwierigen undmühsamen Geschäfte des Sammelns der Thatsachen unterzieht, und mit diesemSammlerfleiße die historische Kritik, d. i. die Prüfung der Angaben nach ihrerWahrheit und Beschaffenheit, verbindet. Der

Geschichtschreiber (Historiograph) dagegen hat zum Gesch äfte die ei-gentliche Darstellung der Geschichte, d. h. Anordnung des Einzelne» in Beziehungallsten Haupt- oder Mittelpunkt des Darzustellenden (worausvorzüglich die histo-rische Kunst beruht). Oft findet man, vorzüglich in neuerer Zeit, den Sammlerund Kritiker von diesen nothwendigen Eigenschaften desGeschichidarstellerS entblößt;denn allerdings gehört die Verbindung der verschiedenartigsten Seelenkräste zur Er-ve chung einer gleichen Größe und Vollkommenheit in der Geschichiforschung undGeschichtschreibung. Besonders scheinen die alte Geschichte (bis 410 n. Chr.) unddie neuere und neueste selten von einem und demselben Manne völlig gleichmäßigumschlossen zu werden, weil die erstere die tiefsten philologischen und archäologischenStudien, die letztere die erschöpfendsten und weitesten politischen und statistisch - na-tionalökonomischen Kenntnisse verlangt, welche nur bei Wenigen in gleichem Maßeangetroffen werken. Immer wird sich der Eine mehr aus innern! Dränge zur Weltdes Alterthums, der Andere mehr zur neuern Geschichte hinneigen. Soll die Ge-schichte als Wissenschaft und Kunst zu einer höher» Vollendung gelangen, so müs-sen Geschichiforschung u»o Geschtchlschreibung in Eurem Individuum zusammen-treffen. Daß aber die Geschichte so spät zu einer freiern Form der Darstellung,und die Forschung in derselben so langsam zu einem selbständigen Charakter sich er-hob, davon lag die Ursache in den verschiedenen schulen, welche die Geschichte seitden Zeiten der Kirchenverbesserung bei den Deutschen anbaueten. Denn in denHänden der Theologen und der Philologen, welche sie bis ungefähr vor 40 Jahrenfast ausschließend auf deutschem Boden bearbeiteten, blieb sie abhängig von frem-dem Schulmteresse. Während die Ersten die Geschichte des Volkes Gottes und dieKirchengeschichte des Neuen Testaments als die wichtigsten Gegenstände der allge-meinen Geschichte behandelten, und mit wohlgefälliger Breite alle exegetische Unter-suchungen über Schöpfung, Sündenfall, Paradies, Sündflut, babylonischenThurmba», Land Gosen, arabische Wüste, Feuer- und Wolkensmle, Philister,Stisishütte, Leviten u. s. w. Vierteljahre hindurch im mündlichen Vortrage vymKatheder, und Alphabete stark in schriftlicher Darstellung der Geschichte mittheil-te-, — beschränkten die Zweiten t c allgemeine Geschichte zunächst auf eine Hulfs-Nvss nsichasl der classischen Phile og>e, betrachteten die Griechen und Römer als dieeii-'äzen Völker des Alter,hums, welche eine ausführliche Schilderung verdienten,erwähnten die unermeßliche Welt des indischen, chinesische», ägyptischen und phöni-cischen Alterthums nur beiläufig in kurzen Andeutungen und glaubten die allge-meine Geschichte nicht herrlicher ausschmücken zu können, als wenn sie in derselbenalle Ausgaben alter Schriftsteller ausführlich erklärten und die Geschichte zunächst