Band 
Vierter Band. F bis G.
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Getreide

Geusen

z.B. Ordnung in der Arbeit, Mäßigkeit in allen sinnlichen Genüssen, hinlänglicher,doch nicht zu viel Lchlaf, und zwar zu den gehörigen Stunden, gesunde sDahrungnnd reine Luft, Beherrschung der Leidenschaften und eine ruhig heilere Gemüths-siimmung, Übung der körperlichen Kräfte und Abhärtung des KörperS gegen widrigeEindrücke der Witterung u. s. w. Alles, was das Gegentheil hiervon hervorbrin-gen kann, strebt dahin, in kürzerer oder längerer Zeit, heimlich oder offenbar, siezu stören. (S. Diätetik.) ll.

Getreide, diejenigen halmtragenden Grasarten, welche man wegen ihrermehlreichen und nahrhaften Samenkörner anbaut. Das Wort Korn (Kornfrucht)oder das gleichbedeutende in andern Sprachen wird oft derjenigen Getreideart,welche die allgemeine Nahrung daselbst ausmacht, ausschließlich beigelegt, z. B.in einem großen Theile Deutschlands dem Roggen, in Frankreich dem Weizen, inFranken dem Spelz oder Dinkel, in Nordamerika dem Mais. Daß die verschiede-nen Getreidearten irgendwo auf dem Erdboden wild wachsen, ist zwar gewiß, z. B.der Hafer und die Gerste in Deutschland rc., aber sie haben in ihrem wilden Zu-stande nicht die Vollkommenheit unserer angebauten. Sie scheinen alle ursprüng-lich und in den wärmen Klimaten in Asien, Afrika und Amerika einjährig zusein, und eü sind nur einige durch den Anbau an Durchwinterung gewöhnt, weildie Sommerzeit bei uns zur Reifung nicht zureichte. Mit den meisten Gräsernhaben sie die Bestäubung und Befleckung aus ihren untern Wurzelknoten gemein,indem sie daraus neue sprossen und Halme treiben. Ihre faserigen Wurzeln ver-breiten sie größtenrheils in der Oberfläche des Bodens und verschließen diesengleichsam durch das dichte Gewebe derselben, indessen der wenigere Theil auch be-trächtlich in die Tiefe geht, wenn er Lockerheit und Nahrungsstoff daselbst findet.Alle Gerreidearten haben gleichartige nährende Bestandtheile, die aber in ihrerMenge und gewissermaßen auch in ihrer Verbindung bei den verschiedenen Artenverschieden sind. Diese Bestandtheile bestehen in ->) Kleber oder Gluten, welcherdas kräftigste Nahrungsmittel für den thierischen Körper ausmacht; >>) Stärke-mehl, das zwar dem Kleber nachsteht, aber doch noch sehr nährend ist und die Ver-daulichkeit des Klebers zu befördern scheint; c) eine süße schleimige Materie, in ge-ringer Menge, aber sie kommt dem Stärkemehl an Nahrungskraft bei und machtdas Getreide zur wein- und essigartigen Gährung fähiger; >>) die Hülsen, welcheausWasserstoff bestehen und etwas verdauliche aromatische Materie enthalten; c-)dieFeuchtigkeit, welche auch in dem trockensten Getreide vorhanden ist, vermehrt zwardas Gewicht der Masse, vermindert aber das specifische Gewicht, gibt keine Nah-rung, befördert bei dem aufbewahrten Getreide das Verderben, wenn es nicht mög-lichst trocken gehalten wird, und dient bloß nach der Einsaat, die erste Entwickelungdes Keims zu reizen. Altes, gut aufbewahrt gewesenes Getreide ist für den Käuferund zur Saat besser als das neue oder frische. Ob Getreide als allgemeiner Maß-stab des Werthes der Dinge gebraucht werden, ob es dem Gelde zur Basis dienenkönne, s. Werthmesser und Papiergeld. X.

G e tre i d e h a n d e l, s. Kornhandel.

Getreide Magazine , s. Kornmagazine.

G e t r e i d e m a ng e l, s. K ornmangel.

Geusen. Dieser Name wurde zu Philipps II. Zeiten, unter der Statthal-terschaft des blutdürstigen Herzogs v. Alba, den verbündete» Edelleuten und andernMißvergnügten in den Niederlanden beigelegt. 1564 nämlich sendete Philipp 9Inquisitoren zur Vollstreckung der lridentinischen Dccrete in die Niederlande undbrachte dadurch Katholiken lind Brotestanten in die furchtbarste Bewegung. DerAdel erklärte in dem sogen. Eomproiniffe, er werde sich vor die 9 Inquisitoren nichtziehen lassen. In einem feierlichen Aufzuge überreichte er 1565 diese Acte der Ge-neralstatthalterin Margarciha. Statt auf diese» kraftvollen Schritt zu achten,