San-Miniato befreite indeß die Republik von diesem gefährlichen Gegner, wogegenaber Ugolino , der bald darauf gleichfalls verbannt ward, sich mit den Florentinernund Lutrhesern verband und durch Hülfe dieser beiden, an deren Spitze er mehre Siegeüber die Pisaner erfocht, s. Landslei-te 1276 nöthigte, ihn zurückzurufen. So wieders. ersten Plane sich nähernd, trachtete er dahin, sich sowol die Freundschaft der Gi.bellinen m der Stadt als derGuelfen auswärts zu sichern, und s. Klugheit wie seinemReichthum? gelang dies nur zu gut. Die sonst so wachsamen Republikaner ließensich einschläfern, und als 1282 der für Pißr so unglückliche Krieg mit Genua aus»brach, glaubte Ugolino , es sei nun an der Zeit, die Kraft des Volkes zu brechen. AmTage vonMaloria (d. 6. Aug. 1281), denkwürdig durch die Niederlage derpisani-sehen Flotte, die seitdem sich nie wieder hob, und wo 11,000 Pisaner in die Gefan-genschaft der Genueser fielen, verrieth Ugolino zuerst sein Vaterland und gab durchabsichtliche Flucht das Zeichen zum Verlust der Schlacht; denn sowie er mit s. Schiffesich wendete, hielten die Andern Alles für verloren und stürzten in wilderVerwirrungihm nach. Die alten Feinde Pisas, die Florentiner, Luccheser, Sicneser, die StädtePistoja, Prato, Volkerra, San-Geminiano und Costa— aste Anhänger derGuelfen— standen auf die Nachricht von diesem Unfälle auf, am mit einem entscheidendenSchlage das alte Pisa, die Hauptstütze der Gibellinen in Italien , sich immer zu ver-nichten. Der Staat, am Rande des Abgrunds, sah sich nun genöthigt, sich Dem indie Arme zu werfen, dessen Treulosigkeit ihn in diese Lage versetzt hatte. Ugolino , längstim Geheim verbunden mit den Häuptern derGuelfen, übernahm die Unterhandlun-gen mit den Feinden der Stadt, und diese waren so erfolgreich für ihn, daß er sichendlich fast ganz am Ziele seiner Wünsche sah. Die Häupter der Gibellinen wurdenverbannt, die Florentiner besetzten niehre Schlösser, und Ugolino herrschte, unter demSchutz der alten Feinde Pisas, überdaö entwürdigte Vaterland, das er dadurch nochmehr schwächte, daß er den Lucchesern den Weg bis vor die Thore der Stadt durchÜbergabe mehrcr Zustelle bahnte, und mit Genua nicht Frieden schloß, um die dortgefangen gehaltenen Streiter nicht zurückkehren zu lassen. Während er auf diese Artdas Vaterland unterdrückte und seinem Hasse gegen s. Feinde durch Ächtungen freienLauf ließ, entspann sich in s. eignen Familie ein Aufstand gegen ihn. Nino de Gal-lura, s. Neffe, empört über diese Tyrannei, vereinigte die ansehnlichsten Familiensowol von der Gibellüüschen als Guelfischen Partei, die Gualandi, Sismondi , Lan»franchi u. A., um Pisa aus der Schmach, in welche es gesunken war, zu retten.Nach einem Kampfe von fast 3 Jahren gelang es Ugolino's List, durch Hülfe desErzbischofs von Pisa , Roger Ubaldini, das Bündniß jener Gegner zu trennen unddie Gibellinen sich wieder zu Freunden zu machen. Die Lansranchi u. A. verließenden Nino de Gallura; dieser ward nebst vielen s. Freunde verbannt; Roger Ubal-dini aber, zum Dank fürs. Blühe, von Ugolino , der ihm versprochen hatte, die Herr-schaft über Pisa mit ihm zu theilen, aus dem Volkspalasie gewaltsam vertrieben.Jetzt kannte des Usurpators Herrschsucht keine Grenzen mehr; auf jede Art warddas Volk von ihm gemißhandelt, s. eignen Anverwandten am Leben bedroht und einNeffe des Erzbischofs von ihm ermordet. So viele Frevelthaten empörten endlichAlles gegen ihn, und Roger Ubaldini, ehrgeizig, hinterlistig und grausam wie Ugo-lino . trat an die Spitze der Verschworenen. Schlau wußte er den Plan bis Zu sei-ner Reife den Augen des Tyrannen zu verdecken, und erst als dieser fortwährend,zum Schaden des Ganzen, auf Krieg mit Genua bestand, kam die Sache zum Aus-Iruch. Den 1. Juli 1288 ward aufUbaldini's Veranstalten plötzlich die Sturm-clocke gezogen, Ugolino von allen Seiten angegriffen und nach einer bis auf den2bend dauernden, hartnäckigen Gegenwehr, mit zweien s. Söhne, Gaddo undIguccione, und zweien s. Enkel, Nino, genannt le Brigata , und Aurel. Nuncio,g-faugen genommen. Dies sind die 5 Personen, deren entsetzlichen Tod Dante ins.uustcrbl. Gedichte „sia äirina oommesti.VH m der Abtheilung „b iulcin»", er-
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