Band 
Vierter Band. F bis G.
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Gewand

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Gcviertschein

begegnete man den Bittenden mit Verachtung; und als die Prinzessin nährend derAudienz einige Verlegenheit zeigte, flüsterte ihr der Graf von Barlaimont, Präsi-dent des Finanzraths, zu: sie dürfe sich vor diesem Haufen Bettler (N>» <Ienicht fürchten. Dieses hatten einige der Verbündeten gehört; bei einem am Abenddesselben Tages gehaltenen Bunkesmahke ward darüber gesprochen, man trankauf die Gesundheit der Geusen und beschloß, diesen Namen als Bundeszeichenanzunehmen. Ebenso nannte die Verachtung der Spanier jene Ausgewanderten,die sich auf das Meer geflüchtet und Kaperschiffe gegen die Spanier ausgerüstethatten, Wassergeusen.

Geviertschein, s. Aspecte.

Gewährleistung ist die den Verkäufer einer Sache treffende Verbind-lichkeit, den Käufer gegen alle rechtliche Ansprüche zu schuhen und schadlos zu hal-ten, Gewähradministration ist ein besonderer Verwaltungsvertrag, ver-möge dessen der Verwalter eines Amte« oder KammerguteS die vorher in Anschlaggebrachten jährlichen Einkünfte desselben gewiß liefern und das eiwa Fehlende ausseinen Mitteln ergänzen muß, bei höherer Nutzung aber einen gewissen Aniheil da-von für sich erhält.

Gewand nennt man in der bildenden Kunst alle Bekleidung, Draperie, anmenschlichen Figuren. Es gehört zu den schwersten Ausgaben der Kunst, ein kunst-mäßig schönes Gewand anzuordnen. Plastik und Malerei haben indeß jede ein an-dres Bedürfniß, und so muß auch die Behandlung der Gewänder in beiden verschie-den sein. Zu der Plastik sind die sogenannten nassen Gewänder, welche sich so andie Formen des Körpers anschließen, daß sie dieses und die Bewegung des Nackendendurchscheinen lassen, von großem Nutzen. Diesen sind die weilen, faltigen und flie-genden Gewänder entgegengesetzt. Zu den Zeilen, da die griechischen und römischenKünstler von der ursprünglichen Einfalt abgewichen waren, wurden dünne und fal-tenreiche Gewänder die beliebtesten. Welche Art nun aber ein Künstler auck wühle,so muß Alles so angeordnet werden, wie Natur, Bedeutung und Geschmack es er-federn. Die Falten dürfen keine spitzigen Licht- und Schattcnwinkel machen, weildie scharfen Durchschnitte das Auge beleidige», den fleischigen Formen das Sanftebenehmen und übel zusammenstimmende Theile bilden. Sind sich die Faltenalle gleich, so entsteht Steifheit. An den edelsten Statuen und Basreliefs ausder schönen Zeit der Griechen sieht man beide Arten von Gewand auf mannigfal-tige Weise zur höchsten Schönheit ausgebildet. Wie die Maler verfuhren, wissenwir nicht genau. Bei den ältern Malern der neuern Zeit findet man schon seitGiotto eine gute und richtige Grundlage dazu; aber erst Michel Angelo und Rafaekhaben die Gewänder zu der Größe und Schönheit ausgebildet, die der Zdealsthl derMalerei crfodert. Besonders haben dieselben durch Rasael die Grazie erhalten,durch welche sie gleichsam an dem Leben der Gestalt, an der Anmuth ihrer Bewe-gungen Antheil nehmen und wodurch sie fähig werden, die verhüllte» Schönheitenzu ersetzen und durch eigenthümliche Reize die Lust der Betrachtung zu erhöhen.Der Wurf des Gewandes muß in der Anlage schon durch die Idee des Künstlersbestimmt sein; aber die Wahrheit der Brüche und Falten läßt sich nur der Naturabsehen, weßhalb der Künstler bei der Ausführung seiner Gewänder häufig sich desGliedeimannü bedient. A» stürmischen Togen kann er das Fliegen, Flattern undBauschen der Gewänder beobachten. Hat der Künstler den Wurf des Gewandesder Wahrheit und Schönheit gemäß angeordnet, so bleibt ihm noch eine besondereRücksicht aus das Colorit übrig. Viele Falten bringen sicher eine üble Wirkunghervor, wenn der Künstler nicht, die Regel von den Masse» beobachtend, in denbeleuchteten Partien der Gewänder alle kleinere Falten, mit wenig merklicher Ab-weichung von dein Mittelton der Localsarbe, Heller und dunkler gleichsam nur an-deutet, sodaß die Ruhe dadurch nicht unterbrochen werden kann. Durch Mannig-